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Die Pestepidemien im Fürstbisthume Basel / von Dr. Schenker in Pruntrut
(Schweiz)
Entstehung
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Organismus, als dem Microcosmus, in Beziehung gesetzt, und die Planelenmit den hauplsächlichlsen Organen verglichen: so die Sonne mit dem Herzen,der Mond mit dem Gehirn, die Lunge mit dem Mercur, die Leber mit Jupiter,die Galle mit Mars, die Milz mit Saturn und die Nieren mit der Venus.

Die Astra des Macrocosmus können nun leicht perturbirt und giftig ge-macht werden, so dass sie Luft, Erdboden und Wasser vergiften, also diePest hervorrufen und hinwieder vergiften die Leidenschaften des Menschendie Sterne. Die ganze Welt ist von den Gestirnen umgeben wie ein Ei vonder Schaale. Durch die Schaale kommt die Luft und geht anfänglich durchsie auf das Centrum der Welt zu. Die Gestirne, die nun vergiftet sind, be-flecken die Luft mit ihrem Gift, also wo das Gift hinkommt, an demselbenOrt entstehen dieselben Krankheiten nach der Eigenschaft des infizirten Ge-stirns. Ein Gestirn allein kann nicht die ganze Welt vergiften, allein einTheil derselben, je nachdem seine Stärke ist. Das ist der Geruch, Dunstoder Schweiss von den Sternen, mit Luft vermischt. Da die letztere überallhindringt, wird nicht allein die Luft vergiftet, sondern auch die Gewässer,Sümpfe, Teiche, Laub und Gras und alle Früchte des Erdbodens. Poppius.

Dies sind aber im 17. Jahrhundert nur noch vereinzelte Stim-men, welche die alte galenisclie Lehre und paracelsische Phantas-magorien verkünden; schon hat sich die Ansicht Bahn gebrochen,dass es ein Pestcontagium gehe, welches die mörderische Krank-heit verbreite, dass also nicht die verdorbene Luft allein schulddaran sei und gegen Ende des 16. Jahrhunderts wird diese Er-kenntnis allgemein.Die Infection geht durch eine körperlicheEigenschaft vor sich, von einem Körper zum andern, von einemSubjekt zum andern, in nüthiger und geziemender Distanz unddie Mittheilung der Krankheit besteht also in einer theils fühlbaren,tlieils nicht wahrnehmbaren Bewegung von einem Körper zumandern, welche die Krankheit, deren giftige Substanz und sogardie Fähigkeit oder Eigenschaft der Weiterverbreitung an andereObjekte communicirt. Der kräftige Samen derselben ist durcheine unglückliche und todthringende Mischung erzeugt wordenund hat nicht nur körperlichen, sondern auch luflförmigcn in-fectiüsen Stoff inne. Diese ansteckende Eigenschaft wird aber er-zeugt aus einer besondern Fäulniss, welche einem andern Körperzukommt, nachdem dessen Mischung aufgelöst worden von deräussern Hitze, und dessen innewohnende warme und feuchte Sub-stanz sich verflüchtigt hat und so entsteht aus dieser besondernFäulniss jene so giftige und ansteckende Eigenschaft, welche soleicht sich auf einen andern Körper übertragen kann, besondersauf die Luft, durch welches Medium jener Same der Pest, d. h.jener Körper und jene nicht wahrnehmbaren Körperchen, welchedurch die Athmung ins Innere des Menschen dringen, bald das