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Das Erſte Buch/ Von Kraͤutern.69 A Jer g, nd,
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und findet man ſelten über drey Blaͤtter an einem ſten-gel/ alſo daß über neun Blaͤtter an dem ſtengel nicht ge-ſchen werden/ die find von Farben ſchwartzgruͤn. DieBluͤmlein find den vorigen der Form und Geſtalt hal-ben gleich/ aber von Farb bleichgr un/ die Hoͤrnlein oderſchöͤtlein die nach den Blümlein wach en darinnen detSaamen verborgen ligt/ ſind den andern ſchoͤtlein auchgleich/ find allein etwas laͤnger und ſpitiger. Dieſesblüher wie die andern Zahntraͤuter/ im Ende des April-len und im Mayen. Es waͤchſt in den Gebirgen un dun-ckeln Orten und Waͤlden/ wie die vorigen Geſchlechte.Von den Namen der Zahnkräuter.
Es haben die Zahnkraͤuter ihren Namen daher bes
förfien, daß die Knoͤdlein oder Gleichlein der Wur-
D tzeln/ wann ſie von einander abgeſoͤndert und zerleget
werden/ den Menſchen⸗zaͤhnen aͤhnlich find. Was aberdie gemelbten Kräuter bey den alten Aertzten für Nasmen gehabt haben/ oder ob ihnen dieſelben bekant gewe-ſen oder nicht/ iſt von niemand noch angezeiget worden.Unſere Kraͤutler nennen fie gemeiniglich Dentarias;um der obenerzehlten Urſachen willen.
J. Das erſte Geſchlecht wird von ihnen genannt/Conſolida dentaria, Symphytum dentarium, Sa-nicula dentaria und Bentaria quinquefolia. Ræem-bertus Dodon.nennet alle Zahnkraͤuter/ deren er zweyheſchrieben hat/ Violas dentarias, die veil die Blumenderſelben Kräuter den braunen Garten, veyeln gleich
ſind. Dentaria pentaphyllos, C. B. Camer. Ger.
E minor, Matth . Lug. minor altera, Cæſal. Saxifragamontana quinis foliis, Geſn. Sanicula alba,& Pul-monaria quorundam, Eidem hort. CoralloidesCotdi, Thal. Cui& Rhizocorallum. Viola denta-ria prima, Dod. Dentellaria rubra Dalec. Lug. Ne-moralis alpina herbariorum Alahaſtrites, Ad. Lob.ico. dentaria ſexta, pentaph)yllos prima, Cluſſhiſt.]
II. Das zweyte Geſchlecht wird von Valerio Cor-do Coralloides genant/ und von andern Kraͤutlern/Symphytum Coralloides, Con ſolica corall ina, utSanicula corallina dfeweil die Wurtzel den weiſſenCorallenzincken etlicher maſſen der Geſtalt halben aͤhn-lich find. Es wird auch von etlichen A] baſtrites Al-Pina genant. Dentaria heptaphyllos, C. B. Cluſ.
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F hiſt.& pan. Sax ifragæ montana alia ſpecies, Geſn.
hort. Alabaſtrites altera, Lobel. icon.& obſ. Cora!loides altera Cordo, Viola dentaria altera, Dod.
Dentellaria altera, Lugd. Aconiti lpcoctoni genus
aliud Dalech. Lug. Dentaria major, Cæſ.] Teutfch/Corallenwurt/ Corallenguntzel und Corallenſanickel.Engliſch / Seaven leafed toothed Violet]
III. Das dritte Geſchlecht wird von den Kraͤut-lern/ Coralloides altera, Lentaria Corallina alte-ra, und Dentaria quinquefolia altera genant Eng.liſch/ Fine leafed toothed violet.]
IV. Das vierte Geſchlecht wird von den Kraͤut-lern/ Nenraria ſeptifolia, und Dentaria Heptaphyl-los genant. ¶ Dentaria heptaphyllos haccifera, C- B.
G Cluſ.pan.&chiſt.hulbifera, Lob. ic.& obſ. Cam. Ger.
Coralloides alia ſpecies; Cord, hiſt. Dentaria mi-nor, Cæſ. ſeprifolia, Ger(Engliſch / Toothed Violet.V. Das fuͤnffte Geſchlecht wird[Engliſch/Corall toothed Violet/ von den Kraͤutlern Dentaria trifo-lia, dieweil es an einem Stiel nur drey Blaͤtter hat/ uñDentaria Enneaphyllos, ſintemal es gemeinlich nurneun Blaͤtter an einem Stengel hat /genant.[Dentasa triphyllos, C. B. Enneaphyllos, Lob. ic.& obſ-Dentaria Goralloide radice 2. Cluſ. pan. Ger. Den-taria, Caſtor. qui nta Te/PDuA Ss, Clußhift.Cerastia Plinii, Col.] e
Von der Natur/ Krafft/ Wirckung und Ci
genſchafft der Zahnkraͤuter.Alle Geſchlecht der Zahnkraͤuter/ haben ein waͤrmen-de und trucknende Natur/ mit einer kleinen Zus
H ſam̃enziehung/ wie die Sanickelkraͤuter/ und ſind warm
und trucken im zweyten Grad. Werden heutiges Tasges zu den Wunden und Schaͤden gebrauchet/ wie dieSanickeltraͤuter. 4Innerlicher Gebrauch der Zahnkraͤuter-
(le Zahntraͤuter werden hoͤchlich gelobet/ zu denBrüchen und allen innerlichen Wunden. Zu denBruͤchen ſoll mans zu Pulver ſtoſſen/ und viertzig Taglang nach einander des Morgens frühe nüchtern, einhalb Loht mit gediſtillirtem Wallwurtzwwaſſer/ oder inmangel deſſen/ der geſottenen Brühen von der Wur-Bel zertrieben/ trincken/ und darauf drey Stund nůͤch-tern bleiben. Das Kraut aber ſoll man auß wendig wieein Pflaſter auf den Bruch legen/ und mit Gebaͤnd wolverſorgen daß der Bruch darinnen bleibe. Werdenauch heilſamlich zu den Wundtraͤncken gebraucht/ undnuͤtzliche Wundoͤle und Pflaſter daraus gemacht.
Das XVI. Gap.Von den Benedietenkraͤutern.A Er Benedictenkraͤuter haben wir vier unter-ſſchiedliche Geſchlechter/ wiewol gemeiniglichnur eines heutiges Tages im Gebrauch derArtzney iſt.
J. Das erſte und gebraͤuchlichſte Geſchlecht hat eine Benebiete-
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zaſechtige Wurtze/ die iſt etwan kleinen Fingers dick/ iſt ltaut.
unten ſtumpf als wann fie abgebiſſen waͤre/ oder in derErden abgefauler/ von Farben auſſerhalb ſchwartz undin wendig rohtfarb. Dieſe Wurtzel hat einen ſonderli-
K chen lieblichen und anmuͤhtigen Geruch, gleich wie die
Naͤglein/ ſie ſeye gleich grun oder dur/ fuͤrnemlich aberwann fie im Merken gegraben wird/ darnach wol gesſaͤubert/ und im ſchattechtigen Lufft aufgetrucknet undgedoͤrit. Die Blaͤtter find rund /eckechtig/ gerings umgekerfft und tteff zerſpalten wie die Erdbeerblaͤtter/ vonFarben gruͤn und am gtiff tauch/ wie die Blaͤtter derOdermenig/ deren wachſen gemeiniglich untenher fünfan einem fiel, unter denen ſeyn die unterſten ſehr klein/und deren find zwey gegen einander uͤber geſetz/ die oͤbet-ſten aber ſind groß/ werden doch den Stengel hinaufkleiner. Dieſes Gewaͤchs bringet alle Jahr ein neuenStengel neben dem alten/ der l. Winter uͤher ö