lang für das elsässische Geistesleben der Karolinger Zeit, sindMönche der Reichenau . Zunächst Heddo von Strassburg ; seineBeteiligung an der Reformarbeit des Ronifatius ist erwähntworden. Sodann Haito von Rasel, dem Kaiser nahestehend, seinGesandter nach Byzanz. Als Abt von Reichenau leitet er diedortige Schule mit Auszeichnung; in seiner Tagesordnung füreine Synode des Basler Bistums wirkt er für die Würde desgeistlichen Amtes und der Gottesdienste. Endlich Bernold vonStrassburg , ausgezeichnet durch seinen Eifer, die heilige Schriftdem Volke in deutscher Sprache auszulegen.
In solchen Gestalten und Leistungen erweist die damaligeKirche ihre Lebenskraft. Wir ergänzen diesen Eindruck durchein Bild aus der Weltlichkeit des karolingischen Elsasses.
Unter den Städten dieses Landes erscheint nur eine als eigen-artig kenntlich: Strassburg . Wir erfahren Namen von Einwoh-nern und wir hören von einigen in ihr vorhandenen Gütern derKrone sowie von allerhand Kirchlichem. Ausserdem aber bietetuns ein Dichter das schönste Gegenstück zu jenen Urkunden. Esist der schon genannte Ermoldus Nigellus in einer Dichtung, dieuns die Genien des Rheines und des Vogesengebirges im Wech-selgespräche vorführt. Der Rerggeist tadelt, dass die Früchte desElsasses, dieses amoenus ager, nicht die Scheunen im Lande selbstfüllen, dass vielmehr der Rhein in den Handelsschiffen das El-sässer Korn und den Elsässer Wein zu Franken und Sachsen entführe. Aber der Rhein antwortet: die Elsässer wären längstin Fett und Wein erstickt, wenn sie die Erzeugnisse ihrer reichenHeimat selbst aufbrauchen müssten. Darum sei es von Nutzenfür sie, dass sie den Friesen und andern Völkern am Meer ihrenWein verkaufen können, um Besseres dafür einzutauschen.So bringen sie von ihren Schiffahrten bunte Kleider heim,wie sie im Eisass selbst nie hergestellt würden, und statt dergeschnittenen Hölzer, die aus den von Sturm und Regen ge-peitschten Waldungen der Vogesen verhandelt werden, trage derKaufmann den schimmernden Bernstein zurück. In den Farbendieser Schilderung gewinnt nun auch erst jenes Diplom KaiserLudwigs von 831 sein Leben, mit dem er den Leuten der Strass-burger Domkirche die Zollfreiheit im ganzen Reiche bestätigt,mit Ausnahme einiger Orte an der Meeresgrenze und der Alpen-
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