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Der dreißigste Lenzmond.
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Geb. Ang. Mar. Quirinl. (1680.)Venedig ist die Vaterstadt dieses gelehrte» Prälaten , dersich durch seine Kenntniße und Gelehrsamkeit eben so sehrauszeichnete, als durch seine Toleranz und den großenBriefwechsel, den er auch mit Protestanten, selbst alsKar-dinal führte. Schon in seiner Jugend zeigte er einen sehrguten Kopf, und da er noch dazu aus einem vornehmenHaußcwar— Sein Vater war Prokurator bei der Kirchedes H. Markus-— So warS den Jesuiten desto weniger zuverdenken, daß sie ihn gerne mit ihrem Orden bekleidet ge-sehen hätten. Allein er wählte den der Benediktiner , undkam nach Florenz , wo er durch die berühmte MediceischeBibliothek immer mehr Gelegenheit erhielt, seinen Durstnach Wißenschaft zu stillen. Vom I. 1710 an Machte ermehrere gelehrte Reisen durch Teutschland, Holland , Eng-land und Frankreich — Vermuthlich der Grundseiner ge-mäßigtem Denkungsart! Dennso bald die Mitglieder derverschiedenen Religionspartheien sich näher kennen lernen,findet gemeiniglich ein Theil den andern beßer, als er sichihn gedacht hat. — Quirini war anfangs Erzbischof znCorfu, nachgehends 1727 Bischof zu Brescia , und in ebendemselbigen Jahre erhöhete ihn Benedikt der izte zum Kar-dinal. Seine Schriften betreffen meistens Alterthümertheils der Kirche, theils der Litteratur. Eines seines vor-nehmsten Werke ist I.iber lmznlsris <!e optimorum ldripto-rnm ecUtionibus, guie ldoinL xroclierunt Lc. daS er illk1 .1740 während des KonclavS schrieb, in welchem Bene-dikt der I4te erwählt wurde. —Er starb im Jänner 1755.