Buch 
Geschichte des Elsasses / von Rudolf Wackernagel
Entstehung
JPEG-Download
 

herr des vielgenannten Hauses der Etichonen. Mit mehr oderweniger Willkür sind auf die eine ergiebige Wurzel dieses Hausesdie Herzoge von Lothringen , die Markgrafen von Baden, dieGrafen von Habsburg, die Grafen von Mümpelgart, die Grafenvon Saugern u. a. m. zurückgeführt worden.

Mit Atichos Enkel Liutfrid, vor der Mitte des achten Jahr-hunderts, geht dieses alte Herzogtum Eisass zu Ende; Erwäh-nungen des ducatus Helisacensis im neunten Jahrhundert ge-schehen gewohnheitsmässig und formelhaft, nicht als Bezeich-nung von etwas tatsächlich Vorhandenem.

Dieser Ausgang des elsässischen Herzogtums fällt zeitlichnahe zusammen mit dem Ausgange der Stammesherzogtümer.Hier wie dort ist dieser Ausgang die Wirkung der Tendenz, dasFrankenreich durch Herstellung der Ordnung und einer starkenunzersplitterten Regierung zu retten.

Das ist die Politik der im Majordomat, d. h. in der Führungdes königlichen Hofstaates von Austrasien emporgekommenenPipiniden. Dieses Heldengeschlecht besiegt die äusseren Feindedes Reiches, schafft auch im Innern Ordnung und zertrümmertdie fast selbständig gewordenen Herzogsgewalten. Seit dem Jahre751 sind sie Könige der Franken ; die Vollendung ihres Werkesgeschieht durch Karl den Grossen, der das römische Reich wie-derherstellt und dessen Kaiser wird. Unter ihm ist beinahe derganze christliche Occident vereinigt; sein Reich erstreckt sichvon der Nordsee bis nach Unteritalien und von den Pyrenäen bis an die Oder und die Donau .

39