«KZöH» ( ii )
cken / daß ohne eine solche Annehmung der Zweck der Bevölckerung auch durchdie besten innerlichen Anstalten in einer Stadt nicht erreicht werden kan; Esist eine allgemeine und unwidersprechliche Anmerckung , daß in den Städtendie Bevölckerung natürlicher Weise immermehr ab als zu nimmt; Man mag wi-der dieses auch noch die allerschönsten Anstalten und Gesätz machen, so wer-den doch alle nicht zureichend seyn, die Arbeiten / die in den Städten getriebenwerden, die Lebensart, die Bequemlichkeit, die Fehler der Städten, vielleichtnoch andere sittliche und natürliche Ursachen werden dißorls immer stärckerseyn,als alle Anstalten und Vorkehrungen der Gesatzgeber. Es bleibet also denenStädten nichts anders überig als sich glücklich zu schätzen, wenn emsige undrechtschaffene Fremde sich bequemen wollen/ den sich bey ihnen ereigneten Volck-Mangel zu ersetzen. Es ist ferners nicht nöhtig zu erweisen, daß solche Fremdedie Vorteile dem Staate verschaffen wurden, die man von einer vermehrtenBevölckerung hoffet; Es fliesset unstreitig aus denen oberen vestgesetzten Grund-sätzen.
Es bleibet also nichts überig als zu untersuchen, ob durch desgleichen Leu-te und die Annehmung derselben dem Staate und der E. Bürgerschaft auf ei-ner anderen Seite nicht einen Schaden beygebracht werden kvnte, der empfind-licher und unersetzlicher wäre, als alle aus der Entvölckerung fliessende Übel. Indiesem Fahl wäre freylich die vorgeschlagene Annehmung derselben ohne weiterszu verwerffen. Es ist also höchst nöhtig, alles was dißortS zu beförchten seynmöchte, auf das sorgfältigste zu erwegen.
Wir seynd erstlichen schon mit einer Menge Bürger überladen , die mitMühe ihre Nahrung hier finden; Wie ist es möglich zu glauben, daß eine grös-sere Anzahl derselben bestehen könne; Es ist dieses nicht zu laügnen; Ich halteauch dafür, das man hier zu einem Grundsätze annehmen müsse, keine Bürgervon denen Profeßionen anzunehmen, mit denen unsere Stadt bereits überhäuftist, und die den Vertrieb ihrer Arbeit nirgendwo als in der Stadt finden kön-nen ; bey solchen Profeßionen kvnte billig verordnet werden, daß so lang eine mitden übrigen Standen der E. Bürgerschaft proportionirte Anzahl Meister davonin der Stadt wären, keine solche angenommen werden sollten.
Ich glaube, daß die Kaufleute die offene Läden haben, auf die gleiche Weißanzusehen seynd. Es ist also sehr Unmittburgerlich geredt/ wenn man denjenigenE. Handwerckeren, die nach mehrerem Verdienst seufzen, gleich bange ma-chen will, man wolle auch von ihren Mittgenossen in die Stadt nehmen. Sol-che hat der Staat nicht nöhtig, aber Fabricanlen, Künstler und andere emsi-ge Leut, deren Arbeit ausert Landes vertrieben / und wodurch Geld und Wohl-stand in die Stadt gezogen wird. Von Künstlern, von Fabricanlen, von
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