68
A fals gebraucht. Es dienet auch wider die ſchmertzliche
ge nes Hedrang des Stugangs von Kaltt, den unter ſenBauch und das Ort zwiſchen dem Hinder und Se
maͤcht damit geſalbet/ folgends mit drey oder vierfachen
. warmen Tuͤchern hedeckt. Es erwaͤrmet den erkaltenMagen/ und legt die Schmertzen deſſelben/ desgleichenauch das Krimmen und Daͤrmgicht/ von Kaͤlte und
. windigen Blaͤſten verurſacht. Es eroͤffnet auch die
D fn, Verſtopffung der Leber und Nieren von gemeldten
Nieren. Urſachen herkommend/ warm darmit geſalbet/ und fol-gends mit warmen Tuͤchern bedeckt.
Sarnen. Roͤmiſch Chamillenoͤl dienet auch wider das ſchwer-
leich harnen/ und treiber fort den verſtandenen Harn/
die Schloß und Gemaͤcht darmit geſalbet/ das aber ſon-
derlich/ wann dieſer Gebreſten von Kaͤlte ſeinen Ur-
Falte®lafen ſprung hat. Gleicher geſtalt auch gebrauchet/ dienet esgefehmer. wider die kalte Seſchwer der Blaſen.
Roͤmiſch Chamillenoͤl mit Gerſtenmeel zu einem
. Pflaſter temperirt/ miltert die Schmertzen des Zipper-ht. jeins und der Gliedſucht von Kälte verurſacht/ warm
uͤber die ſchmertzhafftige Ort gelegt.Echmerken Sonſt dienet es ferner wider alle Schmertzen von
von Kälte, Kalte herkommende.
Das XIV. Gap.Von dem Krottendill.
Er Krottendill iſt der Chamillen ſo gleich?mit aller ſeiner Subſtantz/ alſo/ daß man die-C DZ ſelbige dem anſchauen nach, nicht wol davonunterſcheiden kan/ der Geruch aber zeiget denUnterſcheid dieftt Kräuter bald an/ dañ die Chamillenhat einen lieblichen Geruch/ gleich wie ein wolzeitigerwolriechender Apfel. Der Krottendil aber hat ein ſtarckẽund ſtinckenden abſcheulichen Geruch: von den Alten/und ſonderlich von dem Diofcoride, wird er auf folgende Weiß beſchrieben: Krottendill hat kleine/ zarte/ſchmale Blaͤttlein/ welche ſich den Blaͤttlein des Cori-anders vergleichen: Die Blumen ſind in der mitteDottergeel/ auswendig gerings herum mit weiſſenBlaͤttlein beſetzt/(allerdings wie die gemeine Chamil-len:) eines ſtarcken ſtinckenden Geruchs und bitterenGeſchmacks. Es waͤchſet dieſes Kraut gern in hartemſteinechtigem Grunde/ desgleichen auch überflüffig mitder gerechten Chamillen/ in den Korn⸗ und andernFruchtfeldern/ alſo daß/ wo es einmal ein gewurzelt iſt/fi ſchwerlich wiederum mag ausgerottet werden.Von dem Namen des Krottendills.SD wir unſeren Krottendill mit der BeſchreibungDioſcoridis und der Alten Parthenii eigentlichbeſehen und erwegen/ trifft dieſelbig uͤber die maß wolmit unſerm Krottendill zu/ dann nicht ein Puͤnctleinan dieſem Gewaͤchs mangelt die dem wahren Parthe-nio zugehoͤren. Weil dann auch die Krafft/ Tugendund Wirckung eben an unſerm Krottendill durch lang-wierige Erfahrung/ warhafftig erfunden/ die die Altenihrem Parthenio zugeſchrieben/ wollen wir ohn alleWeitlaͤufftigkeit mit Leonhardo Fuchſio, AntonioMuſa Braſſavola, Guilielmo Rondeletio, und an-
E dern mehr hochgelehrten Maͤnnern/ die uns bey guter K
Zeit das wahr Parthenium haben angezeigt/ und ſol-ches in ihren Schrifften hinterlaſſen/ aich dieſen un-fern Krottendill vor das wahre Farthenium Dioſco-ridis halten/ Und irꝛen die derowegen nicht wenig/ die
den Mettram das Parthenium der Alten ſeyn/ ſollen
ausgeben/ welcher Irꝛthum dann leichtlich beyde wiegemeldet/ aus oben angezeigten warhafftigen Kennzei-chen/ abgenommen werden mag.
Der Krottendill heiſſet bey den Griechiſchen Au-thoren NapRiyioj, XELTIKANIG, vVſcr e, ανοσ -ran, und A άσ+:A, bey dem Aegineta. Latei-niſch heiſſet es Parthenium, Cynanthemis, Amara-
D. Jacobi Theodori Tabernaemontant/
F cus fœtida, oder Amaracus Galenica, ParthenĩumLeucanthemum, zu dem Unterſcheid des Tag undNachts/ welches von dem Aurelio Cornelio Gelfo,auch Parthenium genant wird. Sonſt wird es vonden Medicis, Apotheckern und Kraͤutlern genant/Cotula fœtida, Chamomilla fœtida, Chamomillacanina, Bruſciaculum, Bufonaria, Herba virgi-
nea, Solis ſeculum, und Anethum caninum.(Cha-mæmelum fœtiqum, C. B. Chamæmelum albumſeu fœtidum, Thal. Camomilla 2.& ſyly. Trago:Cotula fœtida, Parthenii 4. ſpecies, Brun. Cotulafœtida, Matth . Dod. gal. Geſ. hort. Lac. Lon. Lobel-icon. Lugd.Caſt. Cam. Eyſt. alba, Dod. Cota vulgoin Hetruria, Cæſal. qui Buphthalmum Dioſcori-dis putat. at Galeni& Plinii ſtatuit Buphthalmon
G minus, Cord. in Dioſ. Parthenium, Fuch. Ad. pri-mum, Turn. Parthen. vel virginea, Lobel. obſ.]Arabiſch heiſſet es bey dem Serapioni, Achnen, bey Al-ſaharauio Alrahan, bey Haliabbati Achanen, Uchnenund Acanen. Von Stephano dem Ausleger der Ara-biſchen Sprach/ cuanum. Andreas Bellunenſis nen-nets Alachaven, Alachafan. Wiewol die RingelblumenCalendula, vom gemeinen Mann in Arabia auch Ala=chafan genant wird/ wie er Bellunenſis ſchreibt. Sonſtwerden hin und wieder in den Schrifften der Araberauch dieſe Namen geleſen/ albacuen, Alhacoen, AlocuenAloxuen, und Halcuen, dardurch dann allwegen dasParthenium oder der Krottendill verſtanden wird.Von Matthæo Sylvatico wird er auch Kumar undKumari, Arabiſch genant/ Ich hab es aber nie bey keinem
H Authori geleſen. Ferner heiſſet unſer Krottendill auf
Italiaͤniſch / Corula fetida, Bruſiidculo, Bruxculo oderBrufaculo und Fenochiaz1 o. Hiſpaniſch/ Magarca. Fran-tzoſiſch/ Hrangoutte. Ungeriſch/ wie Herz Carolus Clu ſius bezeuget/ Es Kapor. Flemiſch/ Paddebloem/ Coe-dille und ſtinckende Camille. Hochteutſch/ Hundsdill/Krottendill/ Kuͤhdill/ Hundsblum /Hunds Chamillen/und ſtinckend Chamillen.
Von der Krafft/ Wirckung und Eigenſchafft+ des Krottendills.DE Krottendill uͤbertrifft die Chamillen in derWaͤrme/ dann er im dritten Grad hitzig/ und imandern Grad truckner Complexion iſt/ mag heilſamlichinnerlich und aͤuſſerlich vor ſich ſelbſt/ oder mit andern1 Artzneyen vermiſcht/ gebraucht werden.
Innerlicher Gebrauch des Krottendills.
DI aufgetrucknet Kraut und Blumen des Krot-tendills zu Pulver geſtoſſen/ und mit ſaurem Sy-
rup von Honig und Eſſig Oxymel genant/ und mitWein oder ein wenig Salt vermiſcht und getruncken/reiniget den Leib von der ſchwartzen Gallen/ und demzauͤhen phlegmatiſchen Schleim/ nicht anders/ dannEpithymum, oder Thymſeiden. Iſt derowegen denen aeſonderlich gut/ ſo mit den obgemelten ſchaͤdlichen Feuch⸗. 3ten überfluͤſſg beladen find. Iſt auch gleicher maſſen Vgut getruncken den Keichenden/ die den Athem ſchwer⸗ Schmererlich holen koͤnnen/ und den Melancholiſchen / denen die Athem.ſchwarte Gal ſchaͤblich iſt. Der Krottendill ohne die MelanchcleBlume/ mit Wein getruncken/ iſt auch gut wider den Stein.*Stein /turten Athem/ Keichen und Saͤmpffigleit der ImiBruft. Bruſt..
Krottendill zu Pulver geſtoſſen/ und deſſelben eines gerunnen IRGuͤlden ſchwer/ mit Honigwaſſer oder Milch getrun⸗ Gebluͤt˖cken/ zertheilt und führer aus das gerunnen Gebluͤt/ foſich im Leib von fallen, ſtoſſen oder Schlagen geſamletund zuſammen gelauffen iſt. Das Kraut und Blumenin Meth geſotten/ und die durchgeſigene Bruͤh getrun-cken/ thut desgleichen.
Krottendill in Waſſr geſotten und durchgeſigen, guſſoſſndarvon auf einmal auf die iiij. Untz getruncken/ hilfft und Erfti-wider das Aufſtoſſen und Erſtickung der Mutter. ö
Schwartz.