2 ??
«ttig Hes Sebastian» Cano. Wie muß die damalige Weltüber diese Fahrt um die ganze Erde erstaunt seyn, und mitwelcher Neugierde wird man die Leute angesehen haben, ditLiese Reise unter allen Sterblichen zum allererßenmale ge-macht hatten l Wie stolz werden aber such sie selbst in Se-villa, dem damaligen Cadix, eingezogen seyn!
Der neunte Herbstmond.
?o8.
Exekution des Michael Molinos (1687.)
Am 1 .1675 erschien in der Rvmischkatholischen Kirche ei«Buch: die geistliche Handleitung, betitelt, besten Verfaßer,Michael Molinos, ein Spanier, behaupteter das wahreChristenthum bestehe in einer innern Seelenruhe und stille«Betrachtung der ReligionSwahrherten. Er fand so vieleAnhänger, als Leser in Italien , Spanien , Frankreich undPortugal . Selbst in Deutschland übersezte es August H«Franke aus dem Italiänischen inS Lateinische. Ja der Pabstund mehrere Kardinäle waren MoünoS Freunde, und ehr-ten den Mann von unsträflichem Charakter. Aber auf ein-mal erwachten die Jesuiten , die befürchteten, man möchteanfangen, die Religion weniger in Ceremonien zu sezen,und desto frommer leben. Sie regierten damals Ludwigendurch den Beichtvater, la Chaise. Daher durfte der Kö-nig , der ohnehin damals den Päbstlichen Hof despotisierte,nicht ruhen, bis Jnnoeen; der !l. wider seine eigene Ueber-zeugung , den MolinoS nicht nur zur öffentlichen Buße ver-dammte , sondern ihn auch einmauern ließ. In diesemschröklichm Kerker lebte der Märtyrer noch neun Jahre.