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Das Dritte Buch/ Von Kraͤutern.
A II. Weiß Maulbeerbaum. F Von der Natur/ Krafft und Eigenſchafft
Morus alba. 76.
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8 ſchlecht/ von wegen ihrer Frucht/ welche zwey-
J erley von Farben erfunden wird/ ſchwartzwum theiß ſo auch an der groͤſſe u Geſchmacklhten Underſcheid haben. Der Baum iſt gemeinigelich krum⸗/ waͤchſt nicht hoch, ſonderen allein erſtreckt
. 8 Maulbeerbaums ſeyn(I. II.) zwey Ge-
ſich mit feinen Aeſten in die Breite aus/ mit einer di-
fen zaͤhen Rinden bekleidet. Die Blaͤttet ſeyn breit-rauch und ſchwartzgrün/ rings umher etwas zerkerfft.Die ſchwartze Beer an dem Maulbeerbaum/ er-ſcheinen erſtlich weiß/ dat nach werden fie rot/ letztlichaber ſchwartz/ eines blutroten Saffts. köDie weiſſe Beer ſeyn kleiner dann die vorige/ an
D Geſchmack überaus ſůß daß fie zu eſſen faſt unluſtig
find] und lieblich/ wann fie volltommlich zeitig worden
ſeyn/ zuvor aber ſeyn ſie grün und ein wenig herb/ wer-den nicht ſo ſehr in der Artzney genützt/ wie die ſchwar-Man ſaget/ daß der Maulbeerbaum feine Blätternicht herfuͤr ſtoſſe/ alldiewweil noch Kälte fuͤrhandenı fey7 daher auch etliche Leut ihr merck abnemmen/ obhoch Kaͤlte zu gewarten fen oder nicht.6. Von den Namen.MWT Nulbbeet baum heißt Griechiſch tac und br.Käurse oder CuncHi, G*. Lateiniſch Morus .Il: Morus fructu nigro,. B. Morus, Brunf. Trag.
Matth . Fuch. Hod. ut: Lac. Tur. Lon. Rau vv. Ad.E Cæſ. Lug. Ger. vulgaris Cam. nigra, Cord. in Dioſc-
Bellon. Gaſt. rubra, Ang cel ſa officinar. Lob. obſ& icon. Morus arbor fructu nigro, Gef, hort. II.Morus fructu albo, C. B. alba, Mat · Ang Geſ. hort.Lac. Ad. Caſt. Lugd. Cam. Ger. candida, Cord. inDioſc. Dod. Lob. ic.& obſ.] Niderlandiſch Moerbe-
ſienboom. Frantzöſiſch Meurer Engl Mulbergtree.Die Frucht aber oder Maulbꝛern wird Griechtſchgenen net(6907, 7UxA einer LateiniſchMaorum vulgo
Morum Celſi. Niderlaͤndiſch Moerbeſie. Welſch
Moro. Frantzöſiſch Meure. SpaniſchMoras. Boͤhmiſch Mo -; ruſſe.
J geſſen haben.
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des Maulbeerbaums/ und ſeinem inner?ß lichen Gchrauch. AM) Tofcorides ſchteibt lib. I. cap. xa. daß die Maul-17 den Bauch und Stulgang erweichenſeyn aber dem Magen ſchaͤdlich/ welches von den zeiti-gen Maulbeern zu verſtehen iſt: Sie ſeyn kalter Na-tur/ haben ein weinechtigen Geſchmack und etwastrucken/ hiehen auch etwas zuſammen: Aber die unzei-tige Beer ſeyn kalt und trucken vaſt im dritten Grad/und ziehen hefftig zuſammen..Diefe un zeitigen Maulbeern mit Wein oder Weg⸗ auch fzrichwaſſer getruncken/ ſeyn gut wider allerley Bauch Ritter ſſſß.flůß/ und die rohte Ruhr/ ſtopffen allerley Bauchflüͤß/ Blutſpyeyen.
auch die unmaͤſſige Flüß der Mutter, ſeyn gut denje-G nigen fo Blut aus ſpeyen.
Galenus ſchreibt von den zeitigen Maulbeern/ daß Zan ch erfie für anderer Speiß genützet/ den Bauch erweichen weichen.und machen auch die andere Speiß bald durchgehen/ſeyn gut wider den Durſt/ machen wiederum ein fri-ſchen Appetit/ ſeyn auch dem Magen nicht ſchaͤdlich/geben aber dem Leib gar ein geringe Nahrung. Waltman fie aber nach ah derer Speiß gebraucht/ fo faulenfie leichtlich im Magen J
[Die unzeirtigen Beer gedoͤtꝛt/ zu Pulver geſtoſſen/ auch iiiſt gut wider die Bauchflüß in der Speis gehrauchet.,
Der Saffr aus den Blättern gepreßt, und davon Chr ergetruncken/ iſt der Spinnenſtich oder Gifft zu wider. fich.
Die Blaͤtter allein/ oder mit des Baums Nindenin Wein geſotten/ und den Mund damit ausge plſſet/ Kahnmehe
H Genimr dem Zahn feinen Schmerzen.
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Die dijrren Blaͤtter geſtoſſen/ und dis Pulver indie boͤſen Geſchtyaͤr geſprengt/ hetlet dieſelbt gen.
So man die Wurtzeln in der Ernd zerſpaltet/ſchti-het von ihr ein ſafft oder Gummi/ ſo wider das Zahnwehe gut iſt/ die Geſchwulſt vertretbet/ und ſo man estrincket/ bewe get es zum Stulgang];
Die Rinde von des Maulbeerbatums Wurzel iſtwarm und trucken/ am Geſchmact bitter, und hat einRrafft zu reinigen.
Dieſe Rinde in Wein geſotten nnd davon getrun Verffopfftecken/ eroͤffnet die verſtopffle Leber und den Milg⸗/bewe⸗. undget den Stulgang/ und toͤdet die breite Wiirm. Und rniſt denjenigen gut fo von der giftigen Wolffswurtz Wolffcmttz
Euſſerlicher Gebrauch.IS Blaͤtter des Maulbeerbaums klein geſtöſſenund uͤbergelegt/ wwvor aber mit Oel vermijchet het Brand.len den Brand. ö. 1Dieſe Blätrer mit Raͤblaub und; ſchwwartz Feigen,blaͤttern in Regenwaſſer geſotten/ ſchwaͤrtzen das Haar. ſchwer henVon Maulbeerſafft/ Diamoron genennt.Alis den Beern wird in den Apotherkeu ein Safftgemacht/ ſo man Diamoron nennet/weſcher auffdieſe weiß kan bereit werden Nim̃ Maulbeerſafftſechs Untz Brombeerſafft zwoͤlff Untz, es ſollen dieFrücht nicht gar zeitig ſeyn/ wol gelaͤutert Honig eilffUns/ geſotten weiſſen Wein drey Unt das laß benSſanfftem Feur ſieden/ biß es zimlich dick wird/ behaltees in einem verglaßten Geſchir:: Oder aber man marche ihn auff ſolche weiß Nim̃ Maulbeer/ Brombeer/Himbeer und Erdbeerſafft/ jedes vier Untz, lautersHonig acht Untz/ das ſiede ab bey lindem Feur/ es follen aber dieſe Fruͤcht hicht fo gar zeitig ſeyn Wil mansſtaͤrcker haben/ ſo vermiſche dazu Alon, Myrrha/ Saff⸗-ran oder Agreſten/ welches man wil. Diele Saͤfft wer. Iller nden gar nutzlich gebraucht das umſchweiffend Blaͤt⸗ Gerbhmurf-terlein des Munds zu reinigen und zu hellen die Ge iin zäpflenn/ſchwulſt/ ſo am Zaͤpflein/ Saumen Zanfleiſch Zune 8gen und anderſtwo entſtehen/ zu trucknen und nider⸗ Und gungzu ſetzen/ deßgleichen auch die Wehetagen/ und andere. Sg ggg8g8g i Zufaͤl
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