Leich-Predigt. 5
legen wollen, daß sie die öffentlichen Lehrer des WortsGOttes, welche nicht in allen Stücken wie sie beri-eten, reden, und sich gebärden, verächtlich genugansitzen, und von ihren Worten und Wereken sehrlieblos urtheilen
Wir wollen allhier nicht untersuchen, ob diePrediger mit ihrer Lehr-Art und Aufführung nichtAnlaß dazu geben; sondern gestehen fteymüthig, daßsolches, laider! nicht selten geschehe. Allein manwird dabey auch gestehen müssen, daß auch die ge-treusten Knechte GOttes dem Haß und Verachtungder Menschen gar oft blos gestellt worden. Wir fin-den hievon viele Klagen in den Schriften der Pro-pheten ; und was wollen wir sagen? Hat nicht IE-sus Christus selbst, dieser grosse Lehrer von GOtt ge-sandt, welcher keine Sünde gethan hat, und- Pet.-:--.in dessen Mund kein Betrug erfunden worden,welcher über die Einwohnere zu Jerusalem , und son-derlich ihre geist-und weltliche Vorstehere geklagt:
Daß sie todten die Propheten, und steinigen Matth . 2;:die zu ihnen gesandt sind; hat Er nicht, sage ich,das gröste Widersprechen, auch von denen, die vorandern sich einer grossen Heiligkeit rühmten, Haß,Verfolgung, ja den schwächlichsten und schmertzlich-sten Tod leyden müssen? Seine Jünger und Apostelhaben auch ein gleiches erfahren, ihr Meister Hat esihnen zuvor gesagt: Daß sie müssen gehastet wer-Matth . 24:
A z den ''