Buch 
D. Iacobi Theodori Tabernaemontani Neu vollkommen Kräuter-Buch : darinnen uber 3000. Kräuter, mit schönen und kunstlichen Figuren, auch deren Underscheid und Würckung, samt ihren Namen in mancherley Sprachen, beschrieben : Desgleichen auch, wie dieselbige in allerhand Kranckheiten, beyde der Menschen und des Viehs, sollen angewendet und gebraucht werden, angezeigt wird / erstlichen durch Casparum Bauhinum D. und Profess. Basil. mit vielen neuen Figuren, nutzlichen Artzneyen, und anderem, mit sonderem Fleis gebesseret, zum andern durch Hieronymum Bauhinum, D. und Profess. Basil. mit sehr nutzlichen Marginalien, Synonimis, neuen Registeren und anderem vermehrt
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Das Dritte Buch/ Von Kraͤutern.

A II. Weiß Maulbeerbaum. F Von der Natur/ Krafft und Eigenſchafft

Morus alba. 76.

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8 ſchlecht/ von wegen ihrer Frucht/ welche zwey-

J erley von Farben erfunden wird/ ſchwartzwum theiß ſo auch an der groͤſſe u Geſchmacklhten Underſcheid haben. Der Baum iſt gemeinigelich krum⸗/ waͤchſt nicht hoch, ſonderen allein erſtreckt

. 8 Maulbeerbaums ſeyn(I. II.) zwey Ge-

ſich mit feinen Aeſten in die Breite aus/ mit einer di-

fen zaͤhen Rinden bekleidet. Die Blaͤttet ſeyn breit-rauch und ſchwartzgrün/ rings umher etwas zerkerfft.Die ſchwartze Beer an dem Maulbeerbaum/ er-ſcheinen erſtlich weiß/ dat nach werden fie rot/ letztlichaber ſchwartz/ eines blutroten Saffts.Die weiſſe Beer ſeyn kleiner dann die vorige/ an

D Geſchmack überaus ſůß daß fie zu eſſen faſt unluſtig

find] und lieblich/ wann fie volltommlich zeitig worden

ſeyn/ zuvor aber ſeyn ſie grün und ein wenig herb/ wer-den nicht ſo ſehr in der Artzney genützt/ wie die ſchwar-Man ſaget/ daß der Maulbeerbaum feine Blätternicht herfuͤr ſtoſſe/ alldiewweil noch Kälte fuͤrhandenı fey7 daher auch etliche Leut ihr merck abnemmen/ obhoch Kaͤlte zu gewarten fen oder nicht.6. Von den Namen.MWT Nulbbeet baum heißt Griechiſch tac und br.Käurse oder CuncHi, G*. Lateiniſch Morus .Il: Morus fructu nigro,. B. Morus, Brunf. Trag.

Matth . Fuch. Hod. ut: Lac. Tur. Lon. Rau vv. Ad.E Cæſ. Lug. Ger. vulgaris Cam. nigra, Cord. in Dioſc-

Bellon. Gaſt. rubra, Ang cel ſa officinar. Lob. obſ& icon. Morus arbor fructu nigro, Gef, hort. II.Morus fructu albo, C. B. alba, Mat · Ang Geſ. hort.Lac. Ad. Caſt. Lugd. Cam. Ger. candida, Cord. inDioſc. Dod. Lob. ic.& obſ.] Niderlandiſch Moerbe-

ſienboom. Frantzöſiſch Meurer Engl Mulbergtree.Die Frucht aber oder Maulbꝛern wird Griechtſchgenen net(6907, 7UxA einer LateiniſchMaorum vulgo

Morum Celſi. Niderlaͤndiſch Moerbeſie. Welſch

Moro. Frantzöſiſch Meure. SpaniſchMoras. Boͤhmiſch Mo -; ruſſe.

J geſſen haben.

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des Maulbeerbaums/ und ſeinem inner?ß lichen Gchrauch. AM) Tofcorides ſchteibt lib. I. cap. xa. daß die Maul-17 den Bauch und Stulgang erweichenſeyn aber dem Magen ſchaͤdlich/ welches von den zeiti-gen Maulbeern zu verſtehen iſt: Sie ſeyn kalter Na-tur/ haben ein weinechtigen Geſchmack und etwastrucken/ hiehen auch etwas zuſammen: Aber die unzei-tige Beer ſeyn kalt und trucken vaſt im dritten Grad/und ziehen hefftig zuſammen..Diefe un zeitigen Maulbeern mit Wein oder Weg⸗ auch fzrichwaſſer getruncken/ ſeyn gut wider allerley Bauch Ritter ſſſß.flůß/ und die rohte Ruhr/ ſtopffen allerley Bauchflüͤß/ Blutſpyeyen.

auch die unmaͤſſige Flüß der Mutter, ſeyn gut denje-G nigen fo Blut aus ſpeyen.

Galenus ſchreibt von den zeitigen Maulbeern/ daß Zan ch erfie für anderer Speiß genützet/ den Bauch erweichen weichen.und machen auch die andere Speiß bald durchgehen/ſeyn gut wider den Durſt/ machen wiederum ein fri-ſchen Appetit/ ſeyn auch dem Magen nicht ſchaͤdlich/geben aber dem Leib gar ein geringe Nahrung. Waltman fie aber nach ah derer Speiß gebraucht/ fo faulenfie leichtlich im Magen J

[Die unzeirtigen Beer gedoͤtꝛt/ zu Pulver geſtoſſen/ auch iiiſt gut wider die Bauchflüß in der Speis gehrauchet.,

Der Saffr aus den Blättern gepreßt, und davon Chr ergetruncken/ iſt der Spinnenſtich oder Gifft zu wider. fich.

Die Blaͤtter allein/ oder mit des Baums Nindenin Wein geſotten/ und den Mund damit ausge plſſet/ Kahnmehe

H Genimr dem Zahn feinen Schmerzen.

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Die dijrren Blaͤtter geſtoſſen/ und dis Pulver indie boͤſen Geſchtyaͤr geſprengt/ hetlet dieſelbt gen.

So man die Wurtzeln in der Ernd zerſpaltet/ſchti-het von ihr ein ſafft oder Gummi/ ſo wider das Zahnwehe gut iſt/ die Geſchwulſt vertretbet/ und ſo man estrincket/ bewe get es zum Stulgang];

Die Rinde von des Maulbeerbatums Wurzel iſtwarm und trucken/ am Geſchmact bitter, und hat einRrafft zu reinigen.

Dieſe Rinde in Wein geſotten nnd davon getrun Verffopfftecken/ eroͤffnet die verſtopffle Leber und den Milg⸗/bewe⸗. undget den Stulgang/ und toͤdet die breite Wiirm. Und rniſt denjenigen gut fo von der giftigen Wolffswurtz Wolffcmttz

Euſſerlicher Gebrauch.IS Blaͤtter des Maulbeerbaums klein geſtöſſenund uͤbergelegt/ wwvor aber mit Oel vermijchet het Brand.len den Brand. ö. 1Dieſe Blätrer mit Raͤblaub und; ſchwwartz Feigen,blaͤttern in Regenwaſſer geſotten/ ſchwaͤrtzen das Haar. ſchwer henVon Maulbeerſafft/ Diamoron genennt.Alis den Beern wird in den Apotherkeu ein Safftgemacht/ ſo man Diamoron nennet/weſcher auffdieſe weiß kan bereit werden Nim̃ Maulbeerſafftſechs Untz Brombeerſafft zwoͤlff Untz, es ſollen dieFrücht nicht gar zeitig ſeyn/ wol gelaͤutert Honig eilffUns/ geſotten weiſſen Wein drey Unt das laß benSſanfftem Feur ſieden/ biß es zimlich dick wird/ behaltees in einem verglaßten Geſchir:: Oder aber man marche ihn auff ſolche weiß Nim̃ Maulbeer/ Brombeer/Himbeer und Erdbeerſafft/ jedes vier Untz, lautersHonig acht Untz/ das ſiede ab bey lindem Feur/ es follen aber dieſe Fruͤcht hicht fo gar zeitig ſeyn Wil mansſtaͤrcker haben/ ſo vermiſche dazu Alon, Myrrha/ Saff⸗-ran oder Agreſten/ welches man wil. Diele Saͤfft wer. Iller nden gar nutzlich gebraucht das umſchweiffend Blaͤt⸗ Gerbhmurf-terlein des Munds zu reinigen und zu hellen die Ge iin zäpflenn/ſchwulſt/ ſo am Zaͤpflein/ Saumen Zanfleiſch Zune 8gen und anderſtwo entſtehen/ zu trucknen und nider⸗ Und gungzu ſetzen/ deßgleichen auch die Wehetagen/ und andere. Sg ggg8g8g i Zufaͤl

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