Buch 
D. Iacobi Theodori Tabernaemontani Neu vollkommen Kräuter-Buch : darinnen uber 3000. Kräuter, mit schönen und kunstlichen Figuren, auch deren Underscheid und Würckung, samt ihren Namen in mancherley Sprachen, beschrieben : Desgleichen auch, wie dieselbige in allerhand Kranckheiten, beyde der Menschen und des Viehs, sollen angewendet und gebraucht werden, angezeigt wird / erstlichen durch Casparum Bauhinum D. und Profess. Basil. mit vielen neuen Figuren, nutzlichen Artzneyen, und anderem, mit sonderem Fleis gebesseret, zum andern durch Hieronymum Bauhinum, D. und Profess. Basil. mit sehr nutzlichen Marginalien, Synonimis, neuen Registeren und anderem vermehrt
Entstehung
JPEG-Download
 

I M: Schaar Hir wur.1 htaſti nigra III..,, a ö 33

kel

\A

8.A R

X

,

SGSSchwartzwald/ in ſteinechtigem kauhem Erdreich/ undauff den Wieſen die im Sebirg ligen/ in vielen Ortenö. Teutſchlanddd..|

n. II. Das zweyte und gröffer Geſchlecht/ iſt mit der

n e eye und gröffer Sefhleche i nmͤ. Wurtzel/Stengel/ Blumen und Saamen/ dem jetege-

breiter/ und groͤſſer find und glantzend/ und daß derSaamen ein wenig gekamt iſt. Sonſt wird auch die-ſes Gewaͤchs an aller feiner Subſtantz groͤſer dann dasvorige/ aber ſo viel den Geruch und Geſchmack belan-gen thut/ ſo iſt er dem vorigen durchaus gleich/ wolrie-chend/ ſcharff und raͤſet

J DEE FLTER

ur, II, Das dritte Geſchlecht ſchtwartz Hirtzwuntz gesfi D nant, hatein lange ſchwarte und dicke Wurfel ble har. ein rauhen haarechtigen Crank über der Erden/ gleichtvie die weis Hirtzwurtz/ die Blaͤtter ſeynd kleiner/ dann

| die Blaͤtter des erſten/ dem Waſſereppich aͤhnlich/ undein wenig groͤſſer als der Peterlein/ der Stengel wirdElen lang/ und auch etwan groͤſſer oder Anger, iſt mit| Gewerben unterſcheiden, wie der Stengel der weiflenHirtzwurtz der hat auch feine Nebenzweyglein, auffwelchen Cronen oder Schathüttlein wachſen/ den Cro-nen des wilden Paſtenachs ahnlich/ darauff wachſenweiſe Blümlein, und ein Saamen dem Dillſamengleich/ iſt aber etwas volltommenlicher/ der if} wie dieWurzel/ wolriehend wie Weyrauch und hannig/ und

|; ſcharff am Geſchmack. Dieſes Kraut waͤchſt in demx hohen Gebirg auf dem Schwartztwald/ deßgleichen in E dem Elſaſſiſchen und Vehſch Gebirg/ und andern vies

len Orten Teutſchlands.

..ZZ 23

Das Erſte Buch/ von Kraͤutern.

mwmeldten gleich, außgenommen daß die Blaͤtter dicker/

1

IV. Das vierdte Geſchlecht der Weyrauchtwurt/

. Ivy.Qui welches das zweyte und unfruchtbar Geſchlecht Theo-phraſti iſt/ſhreibet Theophraſtus lib. 9. cap.. daßes dem bittetn wilden Lattich aͤhnlich ey?/ außgenom-men daß die Blaͤtter rauher anzugteiffen/ und weiſſerfind mit einer kurzen Wurgel/ ind daß daſſelbe Krauteingenommen oder getruncken/ uͤbetſich und unterſichPurgiere und daß es an wüſten ſteinechtigen Ortenwachſe. Nun woaͤchſt bey uns im Oſtwalb/ Schwartz­ wald , und Speſſart, wie auch im Gebirge des Wah,gans/ ein Kraut in den dunckeln und finſtern Wal,

513

phrafti Lactuegcea IV.

2*.

IV. Wald Lattich.An Libanoris The

ee me ,, e,, mer,.

; CS).

8

den/ in wuͤſten kenechtigen Kräften der Berg/ td

Elen lang/ iſt mit der Geſtalt der Blaͤrter der Gaͤnß-zung oder wilden Lattich ahnlich/ die find ettwas ſiecht-grüner/ doch mit den Stenglen und Stachlen dem

wilden Lattich durchaus gleich/ die gewin net gegen dem

Auguſto dunckele/ hraunrothe Blůmlein/ der Sameniſt dem Saamen des wilden Lattichs gleich/ der fleuchtdarnach mit einem grauen Haar dar von, wie die anadern Saamen aller Latttchkraäͤuter/ die Wurtzel iſt kuttz/ſchwartzroth und voller Zaſeln. Wann nun dieſes Sea

ſchlecht nicht Blumen und Saamen braͤchte/ ſo wolteich kuͤhnlich ſagen/ daß dieſes Kraut das Sterilis Liba-

notis Theophtaſti were, weil es aber Blumen brin-get/ muß ich es in Zweiffel ſetzn, Und mag wol ſeyn/daß eben Theophtraſtus dieſes Kraut verſtanden habe -und die Blumen nie geſehen/ wie ich dann bekennenmuß/ daß ich in ſechs gan tze Jahr dieſem Kraut nach-

gangen/ und mich ſehr hem het, zu erkündigen/ ob es

Blumen trage oder nicht, habe es aber mit Blumennie finden koͤnnen/ und gänklich darfuͤr gehalten/ daßes keine Blumen bringe/ wie ichs dann auch ohne Blu-men hab laſſen abreiſſen wie hierbey zu ſehen it. Nachdem ich aber im Jahr achtzig ſechs/ im Oſtwald hin undwider Kraͤuter ſuchte, fand ich etliche Staͤudlein dieſesGewaͤchs/ mit den obgenanten Blumen im Ende desAuguſti, deren Gipffel ich darnach zu dem vorigen Absrif abreiſſen laſſen/ wie hierbey zu ſehen iſt/ und habe

K dieſes Krauts Blumen/ welches mir über die viertzig

Jahr bekant geweſen zuvor nie geſehen/ mag daruͤbe?anderer Urtheil gern hören. Deſſen thut er wiederumMeldung/ unten in der 5. Sert. am 28, Capit. WildSonchenkraut/ das tritt nennende.]

Von dem Namen der Hirtzwurtz

Wet haben hiebevor in dem nechſten Capitel Sig

. Roßmareinkraͤuter/ oder Wehrauchwurtz Diosſcotidis beſchrieben/ ſo hat wollen die Nothdutfft er-fordern/ die Roßmareinktaͤuter oder Weyrauchwur-klen Theophraſti, hie in dieſem Ort auch zu beſchrel-ben/ ſinten al die der Form und Geſtalt halben ein groſſe

Dd Ungleich-

,