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Des Fürtrefflichen Hochgelahrten Herrn Alberti Krantzij VVandalia Oder: Beschreibung Wendischer Geschicht : Darin[n]en der Wenden eigentlicher Vrsprung, mancherley Völcker, vnd vielfaltige Verwandelungen, sampt dero vollbrachten großmechtigen Thaten, vnd was sie entweder vor Reiche angerichtet, oder auch zerstöret ... / Allen der Historischen Warheit liebhabern, erstlich vom Authore in Latein vorfertiget: Nun aber denen, so derselben Sprach vnerfahren, in Hochteutsch transferiret vnd vbersetzet, Durch M. Stephanum Macropum vom Andreaßberge
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Alberti Cranktj

$ 16Decidentalischen Reich zum Vormünder gelassen/ mit welchen auch das Rd.mische Reich zugleich gestanden/ vnd zugleich auff seinen Todt gefallen. Ich redewas in den Römischen Historien Sonnenclaz vnd am bewertesten ist. Wenignach diesen/ hat Odoacer dieser mehrgemelten Nation König/ welcher von demvbergebliebenen Attilanischen Kriegsheer einer/ vnd der erste Außländische KösJealten. nig gewesen/ die Herscherin aller Länder Italien / ihm vnterthänig gemacht/

vnd ganger funfzehen jahr besessen. Ich habe aber viel vorüber geschlagen. Da. mit niemandts des zuhörens müge vberdrüffig werden. Hiernächst folgen die zei-Carolus ten Caroli Magni/ darinnen der Meckelnbürger sonderlich gedacht wirdt. DennMagnus als derfelbe König der Francken vnd Teudtschen/ das Römische Reich mit seinenLanden voreiniget/ hat er etliche viel jahr mit den Sachsen gestritten/ vnd nachdem er deren Prouing vnd Landschafft verwüstet/ ist er der erste von den Außländischen gewesen/ der eine Brück vber die Elbe erbawet/ darüber er sein kriegsvolckgeführet. Er hat aber weiters nichts verrichten können/ biß er die Meckelnb. zumverbündtniß erfördert vnd auffgenommen/ mit deren hülff er die anderen grobenVölcker gezähmet/ vnd ihnen in seinem abzug die Willfähr mit den andern besnachbarten Ländern zuschaffen/ vbergeben. Hernach sein die seiten der dreyerKeyser Ottonum erfolget/ die voll sind ihrer Lobwürdigen vnd grossen thaten.Mit den Meckelnbürgern ist offtmahls mit mancherley glück gestritten/ vndha-ben zuweiln auch Keyser vnd Könige Obersten vor denselben reumen/ vnd shregezehlte sampt allen was sie gehabt ihnen zur Beut hinderlassen müssen. So eyfaman hele ferig waren sie jre väterliche gefäße vnd d verfahren Religion zuuerfechten. Vndob der als dieses alles/ auch ein mehrers ist von ihnen noch bey zeit ihrer Heydenschafft ge-nit vber handelt worden: Wie sie aber den Chriftlichen glauben einmahl gefasset/ habenver rechte sie so bestendig dabey gehalten/ das sie keine wiederwertigkeit hernacher dauonReligion. abtreiben können/ sonderlich sein die Fürsten sehr eyfferig gewesen/ die angenom

Jeder

ten/ aber

mene Göttliche Religion vorthzusetzen. Solchs bezeugen die noch hin vnd wie-der erbawete Männer vnd Jungfern Closter in den Landen. Zu dem haben siejhre heilige Brunst zu befürderung der Religion auch in dem erweiset/ das feltenein Fürst aus dem stammen Meckelnburg gefunden worden/ der nicht nach demHeiligen Lande gereiset/ vnd aldar den orth/ da die heiligen Fußstapffen vnsersSeligmachers zusehen/ angebetet. Worbey nicht zuuorschweigen/ das derHenrich Durchleuchtige Hochgebohrner Fürst Henricus sich in verflossenen jahren mitSüet zu seiner rüftung in den H. Zug begeben/ vnd eine zeitlang glücklich vnd wol wiederburgvom die Feinde Chriftlichs nahmens die Turcken gestritten. Zum leßten ist er gefan-Türcken gen/ vnd hat vmb die chreGöttlichs nahmens willen/ die harten fåffeln vnd bandegefangen 28. Jahr lang mit groffer gedult/ auch mit grössern ehren/ als vorhin die gülde

Mecklens

nen Ketten vnd Halsbänder zur anzeigung seines hohen Weltlichen standes gestragen. Denn seine außgestandene mühe vnd arbeit/ auch darbey gehabte gedultvmb der chre Christi willen gereicht ihm beydes bey GOtt vnd den Menschen zusonderlichen ruhm vnd ehren/ vnd als er der gefängniß nach langer zeit sich wie-der loß gewürcke/ vnd anheimb kommen/ hat er feine Kinder frisch vnd gesundevor sich gefunden/ mit welchen er die Väterliche Herrschafft glücklich getheilet/vnd in geruhsamen hohen Alter seine lieben Kinder vnd Kindes Kinder gesehen/die ihn mit ihren hånden in shren alt Väterlichen Erbbegräbniß beståttigt/ alldar er im fricden Sålig ruhet. Dieses orths gehe ich viel diefer vnserer Fürsften erhaltene Manliche Siege/ vnd erleuchtete thaten vorüber/ welche/ wenn ichfie alle wolte erzehlen/ würde ich an einen Tag nicht zeit gnug haben. Wer kanaber auch ihr weit vmbher außgebrochne Blutfreund: vnd Gefipfchafft mit den ersleuchtesten Fürstlichen häusern in Teudtschlandt alle erzehlen? Zu dessen anzeigung/ wil ich aus vielen nur eins einführen. Auß diesen Stammen ist Gißla ersbohren/ welche Conradus des Nahmens der ander zur Gemahlinnen begehret/

vnd