Buch 
D. Iacobi Theodori Tabernaemontani Neu vollkommen Kräuter-Buch : darinnen uber 3000. Kräuter, mit schönen und kunstlichen Figuren, auch deren Underscheid und Würckung, samt ihren Namen in mancherley Sprachen, beschrieben : Desgleichen auch, wie dieselbige in allerhand Kranckheiten, beyde der Menschen und des Viehs, sollen angewendet und gebraucht werden, angezeigt wird / erstlichen durch Casparum Bauhinum D. und Profess. Basil. mit vielen neuen Figuren, nutzlichen Artzneyen, und anderem, mit sonderem Fleis gebesseret, zum andern durch Hieronymum Bauhinum, D. und Profess. Basil. mit sehr nutzlichen Marginalien, Synonimis, neuen Registeren und anderem vermehrt
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772 D. Jacobi Theodor Tabernaemontant/

A gantz ungleich/ allein daß die Blumen etwas blaulecht P I. Ehrenpreiß.find, wird Griechiſcher Bathengel genennet/ die weil er Veronica.in Græcia zu wachſen pfleget.

Diefes beſchreibet Cluſius alſo: Es erwachſe suZeiten eines Manns hoch/ habe einen Stengel des klei-nen Fingers dick/ fo mit einer weiſſen Haut überzogenſeye/ in wenig Aeſt zertheilet/ allzeit zween gegen einan-der und graulechtig: Die Blaͤtter ſeyen dem groſſenBathengel vaſt gleich/ jedoch groͤſſer und etwas zerkerf-fet/ unten grau/ oben aber ſchwartzgrün/ und ſehr biteter/ die Blum iſt weiß ohne Helm, aus welcher viellanger Faſeln herfuͤr ſchieſſen. Dieſes tachſe auff denBergen bey Calpe , auch in den Hecken/ nicht weit vomMeer bey Beetica, und blühe im Hornung. Dieſes habeich gefunden in Italia auf den Bergen /nicht weit vonB Terracino, welches nicht fo hoch wach et. 8ungh ich;. V. Das fuͤnffte Geſchlecht ſchreibet Cluſius , daß esBathengel, den andern gleich ſeye, fürnemlich dem zweyten Seſchlecht/ allein daß es gar ein zaſechte Wurtzel hat/ traͤ-get feine blaue Blumen oben am ſtengel/ wie der Spi-canard/ und wachſe um Wien in Oeſterreich .Von andern Geſchlechten der Bathengel kan manleſen C. Cluſium lib. 3. obſerv. Pannon. cap. 2.Sie wachſen gemeiniglich auf den Felderen/ inWieſen und neben den Zaͤunen/[ und Ackerreynen]blühen im Majo /etliche im Junio und Julio.Von den Namen.Voß Bathen gel heiſt Griechiſch und Lateiniſch undBoͤhmiſch Teucrium, Frantzöͤſ. Grofe Germandree,

C Welſch rums. II. Teucrium, C. B. Euch. Ang. Dod. Hgal. Cord. in Dioſc. Lac. Lon. Ad. Lob. ic.& obſ. NCæſ.Caſt. verum Geſ.hort. Eyſt. 2. Matt. Lugd. vul-;;gare fruticans, five. Clufhilt latifoliũ. 5 II. Klein Chrenpreiß Weiblein.

Veronica minor fœmina flore candido. I.

mædrys altera ſeu aſſurgens. Dod. Il. Chamædrys ö N

ſuria major anguſtifo ia,&ã. B. altera. Trag vulga-ris mas, Fuch. Tur. Lugd. ſyl. Dod. Teueriũ 1. Matt.Lugd. Hierobotane mina, Dod. gal. Lugd. Pſeu-dochamædrys, Geſ. hort. Teronica ſupina facieTeucrii pratenſis, Lob. ic. Auricula muris 5. Cæſ.Teucrii quarti ſpecies tertia Cluſ.hiſt. Ill. Chamæ-drys ſpuria minor rotundifol. C. B. Chamædrys,Brunf. ſalſa, aliquib. Teucrium, Geſ. hort, vulgaris mina, Fuch. Tur. Lon. Lugd. ſylv. Ger. Cluſchiſt.Hierobota ne mas vel Verbenaca ſupina mas, Dod.gal. Lugd. Teucrii ſpecies, quam Chamædryn vo- Icant, Cord. in Dioſ. Teucriü pratenſe, Ad. Lob. ic&obſ.ſpurium Cham ædryoides, Lob. ic. Pſeudocha-mædrys, Thal. Auricula muris 8. Cæſ. IV, Teu-crium peregrinum fol, ſinuoſo, C. B. Bœticum,Cluſ. hiſp. Lug. Ger. fruticans Bœticum, Cluſchiſt.V. Chamædrys ſpuria minor latifol. C. B. Teucriũ2. vel pannonicum minus, Cluſ- pan. at. 5. Eid. hiſt.

Von der Natur/ Krafft und Eigenſchafftdes Bathengels.

Bruſt ru Dr Bathen gel iſt warm im anderen/ und ruckenmen. im dritten Grad/ iſt bitter wie der Gamanderle.]Ziege en Hat eine gleiche Krafft und Tugend zu erwaͤrmen/ zuMilk ind oͤffnen/ zu treiben/ zu zertheilen und zu ſaͤubern/ wie dieeen Gamanderlein/ raͤumet bie Bruſt gar wol, treiber denben. E Harn und die verſtandene Menſes, verzehrt den Miltz/ E

eroͤffnet die Leber/ und treiber den Stein/ auf gleiche

weiß wte die Gamanderlein/ darvon im vorigen Capi⸗ J,, NS

tel iſt geredt worden: Soll derawegen auch auf gleiche. 2..weiß gebraucht werden/ aͤuſſerlich und innerlich. I. Das erſte Geſchlccht fo man das Mann ſejn inn nennen pfleget/ kreucht qus der Erden mit feinen dun, ẽhpun

Das XXVIII. Cap. nen rohtlechten und rauhen Stengeln hat eine geringeVon Ehrenpreiß. zaaſechte Wurtzel, welche unter der Erden weit umher

. faſelt/ ſeine Blaͤtter ſeyn etwas ſchwartzarün/ rauch und

Es Ehrenpreiß werden fürnemlich zwey Se, dicker dan der andern, rings umher ein wenis jeruſls-ſchlecht von dem Aurhore fuͤrgeſtellt/ eines ſo fet: Oben am ſtengel traͤgt es feine blauweiſſe Blumennidrig und auf der Erden ligt/ das ander ſo ein wenig mit Purpur vermenget nach welchen manaufrecht ſtehet.. ſehr kleinen Saamen in kleinen Taͤſchlein ö,. Hus