72 Das Fuͤnffte Buch/
Als Er ſich aber Ano tzoy gen Leiptzig begeben/ daſelbſt das Winterlager zuhalten: iſſt
Er inn der Chriſt Meſſe bey nachte/ inn S. Thomas kirchen daſelbſt/ von einem/ Son G.Meuchel⸗ Philipps zu Naſſaw darzu beſtelleten Meuchelmoͤrder/ heimlich vnd verraͤtherlich erſfo-mord. chen: vnnd daſelbſt ins Pauliner Cloſter begraben worden. Er hat mit Fraw Gutten ke-
ne kinder gezeuget...Marggrafe Aber Anno tzos hat Marggrafe Otto von Brandeburg/ Marggrafen ConradenHere on!“ des Churfuͤrſten ſohn/ ſo ſonſt ein Tempelherr geweſen/ vmb fie gefreyet: iſt auch in willensBranden geweſen/ per Diſpenſationem Papalem, fie zuehelichen: tft aber inn demſelben Jahr/ zburg. Bernmivald/ geſtorben: vnd zu Chorin begraben: daß alſo dieſe Ehe nicht vollzogen worden.
Doch fol F. Gutta hernach/ wie etliche vorgeben/ einen Hertzogen in der Schleſien bekom-
men haben. ö23 Das 1 III. Capitel. HanVon Frewlin N. geborne von Henneberg: Frawenzu Franckenſtein..aan Jeſes frewlins nahmen wird nirgend ausgedruckt: allein wird diß vermelbet/
Fs weſen/ vnnd einem Herꝛen von Franckenſtein verheyrath worden/ wel-
N Bes Zn cher mit jhr zween ſoͤhne gezeu get/ Ludtwigen vnd Sighoten zu Franckenſtein:die hernach jhrem Vettern Fůrſt Bertholden Ano zo die Herꝛſchafft Fran-ckenſtein verkaufft. teten& 2delhett Sonſt finde Ich daß vmb das Jahr 1317 ein Herz von Franckenſtein gelebt/ des geAdelhett. mahl Fraw Adelhe t geheiſſen: daher Ich nicht vbelgleube/ dieſelbe Adelhenn ſey dieſe/ Gra-fen Bertholden des vin/ tochter geweſen.;Von Grafen Bertholden des nahmens dem zehenden/Grafen vnd Erſten Fuͤrſten zu Henneberg.H Jeſer G. Berthold des nahmens der zehende/ Grafen Bertholden des vinW ander ſohn/ iſt Anno 12721 dieſe Welt geboren worden.SV Er iſt ein feiner friſcher/ gefunder) auch lieblicher holdſeliger junger, Herr geweſen: von feinen geraden/ ſtarcken glidmaſſen/ vñ guter farbe. Dar-WON neben hortig/ wacker vñ frewdig/ zu allem was Er thun ſollẽ luſtig vnd behen-de Von hohem vnd ſcharpffen verſtande: vnd ſonderlich eines gar guten gedaͤchtniß/ nichtTreff lichs alleine leichtlich vnd wol/ was mañ jhme fuͤrgeben zufaſſen vnd zu lernen/ ſondern ſolches
Ingenium- auch lange vnd wol zubehalten. Daher Er dann in der jugend fur andern im ſtudio(dar zun
Er eine ſonderliche luſt gehabt)wolzugenohmen/ vnd feinen Mitgeſellen weit vorgelauffenvnd ſich doch deſſen nicht vberhebt: ſondern ſich mit worten vnd geberden gegen jedermaͤn-niglich freundlich vnd demůtig verhalten. 4, da Er noch jung geweſen/ weit vnd breit/ an koͤnigen vnd Fuͤrſten HofenKöͤbltcher vom jungen Grafen Bertholden zu Henneberg/ vnd von feiner geſchicklichkeit zuſagen ge
lunger · vert. wuſt. Denn fichs offt zugetragen/ daß Er noch gar Jung/ von porfallenden gemeinen vnd
auch wol andern wichtigen haͤndeln/ nach feinem alter/ klůgliche vnd weißliche ahnſchlaͤgegegeben/ daß ſichs die Eltern vnnd Raͤhte hoͤchlich verwundern miſſen: auch daher deſſermehr hoffnung vnd groͤſſere Liebe/ zu ihme gewonnen: vnd hat man jhn auch darumb zeit-lich den klugen Graff Berthold geheiſſen. Welchem nahmen Er darnach inn allen vorfal-lenden eigenen vñ gemeinen ſachen/ dermaſſen nachgeſetzt: daß Er auch iñ feinem alter/ vñnach ſeinem tode/ biß auff den heutigen tag/ dieſen Ehrentitel erlangt vnd behalten: daß Er
Beorckoldus Bertholdus Princeps Sapiens& pro vidus:; der weiſe vnd fůrſichtige Fůrſt Berthold ge-
Sapient. nent wird.
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