Buch 
D. Iacobi Theodori Tabernaemontani Neu vollkommen Kräuter-Buch : darinnen uber 3000. Kräuter, mit schönen und kunstlichen Figuren, auch deren Underscheid und Würckung, samt ihren Namen in mancherley Sprachen, beschrieben : Desgleichen auch, wie dieselbige in allerhand Kranckheiten, beyde der Menschen und des Viehs, sollen angewendet und gebraucht werden, angezeigt wird / erstlichen durch Casparum Bauhinum D. und Profess. Basil. mit vielen neuen Figuren, nutzlichen Artzneyen, und anderem, mit sonderem Fleis gebesseret, zum andern durch Hieronymum Bauhinum, D. und Profess. Basil. mit sehr nutzlichen Marginalien, Synonimis, neuen Registeren und anderem vermehrt
Entstehung
JPEG-Download
 

Das Anber Buch/ Von Kraͤutern.

III. Schelßmelten. Wilde Melten.Atriplex ſylveſtris II.

6

u. m. allein daß fie kleiner/ weißlechter und muͤlbechter Blaͤt

Milde Mil-len,

N

ter haben: Ihr Stengel ſtoͤſt wie der erſten vaſt dreyerElen hoch in die Hohe/ an welchem nach den gelbenBlumen ein gehaͤuffter ſaamen, ſtehet wie am Meyer:Ihre Wurtzel ſtecket tief in der Erden.

Die zamen Milten wachſen in den Krautgaͤrten:Die andere werden auf dem Feld und an den Wegenfunden.

ö.

Von den Namen.

811

F Innnerlicher Gebrauch der Milte.

6

| Seen oder Molten: Wilde Melten und Scheiße

melten von wegen der Wuͤrckung] wird im La-

D tein genennet Atriplex, Atriplex ſyl veſtris. I. Atri-plex hortenſis rubra, C. B. ſativa folio rubicundo,Trag. rufo folio, Cord.in Oioſc. ſativa altera, Dod.

gal. Lugd. hortenſis, Dod. hortenſis rubra, Lon. ſa-

riva, Lob. ob. ſati va altera folio& flore purpureo

livens, Ad. Lob ico. purpurea grandis, Cam. II. IIiIliꝛliꝛꝗFe

Atriplex ſyl.folio ſinuato candicante, C. B. Atri-plex ſyl. Ang. Cord. in Dioſc. Geſ. col. Cæſ.. Matt.Lugd. marina, Ger. ico. ſyl. ſinuara, Ad. vulgatiorſinuata, Lob. Atriplex fimetaria major. Fhal.]Griechiſch AreaDalıs, dieweil er geſchwind in dieHöhe waͤchſt; Dan fie bald innerhalb acht Tagen nachder Saat herfuͤr kommen/ derohalben geſagt wird/ daßſie den andern Kraͤutern ihre Nahrung entziehen/ daß

ES werden die Miltenkraͤuter fuͤrnemlich das Gar-

ten Geſchlecht in der Küchen am meiſten gebrau-chet/ daß man grüne Muͤßlein daraus bereitet. Esſchreibet Galenus , daß ſie auf ſolche Weiß geſſen nichtlang im Magen verharren/ ſonder brechen bald durch:Wiemol Plinius ſchreibt/ daß fie ſchwerlich koͤnne versdaͤuet werden/ und zeugt aus dem Hionyſio und Dio=cle. Daß die Milten viel ſchwachheiten mit ſich brin-gen/ ſeyen dem Magen vaſt zu wider.

(Pythagoras beſchuldiget ſie/ als ſolten fie die Waſ-ſerſucht/ Elb und andere Kranckheiten verurſachen.

Die zam Milten iſt wol feuchter Art/ aber ſie bewe-get den Bauch nicht/ wie Hippocrares lib. 2. de vi-ctus ratione ſchreibt/ wiewol Hioſcorides wil/ daß dieMilten in der Speiß wie ander Gemuͤß genoſſen/ denharten Bauch erweichen/ welches ich von der wildenverſtande.Muͤßlein von Miltenkraͤutern bereitet/ dienen wolden duͤrren hitzigen Choleriſchen Menſchen zur ſpeis]Galenus gibt den Saamen ein wider die Gelbſucht/und ſchreiher daß er ein Art habe die Verſtopffung derLeber hinweg zu nemmen/ mit Wein oder Honigwaſ-fer eingenommen. öDer Saamen eines halben loht ſchwer/ entwederfür ſich allein eingenommen/ oder in Waſſer geſotten/alſo warm nuͤchtern getruncken/ bewegt das Wurgen/wie auch den ſtulgang]

Euſſerlicher Gebrauch der Milten.loſcorides ſchreibet/ daß man die Milten zer-ſtoſſen ſoll/ oder in Waſſer weich kochen/ und über

die harten Knollen fund Druͤſen hinder den Ohren]legen/ es vertreibe ie.

Alſo auch die Blaͤtter zerſtoſſen oder den Safft dasvon uͤber die hitzige Glieder gelegt/ ſell die Hitz und denſchmertzen benemmen.

Der Safft von der Zahmen ſoll die Haar huͤbſchgelb machen.

Von dem Gehrauch der wilden Milten.ES ſhhreiber Plinius , daß der Safft der wilden Mil

ten die Haar ſchwartz mache/ Lfo man fie nach demBad offt damit ſchmieret.]Die wilden Milten zerſtoſſen/ mit Honig vermengt/

ſchmertzen deſſe bigen.Das XVII. Gap.Von Gaͤnsfuß.

Sitz ige Cho-leriſche men-en,Gelbſucht.Verſtopfungder Leher.

Wůrgenund ſtulgang

fůrdern.

Sar te nol-

len Drů-

ſen hinder

den Ohren.

SitzigeGlie-er.

Haar hůßſchgelb wachſenmachen.

Haarchwartz marchen.

Schmerz

1 und auf das Podagriſche Glied gelegt/ benim bie. d

eG aͤnsfuß wird von Lonicero und Fuchſio be Gangfuß,

C3 ſchrieben/ daß er habe ein groſſe zaſechte Wur-W tzel/ ſo ſieh auf ein ſeiten ſtrecket/ einen geſtreiff-

ten ſtengel Elen hoch: Seine Blaͤtter verglei-chen ſich dem gemeinen Nachtſchatten oder Scheißmil-ten/ rings umher mit ſpiz gen Kerffen aus geſchnitten/in Geſtalt eines Gaͤnsfuß: uͤberkomme kleine rohteBlümlein/ der Saame ſeye an den Zweiglein zuſam-

E nichts bey ihnen wachſen koͤnne/ wird aich Tora d- k men getrungen gleich wie an den leinen Milten. Das

ar genennet, von wegen feiner gelben Blumen.

Arabiſch Cataf. Welſch Arrlplice. Spaniſch Armuellas,Frantzoͤſſch kollete, arroche. Boͤhmiſch Lebeda. Nider-laͤndiſch Melde. Engliſch Drage. Oruch.]

Von der Natur /Krafft/ und Wuͤrckung

der Milten.DS Milten ſeyn kalt im erſten/ und feucht im an-dern Grad/ werden in der Kuͤchen und in

den Apothecken gebraucher:

4

ander Geſchlecht iſt dem erſten in allen ſtuͤcken gleich/allein daß feine Blaͤtter kleiner und geringer ſeyh.

Waͤchſt in Saͤrten und anderstvo/ da viel Miſt ligt.

. Von den Namen.

Gnsfůß Gaͤnsfuͤßlein oder Saͤutod/ die weil dieSau darvon ſterben/ in Latein Fes anſexinus,

Chenopodium.ſlI.Atriplex ſyl.latifol ia, C. B. ſyl.3.Matt. Lug. ſyl.ſive Pes anſerinus latifol. laceris la-ciniis, Ad. Lob. ic.& obſ. Pes anſerinus, Fuch. Dod.Lon. Lug. Cam. Blitumq4.& Solanum 4. Trag. Cy-nocrambe alterſi genus, Cæſ. II. Atriplex ſyl. lati-Folia acutiore folio, C. B. Blitum 3.& Atriplicis ſyl-Nnnn ij genus,