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Geschichte des Elsasses / von Rudolf Wackernagel
Entstehung
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Der erste elsässische Gelehrte gehört dieser Zeit an: derMönch Adam, der sich preist, in der «Alsatia felix» geboren zusein; im Jahre 780 überreicht er dem grossen König eine Ab-schrift von des alten Grammatikers Diomedes Werk «de orationeet partibus orationis»; zur Belohnung hiefür, seine hohe Bildunganerkennend, macht ihn dann Karl zum Abt von Masmünster .

Auch was wir sonst von diesen Dingen vernehmen, gehörtnatürlich der Welt der Klöster an. So die Briefe Alkuins, desgrossen an Karls Hof lebenden Gelehrten, an das Kloster Mur­ bach . Was in ihnen behandelt wird, ist die Murbacher Schule.Auf einer Bomfahrt hat Alkuin das Kloster besucht, und nachJahren noch gedenkt er des tiefen Eindruckes, den er daselbsterhalten. Stets von neuem kommt er auf die dortige Schule zureden. «Erudite pueros et adolescentulos vestros», ruft er denMönchen zu; «in der Jugend muss das Wissen des Alters er-worben werden». Ohne Zweifel hat Murbach besonderes Ansehengenossen, besondere Beziehungen zum Hofe gehabt. Denn zuZeiten sehen wir König Karl selbst als Vorsteher dieses Klostershandeln, seiner auch sonst bezeugten Neigung entsprechend,den Besitz einer Kirche gelegentlich in eigene Verwaltung zunehmen.

Aber der geistige Verkehr Murbachs geht auch noch nacheiner andern Seite. Sein Gründer Pirmin war auch Gründer desKlosters auf der Reichenau gewesen; seitdem sind diese beidenHäuser verbunden. Reichenauer Mönche kommen in die jungeStiftung Murbach herüber. Auch die frühen murbachischen Lite-raturdenkmäler, die althochdeutschen Bibelglossare, die althoch-deutschen Hymnen usw., gehen auf reichenauische Vorbilderund reich enauische Anregungen zurück. Ein grossartiges Denk-mal der in Murbach damals blühenden Studien aber ist das Ver-zeichnis der Klosterbibliothek; ihr Reichtum an klassischenAutoren und an Geschichtswerken rückt das Elsässer Kloster andie Seite der grossen Bildungsstätten jener Zeit. «Gemeinsammit ihnen hat es der deutschen Kirche die römisch-christlicheBildung zugeführt». Auch manche dieser Handschriften stammenaus der Reichenau .

Die Einwirkungen des reichenauischen Geistes sind damitnicht erschöpft. Drei Elsässer Bischöfe, jeder von ihnen von Be-