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deutscher Seite, wie auch natürlich, wenn man ihre Lage undhandelspolitischen Interessen in Betracht zieht.
Aehnliche Discussionen kamen nun nicht mehr vor, obwohlsich die Pest in diesem Jahrhundert noch öfters zeigte, so 1738bis 1741 in Croatien, Siavonien, Ungarn , wo zur Absperrung wiederMilitärcordons in Anwendung kamen, Böhmen , Siebenbürgen , 1743in Messina , und besonders 1771 in Russland , wo hauptsächlichMoscau darunter litt und 80000 Personen zu Grunde gingen. Merk-würdigerweise, und im Gegensatz zu andern Epidemien, wird voneinem Augenzeugen der Moscauer Pest in einem Schreiben, dasuns vorliegt, behauptet: „les femmes cnceintes ne sont point su-jettes ä gagner la peste, et au cas qu’elles en soient attaquees, cesont les enfants qui en sont la victime; eiles accouchent d’un enfantpestifere qui a tous les symptomes de la maladie; en venant aumondc, ils en meurent sur le champ, et la mere n’en est pointinfectee“ — eine Behauptung, deren Richtigkeit ich stark anzweifelnmöchte. Ende des Jahrhunderts grassirte die Pest in Kleinasien und der Türkei und die italiänischen Seehafen hatten die grössteMühe, deren Einschleppung zu verhindern. Merkwürdige Detailsüber die auf Schiffen ausgebrochene Pest, über versuchte Lan-dungen , welche aber von den sehr aufmerksamen Hafenbehürdenverhindert wurden, werden berichtet und die verdächtigen Schiffeoft von einem Hafen zum andern getrieben. Quarantäne zu haltenwar nie eine angenehme Sache und suchte mit allen möglichenMitteln und Listen vermieden zu werden. Es ist natürlich, dassin solchen Peslzeiten oft da und dort die fürchterliche Krankheitausgebrochen sein sollte, wo es nicht der Fall war und ein solcherl'ausse alarme genügte, um ganz Europa in Bestürzung und alleSanitätstribunale in Thätigkeit zu setzen. Ein solcher Fall ereignetesich im December 1777 zu Veilheim in Schwaben :
Bern theilt in einem Schreiben vom 22. December dem Fürst-bischof von Basel in aller Eile mit, was es durch einen expressenLäufer vom Sanilätsrath des löbl. Standes Zürich wegen einer zuVellheim in Schwaben sich zeigenden, ansteckenden und der Pestgleichenden Epidemie erfahren. In Folge dessen hatte der StandBern ganz Schwaben gesperrt für Menschen, Vieh und Waarenund an den Grenzorten Posten mit bewaffneter Mannschaft ausge-stellt, mit der Consigne, Niemanden von Schwaben her einzulassen,