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Geſchmackts halben dem Rettich zugeeignet.
Der zame Rettich wird in Gaͤrten gepflantzet/ waͤchſtgern an feuchten Orten/ wil nicht mit Miſt ſonderenmit ſpreuer gedluncht ſeyn/ wie Camerarius ſchrei-bet: Wiewol ihm Fuchſius ein feißt Land zueignet.Bluͤhet im Sommer/ und kan auch Winterszeit ge-ſamblet werden.
Von den Namen.KR Strich heiſt im Latein Raphanus. II.&II. Ra pha-nus major orbicularis vel rotundus, C. B. Ra-phanus, Trag. Brunf. Ang. Cord. in Dioſc. vulga-ris, Geſ. hort. primus, Mat. magnus, Lob. ſive radi-cula ſati va, Dod. ſarivus, Fuch. Lac. Caſt. Lugd. ro-tundus, Lon. Radix vulgo, quihuſdam Radicula,B Cæſ. III. Raphanus aquaticus foliis in profundaslacinias diviſis, C. B Radicula ſyl. Dod. Rapha nusſyl. officin. aquaticus, Lob. icon. aquaticus, Ger.ſylveſtris& paluſtris, Lug. Siſymbrium yl. Cæſ.]
Griechiſch be Ma. Arabiſch Fugell. Welſch Rauano.
Spaniſch Ravano. Frantzoöſiſch keſort. Boͤhmiſch Rıcde
kew. Niderlaͤndiſch Radijs . Engliſch Raddyſne oft
Rabon..
Von der Natur/ Kraft und Wuͤrckungdes Rettichs.. Es ſchreibet Fernelius, daß der Rettich warm ſeyim dritten und trucken im andern Grad. Und wieaus Dioſcoride, Galeno, Oribaſio, und andern ab-zunemmen iſt/ hat er ein Natur zu oͤffnen/ zu ſaͤuberenC und dünn zu machen/[und daͤuet.]
Innerlicher Gebrauch des Rettichs.ES ſchreibet Diofcorides, daß der Rettich eine Arthabe zu erwärmen/ aber er blaͤhe den Leib/ und ma-che viel Grüßen: Sey dem Mund ſůͤß/ aber dem Ma-gen zuwider..
Er meldet auch/ daß er dem Bauch gut ſeye/ manmuͤſſe ihn aber nach aller anderer Speiß einnemmen/alſo helffe er der Daͤuung fuͤrdere die Außtheilungder Speiß in die Glieder.] Aber vor der Speiß genom-men/ treibe er die Speiß uͤberſich/ und verurſache dasWuͤrgen: Wiewol Galenus gantz darwider iſt/ daßder Rettich nach dem Nachteſſen ſoll gebraucht werden/
wund ſchreibet/ daß er mehr Schaden dañ Nutzen bringe6[In ſumma/ Rettich vor und nach der Speiß geſſen/108,
Zame Net-tich.
Daͤuung.
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Vernunfft.Doch find die Stengel und Kraut/ leichter zu versdaͤuen.]gllter Hu⸗ Rettich geſotten und geſſen/ iſt gut wider den altenſien. langwirigen Huſten/ und dicke ſchleimige Feuchten/ foſich in der Bruſt verſamlet haben/ ſagt Diokcorides,ſoll aber mit Waſſer und Honig abgeſotten werden.Fernelius ſchreibet vom Gartenrettich/ daß er von
Beſchwerung den Magen zum Wuͤrgen bewege/ undzertheile/ was für grober Schleim in denſelbigen versſamlet fen/ führe denſelben gemach ſam auß/ alſo daß erauch von jungen Perſonen und ſchwangern Weibernloönne gebraucht werden/ wann man iiij. Loth der Wur-gel klein zerſchneide/ ein wenig Waſſer und Honig dar-
E über gieſſe/ darnach den ſafft außtrucke und einnem-me: Oder daß man j. loth oder iij quintlein def ſaa-mens klein zerſtoſſen in Honig und Waſſer einnehme/oder auch mit einem Gerſtenwaſſer eintrincke: Dochſoll es etwas warmlecht eingenommen werden.
Giftige Wer giftige Schwaͤm geſſen hat/ der eſſe Rettich/Schwamm. fürnemlich aber gebrauch er ſich des Rettichsſaamen.Dann es ſchreibet Oribaſius , daß der ſaamen traͤffti-ger ſey/ dann die anderen ſtuck.
Rettichſaamen gedoͤrꝛt/ und mit Honig vermiſcht/iſt gut wider das Gifft.
Rettich geſotten und Morgens nüchtern getrun-cken/ jermalet den ſtein/ und treibt denſelben auß.
Magen zumwürgen beswegen.
Gift.
Stein aus:treihen·
D. Jacobi Theodori Tabernaemontam/
A Blättern vaſt ungleich/ doch wird er feines ſcharpffen F
B acht aufſtoſſen/ betruͤbt das Hirn/ die Augen und 1
Rettich Rinden geſtoſſen/ mit Eſzig und Honig ge.noſſen/ macht unwillen/ und wuͤrgen: Daz thut auch ie.der Saamen mit warmem Waſſer getrunken cad. Iches gebrauchen ſollen die/ ſo mit dem taͤglichen auchviertaͤgigen Fieber behafftet ſind.]
Es pflegt Aëtius die Rettichwurtzel zuvor mit weißfen Nießwurtz zubereiten/ alsdann ſollen fie zum wirgen kraͤfftiger werden.*
Fernelius meldet/ daß die Wurtzel ein Art habe/ die anverſtopffte Leber zu eroͤffnen/ und das Miltz minder zu. t
machen/ mit Eſſig oder mit Ox ymelite eingenofffen,.
hilfft alſo den Miltzſüͤchtigen. NRitſitt
Rettich wie auch der Samen] geſotten oder fd hntigs geſſen/ bringet wiederum der Frauen Blöͤdigkeſ,[treiber auch den Harn.. li
6 Euſſerlicher Gebrauch.
Ettich geſotten und wie ein Pflaſter uͤbergeſeget/ hn
iſt gut wider die Waſſerſucht/ ſagt Pioſcorides: iinUnd ſo man ihn init Eſig über das Milt legtſſt er que.wider die Miltzſucht: Da man ihn mit Honig verſmi, i n,ſche/ ſaͤnbere und zertheile er das untergerunnen Blut.und wehre den Geſchwaͤren, die um ſich freſen/ feye nauch gut wider die Nater Biß..
Rettich geſtoſſen, oder den Safft dar von mit Dor, ginkenmeel vermiſcht und angeſtrichen, vertreibt die SatSprencflen und Flecken der Haut kan auch mit Ho, innig vermiſchet werden/ die Flecken des Angeſichts da⸗.
mit zu vertreiben. Er macht außfallend Haar wie-derum wachſen.
Retlich Schnittlein auf den Nabel gelegt/ ſoll den emnWeibern das Grimmen legen/ ſagt Hippocrates, Et, lin.liche binden dieſe Schnittlein um das Haubt/ fol den 6Wehfetagen ſtillen: Deßgleichen thun ſie auch zu dem ba.Podagram oder Zipperle/ unten an die Fußſolen ge-bunden in den hitzigen Febern/ ziehet die Hitz vom Her-
Ben und Haubt unter ſich.
Zu der ſchwaͤren Geburt: Nim̃ die Rinden von gtnerNettich/ Bingelkraut/ jedes ij. loht/ Saffran/ vier Ger, Shut,ſtenkoͤrnlein ſchwer/ Zimmetrinden zerſtoſſen ij. quint-lein/ Sevenbaum geſtoſſen iij. quintlein; Vermiſchealles in ein Moͤrſel/ thu es in ein dünn leinen Tüchlein/
9. es in die Geburt: Soll ein warhafftige Arkneyeyn..
Der Saame in Oxymelite oder Honig und Eſiz Salegeſorten/ und den Hals damit gegurgelt/ fol wol hun KMdenjenigen/ ſo das Halsgeſchwaͤr Anginam haben.
Plinius ſchreibet/ daß der Rettichſafft in die Ohren Cuigelaſſen/ das Gehör wieder bringe: Andere aber hoͤlneinen Rettich aus/ thun Majoranwaſſer darein/ vergraben darnach den Rettich ein zeitlang under die Ehden/ und brauchen darnach ſolches Waſſer/ oder denSafft in die Ohren gelaſſen.
Man ſagt auch /ſo man Rettich auf ein Scorpion Ctttiintnlege/ fo ſterbe er. Welcher auch die Haͤnde zuvor mit N SUMerrichfafft wol uͤherſtreichet/ der kan ohne Berlekung nmSchlangen, und ander Ungesieffer fahen/ und nach*Notturfft zubereiten.].
Von gediſtilliertem Rettichwaſſer.An brennt auch ein Waſſer aus dem Rettich telK“ches zu obermeldten Gebreſten vaſt gut iſ/ ſonder.lich aber wider den Stein/ welchen es vaſt treibel Dennbey Plinio geleſen wird/ daß/ wann man den Rettichin Waſſer koche und derſelbigen Brühe alle Morgendrey Becherlein voll einnem̃e/ jermahle es den Steinund treibe denſelbigen mit Gewalt aus. Ehe aber, dannman dieſes Waſſer braucht ſoll der Leib zuvor wol pur-gieret und gereiniget fenn.
Von dieſem. getruncken/ eröffnet di der.
ſtopffte Leber und das Milk. ech,Es zertheilet auch dis Waſſer den groben Schleim, Ei inifo ſich in der Bruſt verhaltet/ dertwegẽ nuslich von den.jenigen kan eingenommen werden/ welche einen h.
der
Ettiſ,
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