Buch 
D. Iacobi Theodori Tabernaemontani Neu vollkommen Kräuter-Buch : darinnen uber 3000. Kräuter, mit schönen und kunstlichen Figuren, auch deren Underscheid und Würckung, samt ihren Namen in mancherley Sprachen, beschrieben : Desgleichen auch, wie dieselbige in allerhand Kranckheiten, beyde der Menschen und des Viehs, sollen angewendet und gebraucht werden, angezeigt wird / erstlichen durch Casparum Bauhinum D. und Profess. Basil. mit vielen neuen Figuren, nutzlichen Artzneyen, und anderem, mit sonderem Fleis gebesseret, zum andern durch Hieronymum Bauhinum, D. und Profess. Basil. mit sehr nutzlichen Marginalien, Synonimis, neuen Registeren und anderem vermehrt
Entstehung
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Das Erſte Buch/ Son Kräutern,

mi ehr wol dieſelbige zu verzehren dann ſolche Artzney

ö. t a=, Schweiß gewaltig.it nr,, Das Krauraller Nof marenkt inte n gemein gr.ch. ſtoſſen/ und wie ein Pflaſter uber gelegt /ſtopfft den uͤbri-n. martzn. gen Fluß der Guͤldenader /miltert die hitzige Geſchwulſt1 des Hin dern und der Feigwarzen.

( pin Sie Wurzel oder das Kraut gleicher geſtalt geſtoſſen

Id AmdgefDWEr und fibergelegt/ hitigt dieSefchwulft und Geſchwer⸗diei,. nicht letchtlich zur Zeitigung mögen gebracht werden.Var/ Gelchtwär Die gemeldte Wurtzel gepuͤlvert/ mit Honig vermi-Ling niinizen.(cher und zu einer Salben temperirt/ reiniget die SeoWe waͤr/ ſo man das darein leget.

.. e n n Hꝛoßmareinkraut geſtoſen, und mit Schweinenö. H ſchmalz temperirt wie ein Pflaſter/heilet Wunden/ ſon O6 man das des Tages zweymal uͤberlegeͤt.

Aa sKeſhmilſt NRoßfmareinkraut geſtoſſen/ und wie ein Pflaſter. uͤbergelegt/ vertreibet alle Geſchwulſt.

Der Saamen zu reinem Pulver geſtoſſen/ und mitBanmoͤle zu einem duͤnnen Saͤlblein temperiret undden Leib damit geſalbet/ treibet den Schweiß. Er iſto Hic auch gut tofder die Brüche/ wider den Krampff undn,, e, das Jlpperſein/ mit Lulichmeel und Eſſig temperiret/n e nr und wie ein Pflaſter uͤbergeleget..| Slechten a6. Der gemelte Saamen zu Pulver geſtoſſen/ und mitEn Biden n gutem Weineſſig temperirt wie ein Sälblein/ vertrei-A. 4 bet Flechten und Flecken der Haut/ des Tages zum we-

%| nigſten zweymal damit gefalbet,.an, gifeigethier Der Dampff der ange uͤndeten Wurtzeln/ vertrei-bet die Schlangen/ und alle andere gifftige Thier.

. Schweishe din

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mn und zu den ſchweiß/ baͤdern gebraucht werden, dann es füre| Glieder, dert den ſchweiß gewaltig/ und erwaͤrmet die erkaltete, Glieder.

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I% es Das VII Ir Cap.

mh Von der Roßmarin.

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Tunillte)I; 9. Eil von den Roßmarintraͤutern an dieſemig Ort gehandelt worden/ und des gemeinen. Roßmarin keine meldung geſchicht/ habe ich. die Hiſtoriam hieher ſetzen wollen/ weil er nicht allein

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A ſchtuſſt/ des Tages einmal oder drey warm CS hilfft F um der Kraͤnge willen/ von den Jungfrauen in den

Gaͤrten gezielet wird/ ſondern auch in der Artzney ein

nützlich Kraut iſt.

Roßmarin iſt ein holtzechtiger Staud mit vielen klei-nen Reißlein/ die ein welßlechte Rinden haben/ die findmit langen/ ſchmalen/ dicken Blaͤttlein beſetzt/ die untengegen der Erden gantz weiß oder graulecht/ oben aberfaſt grun und ſtreiffecht. Die Bluͤmlein ſo im Frühlingund Herbſtzeit herfuͤr kommen/ find weißblau, im Ansgriff zaͤhe. Nach der Bluͤt for ein kleiner ſchwartzerSaamen /daraus man Seoͤcklein zielen kan/ wiewol esviel ehe von den Zweiglein gezielet wird/ ſo man dieſel/bigen gegen dem Frühling ſetzet. Die Wurtzel iſt holtz-echt /greiffet weit um ſich auf der Erden.

G Der Roßmarin zu gewiſſer Zeit an jnnge Wachol-

derſtauden gepfropfft/ bleibet deſto lieber über Winterim Felde. Waͤchſet ſonſt gern an Orten/ dahin vielSonne kom̃t. In Franckreich/ in Languedock if ergantz gemein, daß er auch wie ander Holtz im Feur ver-brant wird/ ja auch fo groß/ daß man Lauten/ Tiſch-und anderen Zeug daraus bereitet. Iſt auch erſtlichaus Languedocken in Teutſchland kommen.Reucht wol und ſtarck/ faſt wie Weyrauch/ darumer auch bey den Griechen Libanoris heiſſet/ asCamwricsein. Lateiniſch / Roſmarinum corbna-rium. Arabiſch/ Elkialgeber. Italiaͤniſch Rofmarinocoronario und Ramerino. Hiſpaniſch/ omero. Frantzö-ſiſch/ boſmarin. Teutſch/ Roß warin. Engliſch / SardenRoſemarie. Anguillara wil/ es feye Cneorum ni-grum Theophraſti.(Roſmarinus hortenſis angu-

Das Kraut aller Roßmareintraͤuter mag nuͤtlich H ſtiore folio, C. B. Roſmarinus, Brunf. Trag. Fuch.

Turn. Lon Roſmarinum coronarium, Matt. Ang-(cui& Cneorum Theophr.& Caſia Latinorum]Dod. gal. Lac. Ad. Lob. icon. Cæſ. Lugd. Cam. Eyſt.Libanotis coronaria, Cord. in Dioſcore Gef hort.Caſia nigra Theophr. Dalech. in Plin. HyſſopusHebræorum quibuſdam.]

Von der Natur/ Krafft/ Wirckung und Ei-genſchafft des Roßmarins.Rhmarmm iſt warm und trucken/ zertheilet alle gro-

* be Feuchtigkeit in und auſſerhalb des Leibes: amGeſchmack vermiſcht/ ſcharff/ bitter/ und ein wenig zu»ſammenziehend/ und iſt im Herbſtmonat am tauglich-ſten. Die Bluͤmlein koͤnnen gut und friſch auf zweyJahr erhalten werden/ wann fie zuvor ein wenig in derSonnen/ und hernach vollends im Schatten getruck-net werden.

Innerlicher Gebrauch des Roßmarins.

MC Dßmarin gehoͤret in die Küchen/ Keller und Apo-+*hecfen/ darum daß alle Speiß und Tranck mitRoßmarin bereitet/ lieblich und wol ſchmecken/ auch zuvielen Gebreſten dienlich iſt. ö

Roßmarin ſtaͤrcket das Hirn und allerley Sinn/ iſt Hir(ara,gut wider alle kalte Fluͤß/ und Nranckheiten des Hirns It. Cank-und der Glieder/ als da iſt die Fallendſucht/ Schlaff⸗ Sirus.ſucht/ Tropff/ Laͤhme/Zittern und Unempfindlichkeit.

Roßmarin und Rauten in Wein geſotten/ und ein Fallend ſuchtwenig Pfeffer darunter vermiſchet und getruncken/brauchet man zur Fallenden ſucht.

Roßmarinblaͤttlein die gantze Zeit weil es bluͤhet/ Scherffſamt den Blumen/ mit ein wenig Salt auf einer Seſicht.ſchnitten Brots gelettelt, und alle Morgen nüchtern gtincken dergeſſen/ machet ein gut ſcharff Geſicht: vertreibet auch Athenden ſtinckenden Athem.

Roßmarin gedoͤrret/ zu Pulver geſtoſſen/ und auf Kalter blů-einem gebaͤheten Brot geſſen/ oder das Pulver mit der Magen.MalvaTſier getruncken/ iſt gut dem kalten blöden Margen/ weſcher die ſpeiß nicht kan behalten.

Roßmarin und Hirtzzung über Nacht in Wein ge Geelſucht.legt und davon getruncken/ benim̃t die Geelſucht.

Roßmarin in Wein oder Waſſer geſotten/ zu Moregens fruͤh getruncken/ und nach etlichen Tagen 6.

. ad

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