Buch 
D. Iacobi Theodori Tabernaemontani Neu vollkommen Kräuter-Buch : darinnen uber 3000. Kräuter, mit schönen und kunstlichen Figuren, auch deren Underscheid und Würckung, samt ihren Namen in mancherley Sprachen, beschrieben : Desgleichen auch, wie dieselbige in allerhand Kranckheiten, beyde der Menschen und des Viehs, sollen angewendet und gebraucht werden, angezeigt wird / erstlichen durch Casparum Bauhinum D. und Profess. Basil. mit vielen neuen Figuren, nutzlichen Artzneyen, und anderem, mit sonderem Fleis gebesseret, zum andern durch Hieronymum Bauhinum, D. und Profess. Basil. mit sehr nutzlichen Marginalien, Synonimis, neuen Registeren und anderem vermehrt
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Das Erſte Buch/ Von Kraͤutern.69 A Jer g, nd,

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und findet man ſelten über drey Blaͤtter an einem ſten-gel/ alſo daß über neun Blaͤtter an dem ſtengel nicht ge-ſchen werden/ die find von Farben ſchwartzgruͤn. DieBluͤmlein find den vorigen der Form und Geſtalt hal-ben gleich/ aber von Farb bleichgr un/ die Hoͤrnlein oderſchöͤtlein die nach den Blümlein wach en darinnen detSaamen verborgen ligt/ ſind den andern ſchoͤtlein auchgleich/ find allein etwas laͤnger und ſpitiger. Dieſesblüher wie die andern Zahntraͤuter/ im Ende des April-len und im Mayen. Es waͤchſt in den Gebirgen un dun-ckeln Orten und Waͤlden/ wie die vorigen Geſchlechte.Von den Namen der Zahnkräuter.

Es haben die Zahnkraͤuter ihren Namen daher bes

förfien, daß die Knoͤdlein oder Gleichlein der Wur-

D tzeln/ wann ſie von einander abgeſoͤndert und zerleget

werden/ den Menſchen⸗zaͤhnen aͤhnlich find. Was aberdie gemelbten Kräuter bey den alten Aertzten für Nasmen gehabt haben/ oder ob ihnen dieſelben bekant gewe-ſen oder nicht/ iſt von niemand noch angezeiget worden.Unſere Kraͤutler nennen fie gemeiniglich Dentarias;um der obenerzehlten Urſachen willen.

J. Das erſte Geſchlecht wird von ihnen genannt/Conſolida dentaria, Symphytum dentarium, Sa-nicula dentaria und Bentaria quinquefolia. Ræem-bertus Dodon.nennet alle Zahnkraͤuter/ deren er zweyheſchrieben hat/ Violas dentarias, die veil die Blumenderſelben Kräuter den braunen Garten, veyeln gleich

ſind. Dentaria pentaphyllos, C. B. Camer. Ger.

E minor, Matth . Lug. minor altera, Cæſal. Saxifragamontana quinis foliis, Geſn. Sanicula alba,& Pul-monaria quorundam, Eidem hort. CoralloidesCotdi, Thal. Cui& Rhizocorallum. Viola denta-ria prima, Dod. Dentellaria rubra Dalec. Lug. Ne-moralis alpina herbariorum Alahaſtrites, Ad. Lob.ico. dentaria ſexta, pentaph)yllos prima, Cluſſhiſt.]

II. Das zweyte Geſchlecht wird von Valerio Cor-do Coralloides genant/ und von andern Kraͤutlern/Symphytum Coralloides, Con ſolica corall ina, utSanicula corallina dfeweil die Wurtzel den weiſſenCorallenzincken etlicher maſſen der Geſtalt halben aͤhn-lich find. Es wird auch von etlichen A] baſtrites Al-Pina genant. Dentaria heptaphyllos, C. B. Cluſ.

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F hiſt.& pan. Sax ifragæ montana alia ſpecies, Geſn.

hort. Alabaſtrites altera, Lobel. icon.& obſ. Cora!loides altera Cordo, Viola dentaria altera, Dod.

Dentellaria altera, Lugd. Aconiti lpcoctoni genus

aliud Dalech. Lug. Dentaria major, Cæſ.] Teutfch/Corallenwurt/ Corallenguntzel und Corallenſanickel.Engliſch / Seaven leafed toothed Violet]

III. Das dritte Geſchlecht wird von den Kraͤut-lern/ Coralloides altera, Lentaria Corallina alte-ra, und Dentaria quinquefolia altera genant Eng.liſch/ Fine leafed toothed violet.]

IV. Das vierte Geſchlecht wird von den Kraͤut-lern/ Nenraria ſeptifolia, und Dentaria Heptaphyl-los genant. Dentaria heptaphyllos haccifera, C- B.

G Cluſ.pan.&chiſt.hulbifera, Lob. ic.& obſ. Cam. Ger.

Coralloides alia ſpecies; Cord, hiſt. Dentaria mi-nor, Cæſ. ſeprifolia, Ger(Engliſch / Toothed Violet.V. Das fuͤnffte Geſchlecht wird[Engliſch/Corall toothed Violet/ von den Kraͤutlern Dentaria trifo-lia, dieweil es an einem Stiel nur drey Blaͤtter hat/Dentaria Enneaphyllos, ſintemal es gemeinlich nurneun Blaͤtter an einem Stengel hat /genant.[Dentasa triphyllos, C. B. Enneaphyllos, Lob. ic.& obſ-Dentaria Goralloide radice 2. Cluſ. pan. Ger. Den-taria, Caſtor. qui nta Te/PDuA Ss, Clußhift.Cerastia Plinii, Col.] e

Von der Natur/ Krafft/ Wirckung und Ci

genſchafft der Zahnkraͤuter.Alle Geſchlecht der Zahnkraͤuter/ haben ein waͤrmen-de und trucknende Natur/ mit einer kleinen Zus

H ſam̃enziehung/ wie die Sanickelkraͤuter/ und ſind warm

und trucken im zweyten Grad. Werden heutiges Tasges zu den Wunden und Schaͤden gebrauchet/ wie dieSanickeltraͤuter. 4Innerlicher Gebrauch der Zahnkraͤuter-

(le Zahntraͤuter werden hoͤchlich gelobet/ zu denBrüchen und allen innerlichen Wunden. Zu denBruͤchen ſoll mans zu Pulver ſtoſſen/ und viertzig Taglang nach einander des Morgens frühe nüchtern, einhalb Loht mit gediſtillirtem Wallwurtzwwaſſer/ oder inmangel deſſen/ der geſottenen Brühen von der Wur-Bel zertrieben/ trincken/ und darauf drey Stund nůͤch-tern bleiben. Das Kraut aber ſoll man auß wendig wieein Pflaſter auf den Bruch legen/ und mit Gebaͤnd wolverſorgen daß der Bruch darinnen bleibe. Werdenauch heilſamlich zu den Wundtraͤncken gebraucht/ undnuͤtzliche Wundoͤle und Pflaſter daraus gemacht.

Das XVI. Gap.Von den Benedietenkraͤutern.A Er Benedictenkraͤuter haben wir vier unter-ſſchiedliche Geſchlechter/ wiewol gemeiniglichnur eines heutiges Tages im Gebrauch derArtzney iſt.

J. Das erſte und gebraͤuchlichſte Geſchlecht hat eine Benebiete-

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zaſechtige Wurtze/ die iſt etwan kleinen Fingers dick/ iſt ltaut.

unten ſtumpf als wann fie abgebiſſen waͤre/ oder in derErden abgefauler/ von Farben auſſerhalb ſchwartz undin wendig rohtfarb. Dieſe Wurtzel hat einen ſonderli-

K chen lieblichen und anmuͤhtigen Geruch, gleich wie die

Naͤglein/ ſie ſeye gleich grun oder dur/ fuͤrnemlich aberwann fie im Merken gegraben wird/ darnach wol gesſaͤubert/ und im ſchattechtigen Lufft aufgetrucknet undgedoͤrit. Die Blaͤtter find rund /eckechtig/ gerings umgekerfft und tteff zerſpalten wie die Erdbeerblaͤtter/ vonFarben gruͤn und am gtiff tauch/ wie die Blaͤtter derOdermenig/ deren wachſen gemeiniglich untenher fünfan einem fiel, unter denen ſeyn die unterſten ſehr klein/und deren find zwey gegen einander uͤber geſetz/ die oͤbet-ſten aber ſind groß/ werden doch den Stengel hinaufkleiner. Dieſes Gewaͤchs bringet alle Jahr ein neuenStengel neben dem alten/ der l. Winter uͤher ö