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Schaden der
⸗.Das Erſte Buch/renden Blaͤtter von den Eglentier Roſen/ Fde. jedes ein halbe Handvoll.Stuck ſoll man fein zerſchneiden/ undLoth friſcher 3.ja aroblecht geſtoſſen/ ſolches alles wol durcheinander. zwey gleiche theil ab wiegen/ das eineheil in eine Kante oder zinnen Flaͤſdche thun, dariiberſchittten ein Maß weiſſen Wein oder Bier die Kanteam Ranfft wol verlutieren/ und darnach vier Stundenin einem Keſſcl mit Waſſer ſieden laſſen/ folgends auchobgemeldter maſſen gebrauchen..Euſſerlicher Gebrauch der Kůnigundkraͤuter.Be obgemeldte Kräuter werden aͤuſſerlich nuͤt-lich zu allen Wunden und Schäden gebrauchet/hReenſhen B derotyegen ihnen die Wundaͤrtzte ſolche Kräuter ſollenun Bich® laſſen befohlen ſeyn/ Wundwaſſer/ Balſam/ Salben/und Wundpfiaſter darvon zu bereiten/ dann ſie beideherꝛlich Wundtraͤuter find/ Wunden und Schädenan Menſchen und Vieh damit zuheilen Dann es iſt vonden Jaͤgern wargenomen worden/ daß die verwundtenHirt das Kuͤnigundkraut eſſen/ und ſich damit heilen/daher es auch Hirtzwundkraut genant iſt worden.Waſſerdoſt in Waſſer geſotten/ und ein LendenbadDünn der daraus gemacht/ darinnen des Tages zweymal/ jedes -Wit mal auf die anderthalb Stunden gebadet, bringet den
Weihern die verſtandene Blumen wieder zu recht. Das
thut auch der Dampff von dem geſottenen Kraut/ ſo ein
Weib ſich darüber ſetzet/ und denſelben durch ein Rohr
zu ſich in die Mutter empfaͤhet/ des Tags zweymal.
Beide obgemeldte Kräuter ein jedes vor ſich ſelbſt-‚— oder aber beide zu gleichem theil vermiſchet/ in Weinund Waſſer geſotten/ die faulen Wunden und Schäeden damit außgewaͤſchen/ und die Kraͤuter darnach ge-Zeitigen, ſtoſen/ und wie ein Pꝛlaſter darüber geſchlagen, wey-Heilen. chen, zeitigen/ reinigen und heilen/ ziehen viel Fleiſch/Fleiſch iehſ und möͤgen vor andern Wund⸗ und Schadenkraͤuternohn einigen Nachtheil und Schaden/ innerlich undaͤuſſerlich gebrauchet werden.
Der ausgepreſte Safft von dem Waſſerdoſt/ mitEſſig und Salt vermiſcht/ oder durcheinander tempe-riert/ und das grindig/ fluſſig Haubt des Tages einmaloder iij. beſtriehen und geſalbt/ heilet allen boͤſen Grind.Der Rauch oder Dampff des angezuͤndten Waſſer-kungezieffer doſts/vertreibet die Schlangen und alles Ungeziffer.
Waſſerdoſt in Wein oder Waſſer geſotten/beilet die 5Gifftiger Biß der Schlangen und ander gifftiger Thier fo manThier Biß. die Biß und Wunden des Tages einmal darmit auß-waͤſchet/ und das geſtoſſen Kraut pflaſtersweiß darüberleget/ und ſo offt es trucken wird/ wieder erfriſchet.
Waſſerdoſt gediſtilliert Waſſer. Herbæ Ku-nigundis aqua ſtillatitia.As Waſſer von dem Waſſerdoſt/ fol im Ende desBrachmonats oder Heumonats/ wann es in ſei-ner vollkommlichen Blüht und zeitigung iſt/ gediſtillirtwerden. Man nim̃t die Stengel mit den Blattern undBlumen /hackt fie aufs kleineſte/ darnach diſtilliert manes ſaͤnfftiglich in Balneo Maria, wann das geſchehen/nimmt man der Blaͤtter und Blumen des Krauts/ imLufft getrucknet und gedoͤrꝛet/ zu einem groblechtigenE Pulver geſtoſſen/ und vermiſcht mit jeder Maß des aediſtillierten Waſſers/ des gemeldten Pulvers iiij. Unt/laſſets miteinander in einem warmen Balneo Mariæin ein Kolben gethan/ vier und zwantzig Stunden bey-tzen/ darnach zeucht mans ab in Balneo Mariæ, zumandermal/ und ſetzet es in einem wol vermachten Glaßſeine Zeit in die Sonn zu rectificieren/ darnach verwah-ret man es zum Gebrauch..
Innerlicher Gebrauch des KuͤnigundkrautWaſſers.deher Arc, K
A geleinjunge rothe WAlle gemeldtedarzu thun ilij.
Wunden uñ
Weichen.
Grind desHaubts.
Unigundtrautwaſſer hat ein beſondere Krafft undEigenſchafft die Leber zu ſtaͤrcken und ihre Wire
G ſtatt eines Wundtrancks
Von Kraͤutern⸗ 339
ckung zu kraͤfftigen/ es eröffnet und loͤſet auf alle ver,ſtopffungen derſelbigen/ desgleichen des Miltzes/ und eleheimlicher Gaͤng der Adern es benif̃t die böͤſe Tod, Zodteniarbefenfarb/ und den grünen Siechtag Cachexiam, und&i htandie anfahende Waſſerſucht/ desgleichen alle Fieber die. Jvon Verſtopffung der Leber und des Miltzes verurſa⸗ Seite undchet werden/ verzehret allen innerlichen Schleim im Adern.leib und in den Adern/ für dert die weibliche Monatblu, Zeemen/ zertheilet die Geelſucht/ treiber den Harn/ erwaͤrmt Harn.
die geber/ Nieren und Blaſen/ und verhuͤtet daß der Stein.
Erhfflitſſ.
Stein nicht wachſe/ alle Morgen und Abend/ jedesmal
iiij. oder v. Loth getruncken.
Es iſt auch ein heilſames Waſſer die friſche Wun⸗ Friſcheden zur Heilung zu fürdern/ obgemeldter maſſen an Wundengetruncken/ und ſeinen Wein
damit vermiſchet.Euſſerlicher Gebrauch des KuͤnigundkrautWaſſers.DE Mund mit Kunigundkrautwaſſer offtermals a6 le,ausgewaͤſchen und geſpuͤhlet/ auch den Halß wol.damit gegurgelt/ vertreihet alle Verſehrung und heilet Blatter eitdie Mundfaͤnle/ und faule Locher des Halß/ des gleichen des Runderdas Eſſen und Blaͤtterlein des Mundes. -Die Geſchwer und Verſehrung des Maͤnnlichen Gſchwer ttbGlieds/ und der heimlichen Oerter der Maͤnner und öFrauen/ offtermals mit gewaͤſchen und gereiniget/ auch 9 l.leinine Tüchlein darinn genetzet und daruͤher geleget/Heiler ſie fein und ſauber in kurtzer Zeit.
H Syrup vom Kuͤnigundkraut. Syrupus
Eu patorij A vicennæ.Aus dem Kuͤnigundkraut machet man auch einenherzlichen Syrup: Man nim̃t des ausgepreſtenfriſchen gelaͤuterten Saffts des Klinigundkrauts/ dreyPfund /weiſſen fein Zucker/ jj pfund/ ſolches laſſet manſittiglich zergehen/ und über einer linden Gluth gemaͤh-lich ſieden/ im ſieden verſchaͤumet man es und laͤutertsmit einem zerklopfften Eyerweiß/ wann es nun die dickeeines Syrups bekommen hat/ ſo ſeihet man es durchein ſauber wuͤllin Tuch/ und verwahret den Syrup ineiner Porcellanbuůchſen zum Gebrauch. Dieſer Syrup gdienet zu allen Mängeln der Leber/ deßgleichen zu allen Mängel,obenerzehlten Kranckheiten. Deſſen brauchet man ij.Untzen auf einmal.Außgezogener Kuͤnigundkraut Syrup. Eu-
patorij Avicennæ extractionis Syrupus.Aus dem duͤrꝛen Waſſerdoſt/ wird ein außgezogenerSyrup gemacht/ wie aus der Adermenig/ der wirdaus dem Kraut/ Stengel/ Blumen und der Wurtzelgleicher geſtalt bereitet. Der dienet wider alle obgemel-dete Gebrechen/ wie der Syrup/ ſo von dem Safft be-reitet wird/ außgenommen daß man deſſen nur j. Loth
oder j. Loͤffel voll auf einmal mit dem gediſtillirten waſ-ſer/ oder mit einem andern bequemen Safft brauchet.
Kuͤnigundkraut Saltz. Herbæ Kuni-gundis. Sal.Aus dem gedoͤrꝛeten und aufgetruckneten Krautdes Kůͤnigundkrauts/ wird auch ein koͤſtlich Saltgemacht/ das bereitet man aus der Subſtantz des gan-gen Krauts/ wie man das Wermuthſaltz und andererKräuter Saltz zu bereiten pfleget. Das dienet inſon-derheit wider die Seſchwulſt der Leber/ des Miltzs/ den Geſchtz uigrünen Siechtagen und die Waſſerſucht/ darvon gibt U,man einen halben ſcrupel oder ſechſten theil eins quint⸗ Grünleins mit Wein/ oder ein wenig Künigundtrautwa⸗ Set et,ſers/ oder aber mit einem andern bequemen Waſſer.;Es wird auch faſt nuͤtzlich zu den gemeldten und vielenandern Gebrechen/ mit andern Artzeneyen vermi-ſchet/ wie die Medici Practici ſolches wol zu vermi-ſchen wiſſen.Ff ij Kuůni-