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Geschichte des Elsasses / von Rudolf Wackernagel
Entstehung
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spräche zu erheben; durch ihn ging der Verkehr zwischen demIntendanten und der Stadt. Es war eine Kompetenz, die unterUmständen alles städtische Eigenwesen lahm legen konnte.

Zu den zahlreichen Festungen, mit denen Frankreich seinneues Grenzland deckte, gehörte die starke Besetzung des Landesmit Truppen. Daher auch unter den verschiedenen Aeusserungender nunmehr hier geltenden königlichen Souveränetät die Militär-hoheit in erster Linie zu nennen ist. Sie galt einem Gebiete derMacht, auf dem der König nicht auch eine Befugnis von Reichs-ständen u. dgl. dulden konnte. Nur ihm gehörte die Wehrkraftdes Elsasses, und es gab keine andern Truppen im Lande alskönigliche.

In zwei Gruppen gliederte sich diese bewaffnete Macht.

Vorerst war es die durch das Eisass auf dem Aushebungs-wege gestellte Miliz. Ihre Bildung geschah seit den 1680er Jahrenin der Weise, «dass der Intendant den ganzen Etat feststellte,jedem Orte seine Mannschaftszahl zuwies und schliesslich dieZiehung denn in dieser Form erfolgte die Aushebung unterLeitung des Amtmanns vornehmen liess». Für das ganze Eisasszählte diese Miliz etwas über 1400 Mann; sie war in zwei Batail-lone (1692 «Bernhold» und «Montjoie », später «Colmar » und«Strassburg ») eingeteilt.

Wichtiger waren die durch Anwerbung gebildeten regulären,stehenden Truppen. Als solche haben hier Interesse vorab diedeutschen Regimenter des französischen Heeres; ihnen aus-schliesslich war das Eisass als Rekrutierungsbezirk zugewiesen.Unter diesen deutschen Regimentern war das älteste das durchKapitulationsvertrag mit Graf Johann Ludwig von Nassau-Saar-brücken am 16. April 1656 errichtete Regiment Eisass; als Oberst-inhaber und Chefs hatte es nach dem Rücktritte des GrafenJohann Ludwig in ununterbrochener Folge erst die Pfalzgrafen Christian II. und Christian III. von Birkenfeld 16671734, dannderen Erben die Grafen Friedrich Michael , Karl August und Ma­ ximilian Joseph von Zweibrücken 17341791; dieses RegimentEisass hat an der Schlacht bei Ramillies am 23. Mai 1706 teil-genommen sowie die französischen Feldzüge im österreichischenErbfolgekriege und im Siebenjährigen Kriege mitgemacht. Da-neben aber kommt noch wesentlich der Festungsdienst in Be-

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