Wendischer Geschicht/ das VII.Buch.
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das die Råder ablieffen/ vnd die wagen im Thor liegen blieben. Mit dem drengtenfich ein hauffen Reuter vnd Knecht hinein/ vnd wie sie schier halb an den Marckekommen/ stellten sie sich in die ordnung zum streit. Die Bürger rieffen laut Waffen/ eilten jnen entgegen/ vnd trieben sie zu rück. Vnter des sterckten sich die Kriegesleute beim Thor von allen feitten her/ auch kamen von des Fürsten volck/ die ervoran geschickt auch immer mehr heran/ vnd würden die Bürger mit seinen vomThor hinter sich getrieben/ zu beyden theilen ward hart gestritten/ immittelst so nashete der F.heran. In solchen getummel/ wurden die Obersten in der Stadt auß denSchlaff gewecket/ die giengen auff sicher geleid zu jnen/ vnd fragten/ was sie begersten/ vnd fürhetten.Dieweil dann beyde theil zum schlagen fertig/ vnd man andersnichts dann eine grosse Blut vergiessung für sich sahe/ ward von des Fürsten seitengeantwortet: er were auff Königlichen befehlich kommen/ das er einen jeden gerechtigkeit/ nach seinen/ oder auch/ da es jnen gefellich/ nach Lübischen Rechten/ soltewiederfahren laffen. Heinrich Runge stieg auff einen Kohlwagen/ vnd zeigte denBürgern an/ der Fürfte were darumb kommen/ das er jedem/ ohne gewalt/ vnd oh-ne Blutvergiessen das Recht mittheilete/ dessen sich kein frommer vorweigern fon-te.Die waffen hielten sie innen/ das sie sich nicht dawider sehen dürfften/ der Rädslein fürer Runge aber/ denn sein löcherig gewiffen plagte/ machte sich in eill vber diehalbe/ vnd der Fürst kehrte in die herberg/ so sahen sich die andern auch ihrer gele-genheit nach vmb/ doch blieben hundert geharnischte manner bey dem Fürsten / diewacht hielten: Des morgens verordnete er vier von seinen Råten/ die mußten gerichtsitzen. Die Vertriebene traten herfür/ vnd waren bereit/ den anklagenden antwortzugeben/ es fand sich aber kein anklager/ deshalben würden sie ledig erkandt/ indwieder in jre güter geweiset. Darauff stellten sie vber etliche jre klage an/ deren teilsallbereit das Thor auff den Rücken gefasset/ vnd theils die zugegen/ auch hinausgewiesen/ oder die es zu grob gemacht/ gar mit dem Schwerd hingerichtet wurden.Wie nu alles auff ist besagte wege zu rühe gebracht vnd gestillet/ regierte Henricusan statt des Königs gar allein/ weil die Königischen vnd des Marggraffn Volckneben den feinigen die Safe auff gleichen theil besetzet/ vnd in verwahrung hatten. D; LIII.Vrchardus Bischoff zu Lübeck / ein woluerdienter/ vnd berühm Capit.ter Mann/ den vnser HErr Gott auff Erden sonderlich gefristet das er derBettelmünche rebellion/ so wol auch des leidigen vnd vnsinnigen Pofels be- dert aberginnen wieder die Clerisey/ straffte vnd abschaffte/ verboth zum dritten mahl den mahl mieGottesdienst in der Kirchen/ darumb das die bürger in S.Jacobs Kirchen einfall telmúnagethan/ vnd den Minoriten einen todten Corper/ wie das grab albereit gemacht vn chen,alle ding zur begräbniß in erwehnter Kirchen angestellet/ hinweg genommen hat-ten.Deßwegen er in seinem hohen alter/ darbey er gleichwol böser tag wol gewonet/zusehen muste/ das dieClerisei im far eintausend dreyhundert vnd funfzehen/ zumdrittenmahl zur Stadt hinaus getrieben würden/ das that jm zwar wehe/ doch wesrete der streit nicht lang/ weil sie vernahmen/ das der Bisschoff dem vnglück nichewolte weichen/ sondern sich immerzu desto beherzter gegen sie aufflegte. Vmb diese Rezervnzeit wardt des Tempelherren Ordens Meister sampt einen Præceptoren/ welche Aussenisman bißdaher auff hoffnung ob sie zubekehren stünden gefangen gehalten/ weil gen versfie aber nicht zubekehren sind gewesen/ zu Paris öffentlich verbrandt/ vnd damitsja nirgend an bösen mangelte/ funden sich auch in Polen Kezer/ so die Kirch in derStadt Znidenis verunruhigten/ die dessen vberzeuget wurden im Fewer dahin gesschicket/ da sie viel eine grössere pein vnd qual müssen außstehen. Es hatten auch die Die Brusaußseßigen vmb diese zeit durch ganz Franckreich die Brunnen vergifftet/ deßwege den Außsließ fie Konig Philippus alle fangen vnd in fewer verbrennen. Keyser Heinrich der fenigen7.Dieses namens war ist mit dem Kriege in Welschland behafftet/ vnd weil die vergiffteeStädte/ welche sich noch/ an die von Herrn Friederich dem 2. gemachte theilunghielten selbst gegen einander wüteten/ were es dem Keyser leicht zu thun gewesen/das er nur zugeschen/ wie die Welschen einander selber auffgerieben. Demnach er
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