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Des Fürtrefflichen Hochgelahrten Herrn Alberti Krantzij VVandalia Oder: Beschreibung Wendischer Geschicht : Darin[n]en der Wenden eigentlicher Vrsprung, mancherley Völcker, vnd vielfaltige Verwandelungen, sampt dero vollbrachten großmechtigen Thaten, vnd was sie entweder vor Reiche angerichtet, oder auch zerstöret ... / Allen der Historischen Warheit liebhabern, erstlich vom Authore in Latein vorfertiget: Nun aber denen, so derselben Sprach vnerfahren, in Hochteutsch transferiret vnd vbersetzet, Durch M. Stephanum Macropum vom Andreaßberge
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Wendischer Geschicht/ das VII. Buch. 255Fürften. Sein Gemahl fiel jhn vmb den Halß/ vnd kundte sie niemand von ihmbringen. Seine Geschwiegerinnen wünschten ihm Glück/ vnnd ward jedermanerfrewet/ dieweil sie ihren Herrn/ den sie verlohren/ wieder gefunden/ vnnd denman vor todt gehalten/ lebendig sahen. Noch viel lieber war ihm zu feinem Vaterland/ vnd hinwieder demselben zu ihm: Vngleich groffer war die lieb/ als wenner jmmerzu daheimb gewesen were/ oder die Vnterthanen auch sein Gemahlin/Kinder vnd Kindskinder allzeit für augen gesehen hetten. Also pflegets herzugeshen/ daß man eines dinges nicht groß achtet/ biß das man dessen lang entbehret:Ihme bedauchte seltsam/ das sich alles in seinem abwesen so wünderlich verkehret/er fahe seine lieben Kindskinder/ hörte seiner Tochter trawrigen fall/ vnd ordnetewiederumb zu recht/ was ausserhalb zauns verschritten. Diese frembde Geschichtbewegt mich/ das ich noch eine erzehlung deroselben/ welche grosse Leute gesetzet/wiewol sie nicht gar glaubwirdig scheinet/ muß herfür bringen. Man sagt/ daser Anderevon dem newgefornen Soldan in seinem alter vnd schweren dienstbarkeit sey einß erschlungmahls in den Chriftfeyrtagen/ dieser Gestalt angeredet worden: Lieber begehrestuvorigergeschicht.wol deinem Chrifto zu ehren dessen Tag man heut in der Christenheit feyrlich besgehet/ ledig zu sein: Worauff er sagte: Herr/ es stehet bey dir/ du magst mit deinemKnechte machen wie du wilt. Wer wolte aber schaffen/ das ich wieder solte zu denmeinen kommen? Mein Weib/ meine Kinder haben meiner lang vorgeffen/vnd mich für todt gerechnet. Der Soldan antwortete: Es ist nicht also/ ich habevon Frembdlingen aus deinem Lande erfahren/ daß sie alle gesund/ vnd nach direin grosses verlangen tragen. Vnd damit du verstehest/ daß ich vmb deine ankünffevnd zustand gute Wissenschafft habe/ weistu dich zuerinnern/ das/ wie du mitdeinem Vatern Krieg in Lieffland führtest/ shm ein Büchsenmeister gedienet/ derden Feinden offe groffen vnd schrecklichen schaden zugefüget? Derselbe bin ich/ derich hernach bey den Tartaren zu stattlichem dienste erfordert/ vnd nun noch zu vielhöhern ehren bey diesen Volckern/ wie du fichest/ gestiegen bin. Welan/ ich lassedich hiemit loß/ vnd vmb alter Gesellschafft/ wil ich dir Zehrgeld darzu geben. Ersagte ihm danck/ vnd schied von ihm hinweg. Vnd wie er von Ptolomaide abschiffete/ ward er zum andern mahl auffm Meer gefangen/ vnd als ein flüchtiger wie-derumb zurück geführet/ Der Soldan fertigte ihn wiederumb ab gehn Cypern /daselbst fand er seines Vaters Schwester/ des Königes Gemahlin/ deren ich dresKöniginin Cypern ben gedacht/ die erzeigte jm viel guts/ vnd schickte ihn zu jrer fchwester in Maffilien/ vom mesda er auch etliche tage auffgehalten/ vnd fürther zu seiner mutter freunden de Graf. ckelnbursgischenfen von Henneberg geschickt worden. Die Graffen verschrieben ihn ferzner an denRach zu Magdeburg / welcher ihn folgends mit grossen ehren in seine Heimet gessendet/ da er seinen Sohn Heinricum in der Belagerung vorm Schloß Glessemfol angetroffen haben/ ders denn anfänglich nicht gleuben wollen/ daß sein Vaterwiederkommen/ dieweil er vorhin allbereit sampt seiner Mutter von zweyen/ diesich zu vorschiedenen zeiten für Heinricum außgegeben/ war betrogen worden/auch beyde shre verdiente straff dafür empfangen/ davon der eine im Fewr/ der an- die sichder im Wasser herhalten müssen. Der Vater vermahnete/ die drauffen solten einen fälschlichGalgen auffrichten/ vnd die morder drinnen damit schrecken. Als sie den erfahen/ ricumaußliessen sie den Muth sincken/ vnd ergaben sich theils gutwillig auff Gnade/ theils gegeben/aber wurden gefangen/ vnd Vierzig davon in die Lufft gehenget. Immittelst fer- gerichtet,tigte seine Gemahlin etliche alte ansehnliche vom Adel zu ihm/ die ihn vorhinsehr wol gekennet/ zusehen/ ob ers were/ nach dem man bißhero so inniglichennach ihm gehoffet. Nach erlangter eigentlicher Zeitung/ zogen sie einander invollen Frewden vnter augen/ hålseten vnd küsseten sich/ vnd giengen jhnen zu beysden seiten vor grosser begier vnd Liebe die augen vber.Dises ist die andere Erzehlung/ vnnd mag der verständige Leser hievon selbst vrtheilen. Ich zwar laß michbedüncken/ daß es nur ein erdichtes Thun sey/ wie denn aus Nachfolgendenwird zuersehen sein. In dem nechsten Jahr hernacher/ da hörete er/ das aus

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