zu danken. Denn da er von Natur gütig und gelinde war,so nuzte der Kardinal diese Neigung des Königs aufs bestedazu, daß er ihn beredete, so wohl die Krönungsfeierlich«keit auf eigene Kosten zu bestreiten, als auch der Nationverschiedenes von den Auflagen nachzulassen. Die meisteZeit von der Regierung Ludwigs des i rtcn wurde mit Krie-gen in Italien zugebracht, wo Frankreich sich alle Mühegab, Mailand und Genua unter seiner Botmäßigkeit zuerhalten, und Neapel zu erobern. Hierdurch wurde derGrund zu den Kriegen zwischen Karln dem ;tcn und Franzdem >ten gelegt. Der Kardinal starb auf einem neuen Ingenach Italien zu Lyon , und wurde von dem ganzen König-reiche, als ein guter Minister bedauert. Er war wedergeizig noch verschwenderisch, suchte die Stellen mit denwürdigsten Männern zu bcsezcn, und liebte Künste und Wis-senschaften. Noch ist merkwürdig, daß er die heiligenFreistätte aufhub, weil sie das Laster schüft» , und die Wal-denser, die zu seiner Zeit, als Abkömmlinge der alten Al-Ligenser zum Vorschein kamen, mehr zu bekehren , als aus-zurotten suchte. Unter ihm wurden auch die ersten zweiSchiffe von Aubert nach Amerika geführt.
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Ephemerischer Almanach der neueren Zeiten für die Liebhaber der Geschichte besonders für Jünglinge / [David Christoph Seybold]
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