Buch 
D. Iacobi Theodori Tabernaemontani Neu vollkommen Kräuter-Buch : darinnen uber 3000. Kräuter, mit schönen und kunstlichen Figuren, auch deren Underscheid und Würckung, samt ihren Namen in mancherley Sprachen, beschrieben : Desgleichen auch, wie dieselbige in allerhand Kranckheiten, beyde der Menschen und des Viehs, sollen angewendet und gebraucht werden, angezeigt wird / erstlichen durch Casparum Bauhinum D. und Profess. Basil. mit vielen neuen Figuren, nutzlichen Artzneyen, und anderem, mit sonderem Fleis gebesseret, zum andern durch Hieronymum Bauhinum, D. und Profess. Basil. mit sehr nutzlichen Marginalien, Synonimis, neuen Registeren und anderem vermehrt
Entstehung
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Das XXVII. Gap.Von dem Hirſchen.* Es Hirſchens haben wir heutigs Tags zwey= Geſchlecht/ nemlich den gemeinen Hirſchen/Ce g den man taͤglich in der Speiß gebrauchet/und dann den ſchwartzen/ der in furgen Jah-ren uns auch bekannt worden iſt.

J. Der gemeine Hirſchen keimet bald/ nach dem erin das Erdreich geſaͤet wird/ herfuͤr/ und ſtetget in kur-

zer zeit in die Stengel/ die find dick mit ſieben oder viij.Gewerben und Gleichen unterſcheiden/ die Blaͤtterfind den Rohrblaͤttern aͤhnlich/ die Aeher ſchlieffen

aus einer graßechtigen Scheiden/ find gantz drau⸗]

ſchelechtig und zottechtig wie Aeher des gemeinen Deck-

rohrs/ bluͤhet braun/ aus der Bluͤht werden kleine/

runde und veſte geelbechtige Koͤrnlein/ deren ein jedeszwiſchen zweyen dünnen, fliegenden Blaͤtlein beſetztiſt: Die Wurtzel it gantz zaſechtig/ man ſaͤet die imMertzen und im Aprillen. Etliche ſaͤen ihn auch besJahrs zweymal/ nemlich im Glentzen/ und darnachim anfang des Brachmonats. Heſiodus aber hat zualler Sommerſaat die erſte zeit des Glenzen/ das iſtum die Sommer Sonnen wend/ wann die Pleiadesoder die Sternen Vergiliæ aufgehen/ fuͤr andert Zeiterwehlet/ welche Zeit auch viel Baulent dem Hirſchenachten bequemer ſeyn. Es waͤchſt gern an ſandechti-gem feuchten Erdreich ſonderlich aber in feuchten

Stengel aber iſt glatt und nicht haarechtig/ auch mitGleichen unterſcheiden/ und wird der Saamen Kol-ſchwartz und glatt/ iſt an der Geſtalt und Form langechtiger dann der gemein Hirſchen/ und iſt aber das in-ner Kernlein weiſſer dann der ander Hirſchen. Dieſerwird von wegen der Seltzamkeit bey uns noch zur zeitallein in die Gärten geſaͤet. Dieſer Hirſchen muß ſtaͤtiggejetten/ und von dem Untraut gereiniget werden.Von den Namen des Hirſchens.S wird der Hirſchen von den alten GriechiſchenAertzten Kenz é genannt/ von HippocrateNac Mn von He, und von den neuenGriechiſchen Acktzten/ Assy. Lateiniſch heiſſet er Cen=chrus und Milium, von Strabone, Cenchris, vonden Kraͤutlern aber von den Griechiſchen Namen ba-ſpale oder Pafpalus Hippocratis und Piſtum. Mi-lium ſemine luteo vel albo, C. B Milium, Brunf.

Trag. Matth . Fuch. Tur. Bod. Cord. in Dioſe. Lac.

Lon. Lob. Caſt. noſtras Lugd. Milium Diofcoti«dis, Theo.& Plin. Cæſ. vulgare, Geſchort. Ad. com-mune, Ang. aureum& album. Cam. II. Miliumſemine nigro, C. 8. Milii nigri ſpecies apud Ori-baſium, Ang. Milium ſemine nigro& latiore Iuba,Lob. obſ. alterum genus è colore nigro deterius,Cæſ. juba ſubinde coloris nigricantis, Dod. ni-grum, Cam. Ger.] Arabiſch heiſſet er bey dem Sera=pione lib. ſimp. c ο2.& 359. Jevers, und Geguers, be)dem Alſahara vio, Agaures hey dem alten Gloſſogra-

E Landſchafften/ als wie im Brurheyn/ der Ober Graff⸗K pho Avicennæ, Algenares, bey dem Haliabbati, Aure-

66.SchwarzerSir,

ſchafft Katzenelenbogen/ welches man das GerauerLäͤndlein nennet/ und derengleichen Orten. Er wil amMorgen fruͤh oder auf den Abend in der Kühle geſaͤet/oder in Grund geworffen werden. Dieſes Zugemüßbedarff keines beſondern groſſen Unkoſtens/ dann einwenig Saamen fůͤllet ein groß ſtück Feldes/ fo baldman den geſaͤet hat/ ſoll man den mit Hurden oder Gesreiß wol bedecken/ damit er nicht von der übrigen Son»nen Hitz aufſpringe oder verderbe..

11. Das ander Geſchlecht hat einen höheren undduͤnnern Stengel, ſonſt mit den Rohrblaͤteren demanderen gleich/ deßgleichen auch mit der Blüht/ der

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ſum und Lauſeſum in lib. de doctrina, Alhari, und beym,. piners, Gechias UN Giaures. Welche Nasmen entweder die Araber von dem Griechiſchen WortCenchros oder Cenchris in ihre Sprach corrumpirt/oder haben die Griechen den Namen Cenchros von derAraber Jeyers oder Ceyers entlehnet/ wie dañ etliche vielmehr Woͤrter die Griechen von andern BarbariſchenVoͤlckern angenom̃en haben. Italtaͤniſch heiſt ber HirßMiglio und Yleglio. Hiſpaniſch/ Millo, Milho und Alijb-Fran zoͤſiſch/ Mil du Mil, Millet, du Millet, und die Sarphoyer/ Citrach. Engliſch / Myll/ Mylen und MilletUngeriſch/ Loles, und der geſtampfft Hirſchen/.Flih-