Das Anber Buch/ Von Kraͤutern.
III. Schelßmelten. Wilde Melten.Atriplex ſylveſtris II.
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u. m. allein daß fie kleiner/ weißlechter und muͤlbechter Blaͤt
Milde Mil-len,
N
ter haben: Ihr Stengel ſtoͤſt wie der erſten vaſt dreyerElen hoch in die Hohe/ an welchem nach den gelbenBlumen ein gehaͤuffter ſaamen, ſtehet wie am Meyer:Ihre Wurtzel ſtecket tief in der Erden.
Die zamen Milten wachſen in den Krautgaͤrten:Die andere werden auf dem Feld und an den Wegenfunden.
ö.
Von den Namen.
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F Innnerlicher Gebrauch der Milte.
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| Seen oder Molten: Wilde Melten und Scheiße‘
melten von wegen der Wuͤrckung] wird im La-
D tein genennet Atriplex, Atriplex ſyl veſtris. I. Atri-plex hortenſis rubra, C. B. ſativa folio rubicundo,Trag. rufo folio, Cord.in Oioſc. ſativa altera, Dod.
gal. Lugd. hortenſis, Dod. hortenſis rubra, Lon. ſa-
riva, Lob. ob. ſati va altera folio& flore purpureo
livens, Ad. Lob ico. purpurea grandis, Cam. II. IIiIliꝛliꝛꝗFe
Atriplex ſyl.folio ſinuato candicante, C. B. Atri-plex ſyl. Ang. Cord. in Dioſc. Geſ. col. Cæſ.. Matt.Lugd. marina, Ger. ico. ſyl. ſinuara, Ad. vulgatiorſinuata, Lob. Atriplex fimetaria major. Fhal.]Griechiſch AreaDalıs, dieweil er geſchwind in dieHöhe waͤchſt; Dan fie bald innerhalb acht Tagen nachder Saat herfuͤr kommen/ derohalben geſagt wird/ daßſie den andern Kraͤutern ihre Nahrung entziehen/ daß
ES werden die Miltenkraͤuter fuͤrnemlich das Gar-
ten Geſchlecht in der Küchen am meiſten gebrau-chet/ daß man grüne Muͤßlein daraus bereitet. Esſchreibet Galenus , daß ſie auf ſolche Weiß geſſen nichtlang im Magen verharren/ ſonder brechen bald durch:Wiemol Plinius ſchreibt/ daß fie ſchwerlich koͤnne versdaͤuet werden/ und zeugt aus dem Hionyſio und Dio=cle. Daß die Milten viel ſchwachheiten mit ſich brin-gen/ ſeyen dem Magen vaſt zu wider.
(Pythagoras beſchuldiget ſie/ als ſolten fie die Waſ-ſerſucht/ Elb und andere Kranckheiten verurſachen.
Die zam Milten iſt wol feuchter Art/ aber ſie bewe-get den Bauch nicht/ wie Hippocrares lib. 2. de vi-ctus ratione ſchreibt/ wiewol Hioſcorides wil/ daß dieMilten in der Speiß wie ander Gemuͤß genoſſen/ denharten Bauch erweichen/ welches ich von der wildenverſtande.Muͤßlein von Miltenkraͤutern bereitet/ dienen wolden duͤrren hitzigen Choleriſchen Menſchen zur ſpeis]Galenus gibt den Saamen ein wider die Gelbſucht/und ſchreiher daß er ein Art habe die Verſtopffung derLeber hinweg zu nemmen/ mit Wein oder Honigwaſ-fer eingenommen. öDer Saamen eines halben loht ſchwer/ entwederfür ſich allein eingenommen/ oder in Waſſer geſotten/alſo warm nuͤchtern getruncken/ bewegt das Wurgen/wie auch den ſtulgang]
Euſſerlicher Gebrauch der Milten.loſcorides ſchreibet/ daß man die Milten zer-ſtoſſen ſoll/ oder in Waſſer weich kochen/ und über
die harten Knollen fund Druͤſen hinder den Ohren]legen/ es vertreibe ie.
Alſo auch die Blaͤtter zerſtoſſen oder den Safft dasvon uͤber die hitzige Glieder gelegt/ ſell die Hitz und denſchmertzen benemmen.
Der Safft von der Zahmen ſoll die Haar huͤbſchgelb machen.
Von dem Gehrauch der wilden Milten.ES— ſhhreiber Plinius , daß der Safft der wilden Mil
ten die Haar ſchwartz mache/ Lfo man fie nach demBad offt damit ſchmieret.]Die wilden Milten zerſtoſſen/ mit Honig vermengt/
ſchmertzen deſſe bigen.Das XVII. Gap.Von Gaͤnsfuß.
Sitz ige Cho-leriſche men-en,Gelbſucht.Verſtopfungder Leher.
Wůrgenund ſtulgang
fůrdern.
Sar te nol-
len uñ Drů-
ſen hinder
den Ohren.
SitzigeGlie-er.
Haar hůßſchgelb wachſenmachen.
Haarchwartz marchen.
Schmerz
1 und auf das Podagriſche Glied gelegt/ benim bie. d
C3 ſchrieben/ daß er habe ein groſſe zaſechte Wur-W tzel/ ſo ſieh auf ein ſeiten ſtrecket/ einen geſtreiff-
ten ſtengel Elen hoch: Seine Blaͤtter verglei-chen ſich dem gemeinen Nachtſchatten oder Scheißmil-ten/ rings umher mit ſpiz gen Kerffen aus geſchnitten/in Geſtalt eines Gaͤnsfuß: uͤberkomme kleine rohteBlümlein/ der Saame ſeye an den Zweiglein zuſam-
E nichts bey ihnen wachſen koͤnne/ wird aich Tora d- k men getrungen gleich wie an den leinen Milten. Das
ar genennet, von wegen feiner gelben Blumen.
Arabiſch Cataf. Welſch Arrlplice. Spaniſch Armuellas,Frantzoͤſſch kollete, arroche. Boͤhmiſch Lebeda. Nider-laͤndiſch Melde. Engliſch Drage. Oruch.]
Von der Natur /Krafft/ und Wuͤrckung
der Milten.DS Milten ſeyn kalt im erſten/ und feucht im an-dern Grad/ werden in der Kuͤchen und in
den Apothecken gebraucher:
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ander Geſchlecht iſt dem erſten in allen ſtuͤcken gleich/allein daß feine Blaͤtter kleiner und geringer ſeyh.
Waͤchſt in Saͤrten und anderstvo/ da viel Miſt ligt.
. Von den Namen.
Gnsfůß Gaͤnsfuͤßlein oder Saͤutod/ die weil dieSau darvon ſterben/ in Latein Fes anſexinus,
Chenopodium.ſlI.Atriplex ſyl.latifol ia, C. B. ſyl.3.Matt. Lug. ſyl.ſive Pes anſerinus latifol. laceris la-ciniis, Ad. Lob. ic.& obſ. Pes anſerinus, Fuch. Dod.Lon. Lug. Cam. Blitumq4.& Solanum 4. Trag. Cy-nocrambe alterſi genus, Cæſ. II. Atriplex ſyl. lati-Folia acutiore folio, C. B. Blitum 3.& Atriplicis ſyl-Nnnn ij genus,