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Das Erſte Buch/ Von Kräutern. 37
A ſehger wird. Man muß aber fo bald der Moſt verjehren 6 Das Haube mit Beyfußwwaſſer gewaͤſthen/ vertreibt Minen in— hat/ den Beyfuß wieder herauß thun/ daß er nicht dar⸗ die Milwen im Haar: Es benimt auch hinweg die.a) nach ſchmeckend werde/ und ein faͤulenden Geſchmack harten Srinderuften/ und heilet den böfen Grind des grins.
gewinne. U Haubts. So man das gediſtillirt Waſſer nicht hat/ fow Vein gut Beyfußwurtzel zerſchnitten und in zwo Maß guten fol man das Kraut in Waſſer ſieden/ und gleicher ge-24 behalten. 1 Wein geſotten/ darnach durchgeſie gen/ und im Ablaß ſtalt das Haubt damit waͤſchen.
Saur Bier.
ö in ein Fuder Weins geſchůttet/ zugeſchlagen und ligen
laſſen/ das behält den Wein bey guter Farb/ und feinernatürlichen Krafft und Staͤrck.
Beyfuß und Fuͤnffingerkraut jedes gleichviel/ nachdem ein Faß klein oder groß iſt/ in den Wein gehenckt/wann er verjehren hat/ verhütet daß der Wein nichtabfall..
. ein Bier ſaur werden wil/ ſo brenn Beyfußmit aller ſeiner gantzen Subſtantz zu Aſchen/ Nimm da-B von j. Handvoll und fo viel Buͤchenholtz Aſchen darzu-vermiſch wol durch einander mit Bier/ und ſchuͤtts inein Fuder Bier/ ruͤhrs wol mit einem loͤcherten Ste-
Vor den Haubtnagel Hemicraniam, netz ein
ſchwam̃ einer zwerch Handbreit in warmem Beyfuß⸗SHaupttagel-
waſſer/ und legs alſo warm auf das ſchmertzhafftig Ort/und ſo der Schwam̃ kalt wird/ ſo netz ihn wiederum Dasrinn/ und thu das offt/ es hilfft wol und bald.
Von dem Beyfuß wein.
M Herbſt pflegt man auch ein ſehr nuͤtzlichen Weinauß dem Beyfuß zumachen/ den bereit man wie vom
G Wermuthwein im 1. Capitel gelehrt worden iſt. Der
iſt inſonderheit ein fuͤrtreffenliche Artzney den Weibs-perſonen/ die nicht genugſam gereiniget werden/ oder de-
. cken durcheinander/ darnach laß ruhen und ſich feken, nen die Monatzeit verftanden iſt, Desgleichen auch ohen. po wird es ſiehlich, wolgeſchmäck und luſtig zu trincken. den Kindbetterin/ bey denen ſich die Nemnigung vers.Feſent. Sonſt haben die Alten dem Beyfuß mehr zugeben, ſtopffen wil. Die auch mit dem ſchmerelichem Hüfte mne
und Lendenweh beladen ſeyn/ die ſollen ihnen den Bey⸗ Lenbenwehe.fußwein laſſen befohlen ſeyn. Sonſt dienet er wieder?alle Gebreſten/ darzu der Beyfuß ſonſt gebraucht wird.Beyfußwein heiſſet Griechiſeh A0 tυιιάσν, ateiniſchArtemiſites und Vinum Artemiſiatum. SchmerzenEin Beyfußwein vor den Schmertzen der Mutter/ der Mutter.
Sauberen. daß er Krafft haben ſoll/ alle Geſpenſt und Zauberey zuvertreiben und daß den jenigen fo Beyfuß bey ſich tra-
; gen, kein Zauberey oder auch der Teufel ſelbſt einigenDenner. Schaden zufügen möge. Item daß er den Donner abwenden ſoll/ und dergleichen viel andere HeydniſcheAberglauben. Ehriſten aber wiſſen das wol/ daß ein an-
der Artzeney ſeyn muß/ die den Teufel und fein Geſpenſtvertreiben ſoll/ dann er nach einem ſolchen ſtroͤhenenHarniſch nicht viel fraget.
Andere wollen/ ſo einer Beyfuß bey ſich trag und überFeld gehen wil/ daß er nicht muͤde werde/ welchem ichgern glauben gib/ ſo man eine kleine kurtze Reiß vor dieHand nim̃t.
Von dem außgetruͤckneten Beyfußſafft. Ar-temiſiæ Succus exiccatus genant.
Von dem gruͤnen oder duͤrꝛen Beyfuß kan man ein
auffgetruͤckneten nuͤtzlichen Safft machen/ aller-
dings wie oben von dem Wermuthſafft gelehrt worden
iſt/ den braucht man innerlich zu allen Gebreſten/ darzu
Mutter, der Beyfuß gebraucht wird. Euſſerlich dienet er zuMougthlum
Verſtopffung der Mutter und verſtandenen Monat-blumen der Weiber/ ſo man Mutter zaͤpfflein daraußmacht/ und dieſelbigen gebraucht/ wie hiebevor bey demD Beyfuß gelehrt iſt.
Von dem gediſtillirten Beyfußwaſſer. Arte-miſiæ Aqua, und ſeinem innerlichenGebrauch.
A Us dem Beyfuß wird auch ein nuͤtlich Waller ges
diſtillirt/ wie wir hie etliche fuͤrnem̃e Wirckung an-zeigen wollen.
Beyfußwaſſer iiij. oder v auch biß in vñ Loth getrun-cken/ hilfft den Frauen leichtlich gebaͤren/ und treibetauch fort die todte Geburt und das Buͤrdlein.
zwo Stunden vor dem Eſſen inn oder v. Loth getrunckẽ-fuͤrdert die verſtandene Monatblumen der Weiber.
von windigen blaͤſten und aͤlte verurſacht mach alſo:im die Gipffel und Blöhter von Beyfuß viij. Loth.Anißſamen/ Chamillenblumen/ jedes iiij. Loth. Mach
H ſolche Stuͤck eyn/ in ein ſechs oder ſiebenmaͤſſigs Faͤß-
lein mit Haͤſeln oder Hanbuͤchen Spaͤhnen/ ſchlag eszu/ und fuͤlls mit gutem Moſt zu/ laß verjehren/ und beshalts zum taͤglichen gebrauch über Jahr davon zu trin-cken. Den mag man ablaſſen und verwahren daß er gutbleib/ wie oben vom Wermuthwein gelehrt worden iſt.Ein anderer welcher offtmals bewerth erfunden:Nim̃ aufgetruckneten Beyfuß viij. Loth/ Meterkraut-wurtzel dritthalb Loth/ Bergmüntz/ Fenchel/ jedes ij. LothBorꝛagenblumen/ Ochſenzungenblumen, Meliſſenblu-men/ Kamelenheu/ Indianiſch Spicanarden/ Roßma-rein/ Salbeyen/ Poleyen/Stabwurß/ jedes j. Loth/ Vo-
gelsneſtſamen anderhalb Loth/ geel Violen j Loth⸗Aniß+
ſamen iij. Loth/ Muſchatnuͤß iin. quintlein/ Muſchaten-bluͤt/ Zimmatrinden/ Mutterzimmat/ Galgan/ jedesein halb Loth. Alle ſolche Stück foll man zerſchnitten/mit Hagenbuͤchen oder Haͤſelen Spaͤhnen in ein x. oderxij. maͤſſigs Faͤßlein einſchlahen/ und folgends mit gu-tem Moſt zufuͤllen/ und daruͤber verjehren laſſen.
Extract von dem Beyfuß. Artemiſiæextractum.Auß dem Beyfuß macht man auch ein koͤſtlichen Er-tract/ wie aus dem Wermuth/ der ſoll auch gleich-fals kuͤnſtlich ausgezogen und bereitet werden. Der die-net zu allen Kranckheiten/ darzu der Beyſuß an ihmſelber gut iſt/ darvon nimt man j. ſerupul mit Beyfuß-waſſer oder mit Wein. Es wird auch ſolcher Extract
n Beyfußwaſſer iiij. Loth getruncken/ und darin zertrie-ben ij. ſcrupul gepiilvert Bibergeyl/ dienet wider dasE Auffſtoſen und erſticken der Mutter.
Geelſucht. Beyfußwaſſer allen Morgen tiij. oder v. Loth ge-
truncken/ und das zehen Tag lang beharꝛet/ vertreibt die
Geelſucht. Desgleichen v. oder vj. Loth viertzig Tag
Waſſerſucht . lang taͤglich nach einander getruncken/ dient wider dieWaſſerſucht.
Beyfußwaſſer getrunckẽ auf einmal iiij. oder v. Loth/
macht wol harnen/ und vertreibt die Harnwind. Ein
Zeitlang alſo gebraucht/ treibt uñ führer aus den Stein.
ö Euſſerlicher Gebrauch des Be> Gebrar yfußwaſſers.% U. B Eyfußtwaſſer heilet die Verſehrung und GeſchwulſtDR Osten, an heimlichen Orten der Weiber damit jum off-termal die geſchaͤdigten Ort gewaͤſchen.
mit andern Artzneyen/ je nach gelegenheit der Kranck-heit heilſamlich vermiſcht/ welches den erfahrnen Medi-K cis ſoll befohlen werden.
Conſervenzucker von Beyfuß. ArtemiſiæConſerva.
Man macht auch ein edlen Conſervenzucker auß dem
Beyfuß. Man nimt der obgemelten friſchen grü-
nen Blümlein und Knoͤpfflein ein theil/ zerſchneid ſol-
che klein/ und ſtoſts wol in einem ſteinenen Moͤrſer/ wañ
es faſt klein geſtoſſen/ thut man ij. oder drey theil Zucker/
nach dem man es traͤfftig oder ſtarck haben wil/ darzu-
ſtoſts wol durch einander biß es einer Lattwergen gleich
wird/ und ſo es nicht feucht genug/ ſoll man ein wenigBeyfußwaſſer mit vermiſchen.
Darnach thut man es in 4 Zuckerglaß/ und ſtellts
; eim
| e ul Beyfußwaſſer allen Morgen und Abend nüchtern
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Harn winde.
Stein.