_ Teutsche Geschichten. _ rs
Feind zu preisen^ so hat deswegen der Frantzösische Marschall von AS- 17,4.
ftld in den Vergleichs-Punctrn, bey dem Artickel, da bedungen wor-Gcpriestneden/wie viel Stücke die Garnison bey ihrem Abzug mit sich führen solte,dem Herrn General von Wutqenau, aus eigener Bewegung, in Be- von Wut.trachtung seiner persönlichen Verdienste ein Stück vor sich geschencket, genau,und verabfolgen lassen. Die Reichs - Versammlung zu Regenspurghegte die Billichkeit gegen demselben, daß sie den Entschluß faste, ihndie Summa von zaoo. Gulden,welche er zum Nutzen der Vestung auf-genommen, ohne Erwartung seiner versprochenen Rechnung überwa-chen zu lassen. Am Kayserl. Hof hat er sich noch mehr durch seineerwiesene Klugheit und Tapferkeit in Credit gesetzet, dayero er nichtnur das erste verledigte Regiment erhielte, sondern auch zum oberstenAufseher über alle Vestungen in Kayserl. Erb-Landen erwählet wor-den; ja er bekam endlich die Gräfliche Würde, und würde ohne allenZweifel sein Glück noch weiters erhöhet haben, woferne ihn nicht mit-ten in dem Lauf seiner Ruhm-vollen Unternehmungen ein frühzeitigerTod hingerissen hätte.
Den 2 l. Julii ertheilte Printz Eugenius den Befehl, daß die Ar- Aufbruch .mee nach Bruchsal aufbrechen solte, derselbe lagerte sich auch zwischen der Teut-diesem Ort, und Langenbruck, bey Obstadt,so vortheilhafftig, daß er aufA"alle Bewegungen der Feinde ein wachsames Auge haben tonte. So ' 'bald sich die Frantzosen von der Nachbarschafft der Teutschen befteyetstrhen,sprengten sie vieles von ihrem künftigen grossen Unternehmen aus.
Bald redeten sie von der Belagerung der Stadt Mayntz, bald wollenfie Freyburg und Breysach zugleich belagern, doch wurde die ganbeübrige Zeit dieses Jahrs nur mit hin und her Marschiren zugebracht,indem die Frantzosen nichts mehr vermieden, als mit den Teutschen, dievor Begierde zu fechten brannten, in kein Handgemenq zu kommen.
Weil auch die kluge Vorsichtigkeit des Printzen Eugenii ihnen alle Gele-genheit abschnitte, in Schwaben , und in die Oesterreichischen Vor-Lan-de einzudringen, so musten sie sich nur mit Erpressung grosser Steuernund Aussaugung der Rheinischen Lande begnügen. Ohngeachtet aber Urtheil vonin diesem Feldzug kein Haupt-Treffen vorfiel, so musten doch die Frari- Uemtzosen selbst gestehen, daß sie durch die beeden Belagerungen, durch die ^ ° ^vielen Partheyen und Anfälle der Husaren, durch das beständige Mar-schiren, durch die grosse Anzahl ihrer Überläufer, und endlich durch dieeinreihende Kranckheiten in diesem Feldzug, in diesem Jahr vielmehrverlohren, als wenn etliche der blutigsten Feld-Schlachten wären ge-liefert worden.
Die Frantzosen redeten am erster, von denen Winter-Quart,eren,Einnch.und auferhaltene bestätigte Nachricht, daß sie zu solchen Anstalt machten, WVI. Theil. D war Quartier.