Allgemeines Wohl.
I-XXIX
Beyspiel ist wenig bedeutend, wollten wir uns aber in andereKlassen, andere Länder und Zeiten wagen, da möchten auffal-lendere Beyspiele des Vorurtheils sich in reicher Zahl dargeben.
Von dein allgemeinen Wohl.
Vor dem allgemeinen Wohl muß alles weichen. Was istaber allgemeines Wohl, und was befiehlt selbiges bey jedem vor-kommenden Falle? So wichtig diese Untersuchung, so schweris? sie. Freylich glauben viele, das liesse sich auch erschwingen.Ich schätze sie glücklich, wenn sie es wirklich glauben, beneideaber nicht das Schicksal ihrer Untergebenen.
Um sich diese Untersuchung zu erleichtern, müßen, in demzusammengesetzten Begriffe von allgemeinem Wohl die folgen-den Bestandtheile unterschieden werden:
Das Wohl des Sraakskörpers.
Das Wohl der Nachkommenschaft.
Das Wohl jedes Mitglieds oder das Universalwohl.
Das Wohl eines oder einiger Partikularen, oder derkleinen Zahl.
Und das Wohl der Menschheit oder fremder Staaten.
Jeder dieser Bestandtheile des allgemeinen Wohls hat meh.rere Stuffen oder Grade. Und die Berechnung ihrer wechsel-seitigen Verhältnisse muß die theuerste Pflicht jedes Regenten seyn.
Eine solche Berechnung könnte man nach so vielen graduir-ten Leitern einrichten., als das allgemeine Wohl Bestandtheilehat; und an jeder Leiter sollten so viele Grade angedeutet wer-den , als jeder Bestandtheil Stuffen des Wohls uns dargiebt.Die äußerliche Form würde also aussehen:
il. L.
Wohl des Staatskörpers.Erste Stuffe.
Zweyte Stuffe,u. s. f.
Wohl der Nachkomenschaft.Erste Stuffe.
Zweyte Stuffe.u. s. f.