280Innerlicher Gebrauch des Ammey-Peterleins. wEr Saamen des Ammeypeterleins iſt erfahren/ daßir, an, Ter den Harn treibe die Nieren/ Blaß und HarnSchieim der gang vom Sand/ Grieß und Schleim reinige. WasDa und ſonſt in andern Kraͤuterbuͤchern von dieſem SewächsHarngäng. geſchrieben iſt/ das ſoll alles von dem wahren und rech-ten Ammey verſtanden werden/ welche Wirckungendieſem Gewaͤchs faͤlſchlich find geben und zugeſchriebenworden.
Das XXI. Cap.Von dem Blſenich.N As Sewaͤchs von den Sachſen Olſenich geDE ang/ if ein Mittelgewaͤchs unter dem Pe-— S terlein und der Paſtenachen. Es hat eine,ſchwartz Würtzel/ die ſich von ihrem Haubt in etlicheNebenwurtzeln hin und wider und überzwwerch auß-theilen und unterſcheiden/ die ſind faſt eines kleinenFingersdick und auch kleiner/ mit etlichen Zaſeln be-henckt/ iſt inwendig weiß/ am Geſchmack ſubtil/ faſt hi-tzig und bitter. Seine Blaͤtter find breit und in viel theilzerſchnitten/ kleiner und ſchmaͤler dann des Peterleins/faſt aͤhnlich den Blaͤttern des Schirlings und der Pa-ſtengch. Von der Wurtzel wachſen heraus zween undauch etwan drey Stengel⸗mit eckechtigen Holkelen/ dieſind rund und innwendig hol/ gegen der Erden zubraunroth/ mit Sewerben oder Gleichen unterſcheiden/C die werden Elen lang und auch(Anger. Die Blätterſo aus den Gewerben oben heraus wachſen/ ſind ſchmaͤ-ler und kleiner dann die unterſten. Oben am Ende derStengel gewinnen ſie ſchoͤne Dolden oder Cronen wieSchatthuͤtlein/ wie der Dill/ mit vielen kleinen undweiſſen Bluͤmlein/ denen folgt nach ein runder/ breiter/doppeler Saamen/ welcher an der Form und Geſtaltdem Dillſaamen aͤhnlich iſt/ eines hitzigen und bitternGeſchmacks wie die Wurtzel. Dieſes Gewaͤchs hat ſeineWohnung in feuchten Orten/ da es gern waͤchſt/ nem-lich da Pfül und Suͤmpff ſind/ in dem Moß bey denErlenſtauden. Und findet man deſſen ſonderlich vielzwiſchen Kneßlar und der Statt Gent in Flandern / daichs in groſſer Menge gefunden habe/ in den Orten daviel Erlenbaͤum wachſen. In Sachſen iſt es auch ſehrP gemein/ aber im Oberteutſchland ſehr wenig.Von den Namen des Blſenichs.D Je Wurtzel des Olſenichs iſt viel Jahr her von et-lichen Aertzten und Apotheckern/ vor das Meumder Alten/ welchs un ſer Beerwurtz iſt/ gehalten worden/die es in ihren Artzeneyen vor daſſelbig/ doch nicht ohnekleinen Irꝛthum faͤlſchlich gebrauchet haben/ ſonderlichaber in den Niederlanden und Mittnaͤchtigen Orten/wie ſolches dann noch auf den heutigen Tag in Polen vor das rechte Meum gehalten und gebrauchet wird/dann fie das Meum der Alten auf ihre Mutter ſprachOleßnick nennen/ daher auch ſonderzweiffel der NameOlſenick bey uns Teutſchen den Urſprung bekommenhat. Was nun das rechte und wahrhafftige eum derE Alten iſt/ haben wir hiebevor an feinem Ort von der EBeerwurtz angezeigt. Olſenich aber/ was es bey den Aleten geweſen/ haben bißhero noch wenig angezeigt Dochhalten wir es eigentlich vor das Thyſſelium, welchesPlinius lib 25 c. i.o beſchreibet/ ſintemal die Beſchrei-bung durchaus mit unſerm Olſenich überein ſtimmet.Die Kraͤutler nennens Olſenichium und Meum pa-luſtre. Die Polen Oleßnick/ und die Teutſchen/ Olſe-nick. Griechiſch wird es Ouor c n genant. Apiumſilv. lacteo ſucco turgens, C. B. ſilveſtre, Dodon.Lugd. Thyſſelinum Plin. Lobel. icon. Daucus pa-luſtris, Geſner. hort, Olſenichium, Cordo hiſt,Thalio.])
D. Jacobi Theodor:
A F
Verſtanden
Tabernaemontant/
Von der Natur/ Krafft/ Wirckung und Ei-genſchafft des Olſenichs.DS Burkel, Kraut und Saamen haben eine wäremende und trucknende Eigenſchafft/ welches derhitzig und bittere Geſchmack genugſam Anzeigung giebet/ und ſind aber warm und trucken im dritten Grad.Die Wurtzel und Saamen werden allein zur Artzeneyvon etlichen gebrauchet/ ſintemal ſie nicht jedermanhetant iſt/ wie hiebevor auch angezeiget.
Gebrauch des-lſenichs.
D Je Wurgel und aamen des Olſe ichs wird heu der wall
der Nieten
Nuges Tages neben dem, daß fie an etlichen Orten in
vor das wahre Meum der Alten gehrauchet wird, auch Hin
wider die Verſtopfung der Nieren/ Blaſen und Harn Vain
gaͤng gebrauchet/ den verſtandenen Harn/ Grieß undSchleim fort zutreiben und außzuführen. Sie wirdauch für alles Gifft nůͤtzlich eingegeben/ daſſelbig durchden Schweiß außzuführen.—Die Wurtzeln im Mund gekeuet/ zeucht viel ſchleimaus dem Mund/ und mildert das Zahnwehe. Dasthut auch fo man die Wurtzel in Wein ſeudet/ und dar-nach die durchgeſigene Brůh im Mund/ ſo warm mandie leiden kan/ haltet/ und das offtermals reiterirt. DiſeWirckung ſchreibet auch Plinius dem Thyſſelio zu.
Vas XXXII. Cap.Von der Beerenklaue.
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As Kraut Beerentlau genant/ hat eine dicke gerhſ.
Wurtzel/ wie der Fenchel oder Paſtenach/ die
wird etwan Elen lang/ und theilet ſich unten
her in etliche underſchiedliche Wurtzeln aus/ die iſt inn-wendig weiß und voller geeles Saffts/ wie ein dünnHart /gleich wie der Liebſtoͤckel oder Meiſterwurtz/ einesziemlichen guten Geruchs,/ und raͤſen ſcharpffen Ge-ſchmacks auf der Zungen. Die Blaͤtter find ſehr groß/ſchwartzgruͤn und rauch: ein jedes Haubtblatt dieſesGewaͤchs iſt zerſpalten und zertheilet in fuͤnff oderſieben Nebenblaͤtter/ außgeſchnitten/ gleich an der Se-ſtalt einem groſſen Beerenfuß, die Stiel darauff diegemeldten Blaͤtter ſtehen/ iſt jeder eiwan eines mittel-maͤſſigen