Buch 
Des Fürtrefflichen Hochgelahrten Herrn Alberti Krantzij VVandalia Oder: Beschreibung Wendischer Geschicht : Darin[n]en der Wenden eigentlicher Vrsprung, mancherley Völcker, vnd vielfaltige Verwandelungen, sampt dero vollbrachten großmechtigen Thaten, vnd was sie entweder vor Reiche angerichtet, oder auch zerstöret ... / Allen der Historischen Warheit liebhabern, erstlich vom Authore in Latein vorfertiget: Nun aber denen, so derselben Sprach vnerfahren, in Hochteutsch transferiret vnd vbersetzet, Durch M. Stephanum Macropum vom Andreaßberge
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Wendischer Geschicht/ das I. Buch.

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theil der Wenden/ die man Winulen heisset/ ihren Nahmen bekommen. Wiewoles scheinet/ daß etliche wegen ihres behenden Reden/ für Wandalen/ Winuten ge-faget haben. Als aber König Frotho/ deß vorgedachten Frotonis Enckel in Dansnemarcken regierte/ hatte er Starcaterum/ der feiner ongehewren Stärcke hal-ben allenthalben beruffen/ bey sich/ von dessen Lob ich in meiner Dänischen vnndSchwedischen Chroniken hiebenor geschrieben. Dieser Starcaterus namb denWinulum/ fampt einem Hauffen Kriegsleuten zu sich/ vnd vberzoge damit etliche Orientalische Völcker/ die vorhin dem Könige zu Dannemarcken JhårlichenTribut zu geben pflegen/ jeho aber sich dessen widrigten/ dieselbe entweder dadurchzu schrecken/ oder von newem in vorigen stand vnd gehorsam zu bringen. Daselbsthat er mit den Churländern gestritten/ die noch heute in Lieffland vbrig/ ingleichenmit den Sembländern die jetzt den Teutsche Ordensbrüdern in Preussen zustendigfind. Zu lezt auch mit den Semigalliern/ welche/ wie michs anstehet/ die Latiner Semigaldarumb Senogallos heissen/ daß sie ihre ankunfft von den Gallis her/ vnd dermas- lier.sen in folgenden zeiten gewachsen haben/ dz sie auch in vnzehlicher menge vor vielenJaren in Italien gefallen/ dasselbe verherget/ die Stadt Rom in den brand gesteckt/ Senogalsvnd in Thracien / vnd vnter mehr andere Völcker ihr Geschlecht außgebreitet/ vndalso rechte Gallogræci zu nennen. Jetziger zeit aber/ ist der Nahme in de Morgens verstrewsländern verloschen/ vnd steht zu besorgen/ daß es mit den Lieff: vnd Churländern in te wordenweniger zeit gleicher gestalt zugehen möchte/ nach dem ihre Sprachen je länger je halbrasmehr abnemen/ vnd in bero benachbarten allgemach gewandelt werden/ dalon ich halbGrieallbereit in meiner Vorred etwas gesaget. InWenden aber waren der zeit dieKrie- chen.ge in folchem ansehen/ daß nicht allein die Männer/ sondern auch die Weiber vnd FrawenJungfrawen sich deren befliessen/ das jetzt felgam wer zu hören. Darumb wir vns vnd Jungfrawenvber die Königin Semiramidem bey den alten Babyloniern/ vnd bey den Troias habenfichnern vber die Penthafileam/ die so hihig vnd eifferig auff den Krieg geweft/ daß sie deßriesgleichfamb( wie der Poet Mantuanus schreibt) vnter dem Heer in zorn gebrennet/ gens auchbeflieffen.vber Camillam/ die in Italien schwere Krieg vollbracht/ vnnd andere mehr/ die in Exempelvnmenschlicher arbeit/ deren man in Kriegen muß gewohnen/ dermassen erhartet/ bey vnterdaß sie keiner gefahr geachtet/ desto weniger verwundern/ sondern bey dieser Wen- schiednendischen Nation vns erinnern sollen/ was die Bohemen in ihren Geschichten beymSyluio schreiben/ daß daselbst eine Jungfraw Libusfa genandt/ nach absterben jres& ibussa.Batters/ das Regiment/ welches vnter ihrem Herrn( den sie auß geheiß der Länd-stånde/ als die sich vom Weibe nicht wolten regieren lassen/ ehelichen müssen) allsgemach wider in abgang kommen/ so wol vnd trefflich verwaltet/ daß auch etlicheihrer Gesellschafft/ nach ihrem Todte/ die fich erinnerten/ was ihnen bey zeit ihrerKönigin für Ehre/ nun aber vnter dem Könige für verachtung zußtünde/ eine zufammenkunfft angestellet/ darinn sie Valifcam eine fecke Jungfraw zu ihrer Füs Valisca.rerin auffgeworffen/ zu denen sich mehr gesamblet/ dz sie ein zimblich Heer kundtenzu wege bringen/ Darnechst sich in den dingen/ die zum Krieg gehören/ mit reuten/schiessen/ Bogen spannen/ Ordnungen vnd Schlachte zu machen/ in solcher maßgeübet/ biß es ihnen Kinderspiel worden. Vnnd als sie auff diese weiß sich gerüstet/forderten sie Männer vnd Junge gesellen auff zum Streit/ die auß verachtung derWeiber sich langsamb darzu nötigten, vnd würden darüber geschlagen. Dergleischen begegnete andern mehr/ die jhnen im streitten für die Hand kamen. Darauffnamens zum beschuk vier oder fünff Schlösser ein/ dahin sie beydes ihre Zufluchthaben/ vnd wenn es noht/ sich darauß wehren köndten. Diß trieben sie sieben Jahrvnbezwungen/ vnd wurden diejenige allesampt vberweltigt/ die sich ihrem Weiblichen Gewalt mit Krieg zu wider segen/ vnterstunden/ vnnd dorffte auch König WeiberPribißlaus damals Wittwer fich nicht wider sie zu Felde geben. Summa/ es war Regimeeniemand/ der ihnen öffentlich etwas fundte abhaben. Zu lezt wurdens mit Hinder in Bohelift vberraschet vnnd getrennet/ Also ist endlich ihr Regiment zu boden gangen. michinterDiß sollen sie in Bohemen( wie ich gesagt) nach außweisung derer obangezo- lit vntersBij

genen

Voldern.

ரோல்

men wird

drucket.