Buch 
Des Fürtrefflichen Hochgelahrten Herrn Alberti Krantzij VVandalia Oder: Beschreibung Wendischer Geschicht : Darin[n]en der Wenden eigentlicher Vrsprung, mancherley Völcker, vnd vielfaltige Verwandelungen, sampt dero vollbrachten großmechtigen Thaten, vnd was sie entweder vor Reiche angerichtet, oder auch zerstöret ... / Allen der Historischen Warheit liebhabern, erstlich vom Authore in Latein vorfertiget: Nun aber denen, so derselben Sprach vnerfahren, in Hochteutsch transferiret vnd vbersetzet, Durch M. Stephanum Macropum vom Andreaßberge
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Wendischer Geschicht/ das VI.Buch.

213Jordanus der Truchseß/ mit welchem Adolphus vnd die Holsteiner ein treffentheten/ vnd trieben viel daruon in die Trave / die darin ersoffen/ etliche aber namenfie gefangen mit sich/ vnter welchen war auch Helmoldus vnd Jordanus. GraffBernhardt von Schwerin entran kümmerlich/ die Gefangenen wurden auff Sesgeberg geführet/ vnd nach gerade mit großem Gelde wiederumb gelöset. Helmoldus gab zu seiner Ranzaun dreyhundert/ der Truchseß aber dieweil er reich/ sechshundert Marck silber. Welchs fast eine anzeige ist/ daß Helmoldus nicht vomGräfflichen Stande gewesen/ oder ist seiner vieleicht darumb verschonet/ daß sieverhofften/ er solte etwan jhr guter Freundt noch werden. Den andern aber/ dicaweil anders nichts weiters von ihm zuerwarten/ haben sie alles sein Gelt abgesscházet. Sonsten were diese gleichung zwischen einem Graffen/ vnd einem Kriegssman/ der noch vber das seinem Fürsten dienete/ zumahlen vnbillich. Der zeit herzschete im Rom : Reich Henricus der sechste/ dem noch bey lebzeiten seines Vatern Keyserdie Crohn war auffgefeßt. Wie er nun hörete/ daß Herzog Heinrich der Lewe in HemrichSachsen wieder ankommen/ vnd Lübeck erobert/ auch Graff Adolphen Landt ein- der VIgenommen/ zog er eilich im Zorn auff Braunschweig / vnd war fast an dem/ daßers erhaffchet hette/ vnd solchs zwar mit keinem vnrecht/ sintemahl Herzog Hein-rich auch an des Reichs Hochheit vorhin sich vergriffen. Aber Herzog Heinrich Der Herserlangte durch der Abgesandten vnterhandlung/ daß ihn der Keyser zu gnaden an Bog musnahm/ vnd vertrug die Sache also/ daß der Herzog Graff Adolphen/ welcher ins dem Grasheilige Landt verreiset/ alle das seinige wieder zu handen stellen/ vnd die Stadt fen seinabgenomsLübeck mit dem Graffen theilen solte. In solchem Vertrage war auch begriffen/ menganddaß er der Herzog die Mauren an der Stadt Braunschweig an vier orthern folte wider eineniederreissen/ damit sie die Thor hinfüro vor dem Keyser nicht zuschlossen/ weitersauch Lowenburg abbrechen/ vnd feinen Jüngern Sohn zum Geissel ftellen/ daß erfolchem Vertrage wolte nachleben vnd den Frieden halten.Vnd ob er zwar seinenSohn schickte/ der auch kurz hernach zu Augsburg gestorben/ warde doch von denandern Puncten nichts ins Werck gestellet. Damit er gleichwol gnad beym Keysererhielte/ fertigte er auch seinen Sohn Henricum/ sampt vielem Volck an jhn/sinen Zug in Apulien mit ihm zuthun/ auff welcher Reise der Keyser zugleich die Crohn zu Rohm empfangen. Jest lauffen wir nur kurk drüber her/drumb daß wir nur die dinge berühren/ welche der Stadt Lübeck / als der vornembsten zier des Wendischen Landes/ angehen/ das vbrige haben wir weitleufftigerin vnser Saronia außgeführet. Es ist wunderlich anzusehen/ daß sich die Herr Lübeck fchafft innerhalb hundert/ ja auch sechzig Jahr/ von zeit ihrer erbawung an so offt hat ihregeendert. Denn im ein tausent ein hundert vnd vierzigsten Jahre ist sie vom offe gesGraffen angefangen/ vnd von ihm nach dem Brand an Herzog Heinrich fom- wandelt,men/ der sie durch die darin angerichtete Ordnung trefflich gemehret. Folgends.hat sie sich dem Keyser ergeben. Von jm ist sie eines theils dem Graffen wieder ein-behendigt/ vnd nach Heinrich des Lewen wiederkunfft/ so ist sie wieder in seine geswalt gerathen/ darnach ist sie dem Graffen noch ein mahl zugestellet/ vnd furtdarauff den Königen in Dennemarck zu theil worden. Zum aller legten ist sie demRömischen Reich wieder heimgefallen/ vnter dessen schuß vnd schirm sie biß heutigstages verblieben/ vnd forthin( ob Gott wil) bleiben wird. Vnd ist diese enderungnoch innerhalb hundert Jahren/ vnd ehe denn dieselben jhre endschafft erreichet/ geschehen.

reumen.

Herren

Jtler weil fam Graffen Adolph vor Tyro die Zeitung von der D; xxx1,feinen Zuſtande/ vnd das Herzog Heinrich fein Landt eingenommen. DerGraff

Capit.

Derwegen nam er ihn auffrath seiner guten Freunde für/ wieder anheimb bekompezueilen. In Schwaben besuchte er den newen Keyser Henricum Friderici Sohn/ seitungvnd klagte ihm seine noth. Der Keyser verehrete ihn mit stattlichen Geschencken/ wegen fetevnd hieß ihn wegen seines Landes guts muths sein/ er solte das seinige wol wieder nommenebekommen. Wie er aber gen Schawenburg fahm/ erfuhr er/ daß ihm der Weg Landes,

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