Buch 
D. Iacobi Theodori Tabernaemontani Neu vollkommen Kräuter-Buch : darinnen uber 3000. Kräuter, mit schönen und kunstlichen Figuren, auch deren Underscheid und Würckung, samt ihren Namen in mancherley Sprachen, beschrieben : Desgleichen auch, wie dieselbige in allerhand Kranckheiten, beyde der Menschen und des Viehs, sollen angewendet und gebraucht werden, angezeigt wird / erstlichen durch Casparum Bauhinum D. und Profess. Basil. mit vielen neuen Figuren, nutzlichen Artzneyen, und anderem, mit sonderem Fleis gebesseret, zum andern durch Hieronymum Bauhinum, D. und Profess. Basil. mit sehr nutzlichen Marginalien, Synonimis, neuen Registeren und anderem vermehrt
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III. L. x.Zahm Rit-terſporen.

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VI. Zahm Ritterſporen mit gefüllten Blumen. FConſolida Regalis flore multiplici.

D,

mit Wur geln/ Stengel und Blaͤttern durchaus gleich?

ausgenommen die Blumen/ die find ſchoͤn/ ſchnee-weiß/ wie die andern Purpurblau find. Es waͤchſetauch dieſetz in Fruchtfeldern/ aber es wird ſelten gefun-den. Im Land zu Francken bey Marienthum, hab iches erſtmal in den Kornaͤckern funden/ darnach in denFruchtfeldenn bey Coͤlln / und in Braband/ zwiſchenMecheln und Antorff an gemelten Orten.

III. Noch zielet man in den Luſtgaͤrten drey ſchöͤ-

ner Geſchlecht dieſes Krauts/ die find mit Wurtzeln|Kraut/ Stengel/ Blumen und Saamen/ dem vorge-

meldten gleich/ doch groͤſſer und ſchoͤner. Das eine hatſchoͤne/ purpurblerue Blumen/ I V. das ander ſehnee-

D weiß, M. und das dritte /luſtig purpurrohte Blumen/

JI.Gefuůllt Rit­ terſporen.

vn.FremdeRitterſporn.

find alle drey vaſt ſchoͤne und luſtige Gewaͤchs, die mitihrer ſchoͤnen und qnmühtigen Farben/ die Luſtgaͤrtenwol zieren..

VI. Man zieler auch in den Gaͤrten mit gefůlltenBlumen/ wie hierbey geſetzte Figur genugſam anzei-get: alſo auch etlich ſind von Farben ganz weiß/ etlichegantz blau/ etliche find auch halb weiß/ halb blau/ undauch geſprengt.]

VII. Das ſiebende Geſchlecht hat ein langlechtigerohte Wurtzel mit wenig Zaſeln/ daraus wachſet eineintziger Haubtſtengel/ einer Elen hoch der da rund iſt/und von wegen ſubtiler Haaren ſo ihn umgeben grau-lecht/ theilet ſich in Nebenzweiglein. Die erſten Blaͤt-ter bey der Wurtzeln ſind gemeiniglich in drey Theil ge-theilet/ deren am obern theil des Stengels wenig find,etlich wie gemeldet getheilet/ etlich aber ſind gantz. ImBrachmonat folgen die Blumen/ ſo von Geſtalt wiedie gemeinen Ritterſporen/ jedoch offt kleiner/ von Far-ben bleichblau. Wann ſie abfallen/ wachſen langelech-tige kleine Schoͤtlein in welchen ein kleiner Saamenverſchloſſen iſt. Dieſes Geſchlecht iſt mir ſamt demSaamen aus Italia von Neaples/ von dem fuͤrtreffli-chen Naturkuͤndiger Ferdinando Imperato, Apo-theckern daſelbſt/ unter dem Namen Delphinii Dio-ſcoridis zugeſchickt worden auch in unſeren Gaͤrten

gewachſen.]

D. Jacobi Theodori Tabernaemontani/

*Fremde Ritterſporen. VII . Conſolida Regalis peregrina.

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Von den Namen der Ritterſporen.Es haben zu unſerer Zeit viel der Gelehrten die Rit-terſporen vor das Delphinium Dioſcoridis gehal-ten/ die Blätter aber der Ritterſporen wollen ſich mitder deſcription Delphinii nicht vergleichen: Ja wannDioſcorides den Blumen die Geſtalt der Delphinen

zugeſchrieben haͤrte/ die er den Blättern gegeben hat-

moͤchte die Beſchreibung etlicher maſſen mit dem Del-phinio uͤberein kommen. Zu dem mangelt auch nochdas/ daß die Ritterſporen wider die gifftige Stich derScorpionen helffen ſollen/ wie Dioſcorides vom Del-phinio zeuget/ wir oder kein anderer noch nichts erfah-ren oder gewiß darthun haͤtte koͤnnen, dero wegen esnicht das Delphinkraut ſeyn kan/ ſintemal unſere Rit-terſporen nicht allein an der Beſchreibung/ ſondernauch an der Krafft/ die dem Delphinkraut zugeſchrie-ben werden/ daſſelbig gebruͤſt. Die fuͤrtrefflichen Maͤn-ner/ Johannes Ruellius, ConradusGeſnerus, Janus Cornarius , Valerius Cordus , und andere mehr hoch»gelehrte und in dieſer Kunſt erfahrne Medici, habenunſere Ritterſporen vor das zweyte Cuminum ſylve-ſtre Dioſcoridis gehalten. Dieweil die Beſchreibung/wie auch die Kraͤfft und Wirckungen/ die Dioſcoridesdemſelben zuſchreibt/ durchaus mit einander übereinkommen. Und wiewol wir jetzund zu unſerer Zeit drey

Geſchlecht/ des Cumini ſyl veſtris oder Hornkuͤm̃els/

die uns bekant ſeyn/ haben/ ſo iſt doch unter denſelbenkeines das ſich mit der Beſchreibung des zweyten Ge-

K ſchlechts Dioſcoridis vergleichet/ ſondern gehoͤren alle

drey zu dem erſten Geſchlecht/ wie hernach an ſeinemOrt weiter Meldung geſchehen und angezeigt werdenſoll. Weil dann nun unſer Ritterſporen wie gemeldet/mit dem zweyten Geſchlecht des Horntuͤmmels ſichvergleicht/ ſo halten wir auch daſſelbige vor das wahreund gerecht Cuminum ſylveſtre alterum Dioſcori-dis, welchs Griechiſch von ihm Kupuvov A 92109 Sn,genant wird. Von den Medicis und Kraͤutlern/ wirdes genant/ Conſolida Regalis oder Regia, dieweil esfuͤrtreffenlich iſt die Wunden zu heilen/ Herba divæOtiliæ, oder Flos diva Otiliæ, los regius, Equitiscalcar, oder Calcar equeſtre, Flos equeſtris, Pesalaudæ,

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