neue Scharen heranzurufen. Damals, um das Jahr 300, wurdendie Rheinufer neu befestigt, Kastelle in Horburg, Augst usw. er-richtet, die Legionen nicht mehr in den grossen Lagern kon-zentriert, sondern auf die Kastelle verteilt. Diese Rheingrenzewar nun gestaltet und bewacht wie ehedem, weiter vorn imLande, der Limes .
Auch während des Krieges zwischen den Bewerbern um denKaiserthron, Constantius II. und Magnentius , um die Mitte desvierten Jahrhunderts, hatten die Alamannen die Verwirrung be-nützt zu einem mächtigen Raub- und Eroberungszug ins römischeReich. Ein grosser Teil des Elsasses war dabei in ihren Händengeblieben. Die Städte waren zerstört oder standen wie Inselnder Römerherrschaft in der germanischen Umgebung. Das Flach-land war von den Alamannen besetzt, die hier ihre Saaten bauten.
Kaiser Constantius (337—361) entsandte seinen Neffen Ju-lian nach Gallien mit dem Aufträge, den Alamannen das Eisasswieder zu entreissen.
Julians Plan, die Gegner von zwei Seiten zu fassen, schei-terte. Sein Feldherr Barbatio, der vom Oberrhein her gegen sieanrücken sollte, während Julian von Rheims heranzog, wurdedurch die ihm entgegentretenden Alamannen impetu repentino,in plötzlichem Ansturm, in der Nähe Basels geschlagen und zu-rückgeworfen. Julian setzte gleichwohl seinen Marsch fort; überden Zaberner Pass stieg er ins Eisass herab.
Das Heer der Alamannen stand unter den Befehlen mehrererKönige, deren oberster der alte Chnodomar, der schon den KaiserDecentius besiegt hatte. In der Nähe Strassburgs, zwischen Ober-hausbergen und Ittenweiler, kam es zur Schlacht, im August 357.
Der Verlauf ist durch einen Teilnehmer, den Ammianus Marcellinus , dargestellt. Stundenlang währte der Kampf; schonbegannen die Römer zu wanken; da griffen noch rechtzeitig diebatavischen Auxiliär truppen ein und errangen dem Julian denSieg.
Mit sichtlichem Interesse schildert Ammian diesen KampfDeutscher gegen Deutsche; der Wildheit und Hast der Alamannengegenüber die Ruhe und Vorsicht der Bataver; wie diese mitUeberlegung fechten, so glauben jene Alles erzwingen zu könnenmit der Wucht ihrer Leiber.
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