Die Augspurgische Lonftffion.
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Die Augspurgische Konftinon.
Kurtzer Historischer Vorbericht davon.
j^E)Nter denen Symbolischen Gchrifften , darinnen Unsere gottseligen Vorfahren ein öffentliches Bekänntms ihres in GOt-^ Wort unbeweglich gegründeten Glaubens aufrichtig abgestattet haben, ist das erste und älteste die AugspurgischeLLNiX Tonfesslon, welche/wieviel anders gutes mehr/ ihren eigentlichen Ursprung der seligen ^sformsüon des theurenRüstzeugs GOttes / chueksri, zu Lancken hat. Denn nachdem dieser / wohlbekannter mästen / im Jahr isi 7. dieKirche Christi von denen eine geraume Zeit fie sehr beschwerenden Irrthümern undMißbräuchen zu säubern glücklich an-gefangen / mußte er bald darauf manchen Wiederstand in seinem guten Vorhaben stch gemacht sehen. Der Pabst that ihn in denBann / und der Kayser erklärete ihn in die Acht, und folglich drungendie Päbstlich -Gestnnetett mit allem angewendeten Fleissedarauf/ daß alles / was von besagter Zeit an I>mtteru 8 geändert hätte , wiederum aufvorigen Fuß solle gesetzet werden. Inson-derheit ergieng A. 1529. aufdem Reichstage zu Speyer ein gar scharfes wieder die Lutheraner / wogegen aber von Evan»gelisch -- Lutherischer Seite eine feyerliche krorettmion erfolgete / welche jenen den Namen derer pi-oceltirendm, der noch bis jetzobekannt/ zuwege gebracht hat. Hier-aufließ stch im nächstfolgendem Jahr Kayser Carl der zu Rom crönen/ und ver-
sprach / nachdem viele Unterhandlungen wegen eines freyen Loncilü vergebens waren angewendet worden / dem Pabste / daß / wodie Lutheraner stch in der Güte nicht LLcommoäiren würden / fie mit der Schärst- solten angegriffen werden. Zu dem Ende wardnoch desselbigen Jahrs ein Reichstag zu Augspurg angesetzet / auf welchem, nebst anderen und weltlichen Angelegenheiten/ haupt-sächlich auch von Glaubens - Sachen solte gehandelt werden. Kaum halten die Evangelischen Stände hievon dCouücarlon bekom-men / da fie mit grosser Willigkeit zu ihres Glaubens Rechenschafft sich gefaßt machte». Und that hierinnen vor andern das seinigehöchstruhmlich der theure Churfürst zu Sachsen,Johannes,der wegen seiner unvekändertichettBeharrlichkeit bey dem reinen Evange-lio den schönen Zunamen des Beständigen oder Gtandhafften hat überkommen, und eben derjenige gottselige Fürst ist, der aufdemTitul - Blatte derer Schrifften Lutheri gar offt neben diesem Manne GOttes vor einem Crucifix auf den Knien liegend,und mit auffgehobenen Händen zu GOtt betend, dargestellet wird. Dieser befahl Luthero, gewisse Articul, die damahls vornehmlich zuer-ortern vor nöthig befunden wurden, zu entwerffen, welche der Churfürst mit steh nach Augspurg nahm, und nebst dem, was an-dere Hisologi gleichmässig aufgesetzet hatten, kbilippo IVlelsncttrKonl, zur Abfassung einer völligen Lorcksüion, überantworteteund vertrauete. Dieser brachte auch eine solche ( mit Beyrath sokamsts Lremii, stulU son« , Lrstgräi 8usplii und^palstini, welche allerseits zu Augspurg auch zugegen waren,) zu Papier, woraufsie l-urkoro zur Ubersehung zugesendet ward,der fie denn so beschaffen fand, daß er, weil der Äerfertiger seiner auf die heil. Schrifft gegründeten Incemion in allen Stückennachgegangen war, nichts daran auszusetzen, Ursach hatte. Demnach ward dieselbe, wie fie in Lateinischer und Teutscher Spra-che gleichlautend gestellet war, zur solennen Übergebung pmm gehalten, auch von dem Churfürsten Johanne, und dessen HerrnSohne, Hertzog Johann Friederichen, ingleichen Georgen , Marggrafen zu Brandenburg , und von Ernests und Francisco,Gebrüdern, Hertzogen zu Braunschweig und Lüneburg, nicht weniger von Philippo, Landgrafen zu Hessen , und denen beydenStädten Nürnberg und Reurlingen unterschrieben. Der Tag der öffentlichen Verlesung war in mehrbesagtem Jahre 1570. der2s. ffunü, ein Sonnabend gleich nach dem Feste Johannis des Täuffers gefällig, an welchem fie zu Augspurg Nachmittags um g.Uhr ihren Anfang nahm, und bey zwey Stunden mit lauter und vernehmlicher Stimme fortgesetzet ward, und zwar in völligerVersammlung derer Reichs - Stände, die daselbst in des Bifchoffs Hofe auf einem geraumen Saale in gewöhnlicher Ordnung ihrenPlay genohmen hatten. Der Leser war der Chur - Sächsische Cantzlar, D. Christian Bayer, dem der andere Cantzlar O. o 0-Aoriu8 Brück, oder ?0MSNU8, indeß zur Seite stund, und das Lateinische Lxsmplar ( denn jener laß , auf vvkhergegangeneKayserl. Allergnädige Vergönstigung, das Teutsche,) in Händen hielt. Die geduldige Aufmercksamksit derer Hohm, auch vie-ler anderen anwesenden Personen, und sonderlich Jhro Rayferliche Majestät, war ungemein, und übergab. nach geeudigter Able-sung D. Bayers, letztbesagter Cantzlar Brück beyde Lxemxlsria davon dem Kayser in eigene Hände, der davon das Lateinischebey sich behielt, das Teutsche aber dem Churfürsten zu Mayny, als Ertz-Cantzlarn in Teutschland, überreichete, um selbiges indem Reichs - Archiv verwahrlich beyzulegen, welches auch geschahe. Jedoch bekamen die anwesenden Spannier, Frantzosen,Jtaliäner und Niederländer gar zeitig solche Copien, die sie in ihre Mundart übersetzeten, und solch Wänntniß in geschwinderEyl vast in alle Theile von Europa versendeten. Nach der Zeit mästete sich zwar Melanchthon, aus Liebe zu unzritiger Gelindig«
keit, eine Aenderung derselben, in unterschiedenen, vornehmlich aber dem zehenden Artickel, an; aber wie dieselbe ohne Ein-willigung derer Evangelischen Kirchen geschahe, also konte sie denen aufrichtigen Bekennern nicht nachtheilig fallen, und denen nichtxrssiuöioiren , die sich noch bis jetzo zu der »»geänderten Augspurgische» Confession bekennen , dero wahrer Abdruck in dem A.i s 8 s. unter Churfürfiens August» zu Sachsen höchstlöblicher Regierung herausgegebenen Concordien-Buche zu finden, und ausdemselben bisher vielfältig ist wiederholet worden.
Vor
- Durchlauchtigster, Großmachtigster, Unu>berwindlichster Kayser , allergnadigster Herr,VA Als Euer Kayserl. Maj. kurtz verschienek Zeit ei-nen gemeinen Reichs-Tag allhier gen Augspurggnädiglichen ausgeschrieben, mit Anzeig und ern-^ ßem Begehr, von Sachen, unsern und des Christ-
lichen Namens Erb- Feind den Türcken betreffend,und wie demselben mit beharrlicher Hülfe stattlichen widerstan-den , auch wieder Zwiesvalten halben in dem heiligen Glauben,und der Christlichen Religion gehandelt möge werden, zurath-schlaqen, und Fleiß anzukehren, Meines jeglichen Gutbedun-cken/Opinio» und Meynung , zwischen uns selbst in.Lieb undGütigkeit zu hören, zu ersehen und zu erwegen, und dieselben zueiner einigen Christlichen Wahrheit zu bringen und zu verglei-chen, alles, so zu beyden Theilen nicht recht ausgeleget oder ge-handelt wäre, abzuthun, und durch uns alle eine einige und wahreReligion anzunehmen und zu behalten. Und wie wir alle untereinem Christo sind, und streiten, also auch alle in einer Gemein-schaffc, Kirchen und Einigkeit zu leben» Und wir, die unten be-nannten Chur - Fürsten , und-Fürsten, samt unsern Verwand-ten, gleich anderen Churfürsten, Fürsten uvd Standen darzuerfordert, so haben wir uns darauf dermassen erhaben, daß wirsonder Ruhm mit den ersten hieher kommen, .
Und alSdenn auch Euer Kayserl. Maj. zu unterthamgster
rede.
Folgung, berührtes Euer Kayserl. Maj. Ausschreibens, unddemselbigen gemäß, dieser Sachen halben ,^den Glauben berüh-rend, an Chur-Fürsten, Fürsten und Standen ingenmn, gnä-diqlicheu, auch mit höchstem Fleiß und ernstlich begehret, daßein jeglicher, vermöge vorgemeldtes Euer Kayserl. Maj. Aus»schreibens, fein Gntbedüncken, Ovinion und Meynung derselbe»Irrungen, Zwiesvalten und MiMräuch halben, rc. zu Teutschund Latein,in Schrifft stellen und überantworten solten. Daraufdenn nach genommenem Bedacht und gehaltenem Rath EuerKayserl. Maj. an vergangener Mittwochen ist vorgetragen wor-den , als wollen wir aufunserm Theil das unser, vermöge EuerKayserl. Maj. Vortrags, in Teutsch und Latein auf heut Frey.tag übergeben. Hierum, und Ester Kayserl. Maj. zu Untercha-nigstem Gehorsam,überreichest Und übergeben wir unserer Pfarr«Herren, Prediger, Und ihrer Lehren - auch unsere Glaubens»Bekänntniß, was und welcher Gestalt fie aus Grunde Göttlicherheiliger Schrifft, in unsern Landen , FürstenthümekN, Herr»schafften, Städten und Gebiethen predigen - lehren, halten undUnterricht thun. Und find gegen Euer Kayserl. Maj. unsermallergnädigsten Herrn, wir in aller Unterthänigkeit gebötiq, södie andern Churfürsten, Fürsten und Stände , dergleichen qe-zwiefachte, schrifftliche Übergebung ihrer Meynung und Ovi-nion , in Lütei» und Teutsch jetzt auch thun werden, daß wir uns
S schafften,