Buch 
Hennebergische Chronica : Der uralten loblichen Grauen vnd Fürsten zu Henneberg, Genealogia, Stammenbaum vnd Historia, Ihrer ankunfft, Lob vnd gedenckwürdigen Thaten, Geschichten vnd sachen, ware vnnd gründliche Beschreibung / Mit sonderm vleiß auß alten Briefen, Vrkünden der Clöster vnnd Verzeichnussen, Monumenten vnd bewerten Historicis zusammen getragen, vnd in fünff Bücher ordentlich verfasset, Durch Magistrum Cyriacum Spangenberg
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Das Fanffte Buch.

268burg/ geborner Herteg von Sachſen : ſo gleich damals von Kay

May. wieder nach Hall

ereyfet: vnd ohn gefehr alſo dißmals gen Schleuſingen kommen. 5gerey Inn der Jugendiſt dieſer junge Herr gen Leipzig zum Studio geſchickt/ vnd iſt zeitlich,mit gůten Pfründen verſehen/ vnd Anno 1520 auff eingebrachte Bei eiß beyder BiſchoffeGeorgen Conraden zu Bamberg vnd Wirtzburg/ vnd H. Hanſen zu Sachſen/ vnd G.ermanvon Henneberg/ zu Straßburg : ANo 155154 Eslu/ ſolgends auch zu Bamberg vnd Wirtzburg Thumbherꝛ worden. Aber Er hette viel beſſer zu einem Kriegs Mann/ denn

zum geiſtlichen Herꝛen gedienet Denn Er jmmer freydig/ vnd zu palgen geneigt geweſen.Año i532 kam er irtzburg/ eins bey

daruͤber in dieſe beſchwerung Nach dem Er zu Win(. hellem tage /mit etlichen Buͤrgern/ inn der Judengaſſen/ vber etlichen von jhnen/ wider ſonverdrieß lich verlauteten Worten zuſamen kommen biß auffs reuffen darauff Er fol-gend ſich mit einem der Valten Kuͤlwein genand am Marck/ bey den Graͤten geſchlagen.V ad o langſt hernach den Sontag nach der Heyligen Treykonig tage bey naͤchtlicherweyle zwiſchen achten Ind neunen/ ſambt einem knechte/ auff dem Marckt/ an die Schar-wechter Haufen Sicheln/ Niclaß Kettnern/ Caſpar Weltzen/ vnd Veit Meichſner geſtoſ-wastar, ſen/ die ſhn recht fertigen wollen; vnd gefragt was Er da mache. Erals bald ausgezogen/giſche wach nd ſie ahngelauffen. Als jhn aber dicſelbigen an feiner rede erkand haben ſie jhme gutewort gegeben/ gebeten/ Er ſolte zu friedẽ ſein: inn vnguͤte nichts wieder fie vornehmẽ·Darauff Er geantwortet/ ja: vnd feine Wehre widerum eingeſteckt. Doch mi beſchwerli-chen drew worten ſie ſolten jhn nicht vmb ſonſt gerecht fertiget haben. Alß nun die wechterden Marckt gegen dem Grafen Eckarts Thurn hinnab gangen ſprenget ſie derJunge. Herꝛ widerum b ahn/ vnd gibt dem Veit Meichſner cinen ſtreich/ daß Er als balt li-gend bleibet/ vnd mache Er ſich des Morgens mit dem aller frulheſten zur Statt hinauß.Hierauff Biſchoff Conrad alle haab vnd guter zum Ratzemwicker inventiren laſſen/auch wider den Fůrſten ein geiſtlich Gericht gehalten/ vnd jhme alle ſeine Pfruͤnde/ dieſesltodt ſchlags halben/ abgeſprochen.*¶Bapſtliche Fürft Chriſtoff aber brachte zu Rom ein Keſcript aus/ an den geiſtlich en Richter. Dasvdorſchrifft. von appellirte aber Biſchoff Conrad/ widerumblgen Rom / vnd trieb die ſache durch feineProcuratores fo hefftia/ daß der Furſt feiner Prebenden zu Wirtzburg privirt ward.König Ferdinandus/ der Biſchoff zu Bamberg vnnd die Landgrafen zu Heſſen /ſchrieben an Biſchoſf Conraden/ den Fuͤrſt Chriſtoffen wieder einzulaſſen/ das ſchlugErrund ab: vnnd wolte jhn kurtz vmb inn ſeinem Stifft nicht leiden. Nach demeDiſpenſation aber der Fuůͤrſt eine KAbſolution vnnd Diſpenſation zu Rom aut brachte/ vnnd ſich mitdes entleißten weibe vnnd kindern vertragen/ vnnd jhnen 200 gůͤlden gegeben: bewillig-le zuletzt Biſchoff Conrad/ daß Er feine Prebenden zu Wirtzburg reſigniren mochte.. Das thet Er/ vnd vberließ dieſelbigen Herꝛn Chriſtoff von Auffſaͤß. Anno i539 den 4 Junijafffaß. vnd kam darnach nicht mehr gen Wirnburg/ ſondern enthielt ſich ſtettigs zu Bamberg / daEr auch Thumb herꝛ geweſen: vnd Anno i540 daſelbſt zum Thumbdechan erwehlet wordẽ.Als aher Biſchoff Conrad zu Wirtzburg geſtorbenvnderſtund Er ſich widerumbThumbherꝛ zu Wirtzhurg zuwerden. Denn wie der new Erwehlte Biſchoff Conrad vonBibra / die Oberlaͤndiſche Stadte/ imm Stifft einnahm/ thet ſich F. Wilhelm von Hen -neberg/ dieſes F. Chriſtoffers Vatter, gar freundlich zu jhme/ vnd bat/ di vngnade gegen ſei-Ehllian nen ſohn fallen zulaſſen. Vnd nach deme Herr Ehrlian Fuchs/ ſeine Pfruͤnde auch einesSich⸗ odtſchlags halben/ ahn Herꝛn Wolff Dietherichen von Schau mherg ſeinem mit Thum̃-herꝛen/ Anno zz 6 an S. Lucas abend/ verwircket: handelte 5. Chriſ off ſo ferne mit HerrThilian/ daß Er jhme feine Prebende zuſtellet Vnd conſtituirte n beyde jhre Procurato-res ad reſignandum& acceptandum. Die kamen gen Wirtzburg Anno 541 den 2 Febr.Bund als gleich dazumahl Herr Lorentz Truchſeß zu Mentz/ Wirtzhurg vnnd

& 3) 1eren AWormbs Thumbherꝛ/ auch zu Wirtzburg Senior vnnd jubilcus war: ſuchten die

Cruchſes.·* Procuratores beyde bey jhme gang freundlich mb Qonlens der Reſignation ahn/daß ſchlus er jonen ab. Denn die ablolution fo Fürft Chriſtoſ zu, on ausbracht/ale nichtwnol in betrirt, für vnkräfftig geachtet. Alloſchiel te guͤrſt Chriſtoff gen Re-