Das Dritte Buch/ Von Kräutern,
Das XIII. Cap.Von Citronenbaum.
Eitronenbaum.Citrus. I.
l g N
1 91;>)CS
J
2.ZN
8
U
M
,,*
.nn ü MR) n ,,.;ey)
>>ZZ)
zZ
>8nn)6 AdhZU,
.3.EG,..
.ill,,
..ö, MA"Zu
9
82
R AAtthiolus ſchreibet/ daß der Citronenbaum
einer mittelmaͤſſigen Laͤnge ſey. Er gruͤnet ſtaͤ-figs/ nnd traͤgt feine Frucht über das gange Jahr/ al»ſo/ wann die erſten zeitig ſeyn folgen die andern Aepf-fel ſo bald darauff/ ſo hernach zeitigen/ nach welchenſich wiederum andere erzeigen/ und alſo fort daß man
das gantze Jahr uͤber ſolche Frucht haben kan. Die
Blaͤtter vergleichen ſich den Lorbeern oder Pomeran-
D tzenblaͤttern/ bleiben auch jederzeit grün/ ſeyn mit klei-
nen ſubtilen Loͤchlein durchſtochen. Die Blumen desBaums find etwas purpurroht und dick/ inn wendigmit Feſichen befeger: An den Aeſten wachſen zarteſpitzige Dorner. Die Frucht aber oder Aepffel ſeyn etwas langlecht wie die Aimonien/ haben aber mehr undderber Fleiſch/ ſo ſafftig und ſaͤurlich iſt/ wann fie zeitigworden/ haben ſie ein ſchoͤne Goldfarb⸗/ ſind eines lieb-lichen Geruchs/ und uͤberkommen an der Rinden klei-ne Pückelen. Der Saame iſt wie Gerſtenkoͤrner/ und
die Schale daran vaſt holtzecht.
Man finder auch in dieſen Aepffeln ein Unter,ſcheid an der Groͤſſe/ Geſchmack und Subſtantz: Dañetliche wachſen vaſt ſo groß als die Melonen/ ſonder-
lich die man aus den Inſeln des Adriatiſchen Meersbringet: Etliche find kleiner: etliche noch kleiner/ vaſt
wie die Limonen/ als die man aus dem Gardſee/ La-cus Benacus genannt/ bringet/ und dieſe werden zurSpeiß die beſten geſchaͤtzet. Aber die groͤſſere/ dieweil fiemehr Fleiſch haben/ werden ſie in den Apothecken mitZucker oder Honig eingemacht. K
Die Aepffel ſind von Palladio aus der LandſchafftMedia erſtlich ins Welſchland gebracht worden/ daſie jetzund nicht allein bey dem Meer/ ſondern auch
ſonſt auf dem Lande wachſen: jetͤund hat man ſieauch in Teutſchland in denGaͤrten.
Von den Namen.
C Itronenbaum und Citronatha um heißt Lateiniſch
Malus citria, Malus medica und Malus Perſica.Malus medica, C. B. Citrum, Brunf. Citria, TrageCitrus, Ang. Cæſ. Malus medica, Matth . Tur. Lach-Cordahiſt. Dod. Lob. icon. ſeu Citria, Eyſt. Maluscitria, Dod. gal Geſ. hor. Lug. Lon. Caſt. Cluſ. hiſt.Cam. Cidromela, Ad. Citrangula, Monard.]
Eitronapffel/ Citronatapffel und Judenapffel/ die
weil bey den Juden ein jedes Geſchlecht/ jährlich einenſolchen Apffel beſtellen, und in ſeinem Hauß habenmuß wird Griechiſch genennet Muchy una c. Latei /niſch Malum citrinum, Malum medicum und Ma-lum citrinatum, auch Malum Perſicum. Welſch
¶ Niderlaͤndiſch Eitroenboom . Engeliſch Citron treeVon der Natur/ Krafft und Eigenſchafft. der Eitronen.
An ſaget/ daß die Rinde der Citronenaͤpffel tru-
” 7efen ſeye im dritten Grad. Das Fleiſch ſey kaltund feucht im erſten Grad. Das ſaur Theil kalt imdritten Grad, und der Saamen warm und truckenim andern Grad.
Innerlicher Gebrauch.
1 ſchreibet/ daß die Eitronenkoͤrner in Gifts= Wein getruncken/ gut ſehn wider alles Gifft: Würm
Und treihe den Stulgang/(toͤdet auch die Würm
im Leib/ und bringet einen wolriechenden Athem⸗ glei-
cher Art iſt der Pomerantzen und Limonenſagmen.]Es werden auch die Apffel hoch gerühmet⸗ daß ſie
ein ſonderliche Eigenſchafft haben/ damit fie dem Gift Gift
widerſtehen/ und demſelbigen fein Krafft benemmen/wie davon bey dem Athenæo ein Hiſtorten zu leſen iſt/welcher auch Marthiolus gedencket.
Fernelius ſchreibet/ daß der Safft nicht allein wi-
der die innerliche Faͤulung und das Gifft ſehr gut ö
und raͤfftig ſey/ ſondern er ſtaͤrcket alle innerliche Siteder/ fuͤrnemlich aber das Hertz/ wann es ſchwach undohnmaͤchtig wird, und werde ſonderlich gebrauchet
contra cardialgiam. Iſt auch gut wider alle Trau Traurigkeit.
rigkeit und Schwermuͤhtigkeit des Hertzens und die
1è Melancholey.Wann die ſchwangern Weiber in die unnatürliche Luft derLuſt gerahten/ ſollen fie von Citronaͤpffel effen/ fo ver, ſchmangerne
gchet ihnen der Luſt wiederum.
Die Rinde ſtaͤrcket das Hertz/ widerſtehet dem gift.Sifft: Dann zur Zeit der Peſt/ ſoll man ſie im Mund FE
halten/ auch ein Nauch damit machen.
Mit Wein getruncken/ treiben fie den Schleim Schleimaus dem Magen/ Daͤrmen und Lebern: Mit Wein austreißen.geſotten/ udd den Mund damit ausgeſchwen cke, haͤlt ien mydie Zaͤhn ſriſch und ſauber: macht einen guten Atheim. J chen.
Von eingemachten Citronen.SS koͤnnen in vielerley weg eingemacht werden/— die Rinde allein ohne das innwendig Marck/ und
K iſt ſolches warmer Natur:; Oder das Marck allein/
ſo iſt es kalter Natur: Oder fie heyde mit ein ander/ ſowird es temperiert in gleicher Waͤrme und Kaͤlte/ wie
dann ſolche eingemachte Ciuronen zu uns bracht were
den.]
cker eingemacht/ auff ſolche weiß: Schele die gelbeRinde von den Aepflein/ ſchneid das weiſſe Marck inrunde oder lange ſtuͤck/ thue den Saamen davon/ dar-nach fiede fie wol in einem oder zwey Waſſer/ damitdie Bitterkeit davon komme/ und fie weich worden:darnach gieſſe man lau geſotten Zucker darüber,/ undmache fie wie ein Alantwurtz. Dieſe eingemachte Ci-tronen find feucht und kalt im erſten Grad/ ſeyn gut
Eeeee es K
*
I3565
Es werden auch die Citronen mit Honig und Zu-
..
w—
——