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A J. Sophienkraut Maͤnnlein.
Herba Sophia latifolia.
2 Ylerba SaphirCat if GB: Dam ge.*.
Von dem Namen dieſer Kraͤuter.Es haben ihr etliche biß daher das Sophienkraut vordas wahre und rechte Seriphium oder Abſinthium Marinum gehalten, fie haben aber weit gefehlet/ dannwir das recht Abſinthium marinum angezeigt haben/und hat fie das den mehrentheil betrogen/ dieweil derSophienſamen auch die Wurm toͤdtet und außtreibt:Wañ aber ein jedes Kraut das dergleichen Wirckunghette/ darum̃ ein Seriphium ſeyn ſolte/ wurden wir un-zahlbare viel Seriphia haben. Dieſes Kraut aber iſt dasrecht Thalictrum oder Thalietrum der Alten/ dannD ſolches nicht allein mit der Beſchreibung Dioſcoridis,was die Form und Geſtalt belangt/ ſondern auch mitder Krafft und Tugend überein ſtimmet. Es wird vonden Griechen genant Oc Muay, und auch von etli-chen aM πινον. Lateiniſch Thalictrum und Tha-lietrum, von den Kraͤutlern Sophia, Herba Sophia,und von etlichen Eruca Geratina. Naſturtium ſyl-veſtre tenuiſſmè diviſum, C. B. Naſturtium ſylv-Fuch. icon. Geſ. hort. Seriphium Germanicum ,Trag. Seriphium, Lon. Seriphium Abſinthium,Fuch. Lon. Thalietrum Dodon. gal. Lugd. Thali-ctrum, Thal. cui& Naſturtium MugnhMNαν,Sophia, Dodon. Sophia sum Ad er.Lob. icõ.& obſ. Dod. Ger. Accipitrina, Cæſalpino.]Teutſch nennet mans Sophien⸗ oder Sofienkraut und
Wurm.
E
Von der Krafft/ Eigenſchafft und Wirckungdes Sophienkrauts.
BC yde Sophienkraͤuter haben einen ſtarcken unlieb-. lichen Geruch/ am Geſchmack unluſtig und wider-. williſch/ ſeynd mittelmaͤſtiger Waͤrmde/ neben einer| kuͤhlenden/ trucknenden/ und zuſam̃enziehenden Kraft.. Bauchflͤß. Seynd dienlich nicht allein in Leib zu gebrauchen in| Munden, Bauchflůͤſſen/ ſonder auch aͤuſſerlich zu friſchen Wun-
Alte ſcjiden hen und allerley alten Schäden,
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Wellſamen/ ſonderlich aber im Beyer⸗ und Heſſenland. R
DIN
D. Jacobi Theodori Taberngemontani/J II. Sophientraut Weiblein.Herba Sophia anguſtifolia.
2.
Innerlicher Gebrauch des Sophienkrauts.¶ Drhienkrautſamen in Speiß und Tranck gebrau-cher/ oder ſonſt in andere weg genutzt oder ein ge-nommen, ſtopffet alle Bauchfluß/ ſonderlich aber die Bauchfluß.Rothe ruhr, und heilet von wegen feiner Schlupfferig, Rotheruhr.keit die verwundten Darm, und alle andere innerlicheVerwundung. öSophienkraut in Wein und Waſſer geſotten/je nachGelegenheit des Menſchen Complexion/ und getrun-cken, treiber aus die Spültwlirm gleich dem Saamen Srl mn ſtm,des Wurms krauts/ und heilet alle innerliche Verwun⸗Veꝛmüdung.dung. Desgleichen ſolchen Tranck Morgens und Wunden.Abends getruncken/ auf ein Pfennig Glaͤßlein voll iſtein guter Wundtranck/ zu neuen und alten Wunden/derowegen die nicht übel/ ſondern wol und recht thun/die dieſes Kraut zu den Wundtraͤncken gebrauchen/dann es ein edel gut Wundtraut iſt/ wiewol es ein un-achtſam Gewaͤchs/ von wegen daß es fo gar gemein/ undfeine Krafft und Wirckung wenigen bekant iſt.Euſſerlicher Gebrauch des Sophien-. Krauts.
¶ Dhienlrautſamen gepuͤlvert/ oder aber das kraut Beinbruch. geſtoſſen und uͤbergelegt wie ein Pflaſter/ heilet die
Beinbruͤch an Menſchen und Vieh: und iſt aber ſolche
Artzney deſto beſſer/ fo man dem Krancken alle Mor-
gen und Abend des Pulvers von dem Samen j. quint-
lein mit Wein zu trincken gibt. Dem Vieh aber ſoll
man j. Loth des Pulvers mit dem Waſſer darinn das
Sophienkraut geſotten worden iſt täglich des Mor-
gens und Abends einſchuͤtten.
Den Safft des Sophienkrauts in die faulen Wun⸗ alrn inden und ſchaden gethan/ vertreibt die Wurm daraus/ len Bun -beyde den Menſchen und dem Vieh, So man aber denSafft nicht haben kan/ ſoll man das Kraut in Weinſieden/ und die Wunden damit waͤſchen und reinigen/das toͤdtet nicht allein die Wuͤrm darinn/ ſondern esHeiler auch gewaltig.
Das gemelte Kraut auf alle manier gebraucht wieeinPflaſter oder ſonſt in andere weg/ heilet nit allein um
Alle
Veꝛwũdung
nennen,, Merbe
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