196 Das Fuͤnffte Buch/Landgrafen/ beiſtand zuleiſten. So balt aber ſolchs der Landgrafe innen ward/ chen daztt-mahl als Er Arnſtatt zum andern mahl belagert hatte: vnd jhme die zeitung ein kam/ daßF. Heinrich im ahnzug were/ Arnſtatt zuentſetzen: beſchied vnd erbat Er jhn freundlich zuWaſſeburg. ſhme auff Waſſenburg zukommen. Wie dann auch geſchach. Da fie ſich vber der vorge-ſchlagenen Heyrathfreundlich mit einander beſprochen vnd endlichen alſo verglichen/ daßEhebeſchluß Fuͤrſt Heinrich feiner tochter Eoburg/ vnd etliche Flecken mitgeben ſolte/ vnd ſchieden alſoinn friede darauff von einander.Imm folgendem Jahr ſchickte F. Heinrich ſeine tochter/ Frewlin Katharin/ dem jun-Beylager. gen Landgrafen/ deme fie vertrawet war/ gen Iſenach/ gar koſtlich gezieret/ vnd Herzlich geslejtet. Die ward demſelbigen ehelich beygelegt: vnd eine ſtattliche Hochzeit gehalten. Aberdie freundſchafft werete nicht lange.Dann Fuͤrſt Heinrich wegerte ſich/ die Herꝛſchafft Coburg dem Landgrafen/ derge -Braut wies ſtalt/ einzureumen/ wie Er begerte. Da ward der Landgrafe auch wunderlich/ vnnd ſchicktek deme von Henneberg ſeine tochter wieder. Vnd kauffte den. herꝛn von Saltza⸗ Saltz-Ae zun, ungen vnd Franckenſtem, das Schloß Altenſtein ab/ zwiſchen Jſenach vnd Breitin-ſchen Thy gen gelegen/ vnd ſolchs Sürft Heinrichen zuwieder. Darüber ſich ein hefft iger krieg zwiſchẽringen vnd ſhnen erhaben: dariñen beyden theilen/ trefflich groſſer ſchaden geſchehen. Deñ Fuͤrſt Heinz. nich fagte dem Landgrafen ab/ vñ zog vber walt/ in Thyringen / vnd thet groſſen ſchaden. Er2 ließ auch heimlich zu Creutzburg an der Werra / die tieffe der graͤben/ vñ die hoͤhe der Maw-Farnehmen ren abmeſſen/ in willens dieſelbige Statt zuerſteigen. Aber die Burger wurden gewarnet/vnd lieſſen eylends die graͤben tieffer machen/ da nun der von Henneberg kam/ mit feinen/nach abgenohmenem Maaß/ bereiteten Sturmleitern: vmb Mitternacht die Statt ʒuer-ſteigen/ da waren die leittern zu kurtz vnd als die Wechter ſolchs jnnen worden/ rieffen fie iñallen gaſſen/ feindio: darüber die gantze Burgerſchafft aufffommen/ vnd& mit jhren geweh-Abzug mit ren/ nach den Mawren gelauffen/ vnd denen fo ſich albereit ahn die Mawren gemachet/verluſt. haͤßlich auff den dienſt gewartet: deren viel erworffen: aber vielmehr ſonſt beſchadigt: wiemann folgendes morgens/ an blutmalen/ vnd zerbrochenen Helmen/ ſpuͤren konnen. Deidie todten nahmen die Hennebergiſchen alle mit ſich hinweg.Da nun der Fuͤrſt geſehen/ daß fein vorhabens vmbſonſt vnd vergebens: vnd Er dieScharffen. Statt alſo nicht einbekommen koͤnnen, brandte Er die vorſtat ab/ nam mit ſich was Erberg. kondte fortbringen: vnd zog vor tage hinweg: vnd beſatzte das Hauß Scharffenberg(auffdem Thyringer Walde zwiſchen Iſenach vnd Waltershauſen gelegen) mit feinem Volck:welche täglich herausſielen/ vnd biß für Gotha / Iſenach vnd Tenneberg ſtraifften. So leg-Altenſtein. te dargegen der Landgrafe auch volck auff den Altenſtein/ die fielen vber die Werꝛa/ deme16. Henneberg gleicher geſtalt iñn fein Land vnnd Gerichte: vnnd theten ihme nicht wenigchaden:Scharffen⸗ Endlich ruͤſtete ſich Landgrafe Fridrich mit feinen. Stätten vnd Mannen/ vnd legte. 3. bela · ſich für Scharffenberg: vnd rieff auch die von Erffurt zu hulffe: welche ſich/ mit Bliden vndgert anderem Sturmzeug/ wol bereitet/ fuͤr Scharffenberg funden: ſtuͤrmeten daſſelbig SchloßEuſabeth gar feindlich/ hetten es auch gewonnen: wenn ſolchs nicht die alte fuͤrſtin/ Landgrafen Frie-‚ Zandgeöfin drichs Mutter/ Fraw Eliſabeth geborne von Arnshage/ ſo auff Gotha jhr leibgeding hatte/vorkommen hette. Denn dieſelbige wante für/ wenn das hauß gewonnen wurde/ fo lieſſensdie von Erffurt nicht bleiben/ ſondern zerbrechens inn grund: weil es nicht inn die Herr-ſchafft Thyringen gehoͤrete Vnd dz wuͤrdejhren ſohn vielleicht hernach allzuſehr geremẽ-ſo es doch noch wol ſeinem ſohne/ dem jungen Landgrafen Friedrich/ ſo ſich mit deren vonHenneberg verehelicht/ zu eigen werden moͤchte:Streit fir. Vnter des ſaumete ſich Juͤrſt Heinrich von Henneberg auch nicht/ verfamlete ſichee,, mit den Francken/ vnd feinen freundẽ/ vnd zog vber Walt: kam in groſſer eyle fur Scharf-. afe fenberg: vnd vberfiel daſelbſt des Landgrafen volck/ ſo dafür lag. Da erhub ſich ein groſſeninn gefahr, ſtreit/ vnd wurden viel guter Leute erſchlagen. Auch were der Landgrafe ſelbſt vmbkommen/oder zum wenigſten gefangen worden: wo Er nicht die mal/ zu feinem groſſen gluͤck/ alsein
Arnſtattbelagert.
.llut