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Erster kerioäus. I. Capitel.
Ln. Stailds-Personen, und hoher Officiers, unter andern des Printzen Fer-dinand von Bayern umgehangen. Die Zulassung des Frauenzimmerszu diesem Orden rühret von dem Hugvne Revelio her, welcher daraufrefiectiret hat, daß eine edle Matron, Nahmens Eignes, zuerst den Or-den mit anfangen helffen. Diejenigen Damen, welche ihn sonst ge-führt , haben, anstatt daß die Ritter desselben ihre gewöhnliche Cara-vanen verrichten, sich in ein Kloster begeben. Unsere neue Durch-lauchtigste Ritten» aber, ist von diesem Gelübd befreyet worden.Mir- Ihro Clmrfürstl. Durchl. von Bayern liessen sich bey denen gc-R.nÄ, fährlichen Kriegs-Conjrrnctrrren die Sorgfalt Derer Lande bestens an-m vterCor- gelegen seyn. Ihre Truppen, welche 4-OOQO. Mann ausmachten, um,po ver. steil in 4. Lagern campiren , davon das erste von 12OOO. Mann nntcrtheilet, denerr Canonen von München, das aridere von IO2OO. Mann beyNenkirch gegen die Böhmische Grellste, das dritte bey Amberg in derOber-Pfaltz, und das vierdte unter den Canonen von Ingolstadt ge-standen. Die Anforderungen des Chur-Bayerischen Hofes gegen demKayserlicherr wlrrden noch immer fortgesetzet, und weil man sich darii-ber nicht vergleichen tonte, so war das die vornehmste Hinterlaß, daßdas ausgezogene Kreiß-Contingent von 1700. Mann, welches von demObriften, Baron von Lercherrseld, commandiret war, seinerr Aufbruchzur Reichs-Armee, von eiirer Zeit zll der andern aufschob. Hierzu
,_ kamen noch andere Umstände, welche die Zwistigkeiten dieser beedm
andernauf, Höfe vermehrtell. Ihro Churfürst!. Durchl. vori Bayern empfandensei» Con. g.hr hych, haß zu Franckfnrt auf Befehl des Grafen von Kuffsteindas Gewehr, welches .zürn Dienst der Bayrischen Truppen, zu Lattichaufgekauft worden, einige Zeitlang aufgehalten wurde. Eben so we-nig stunde es dem Bayrischen Hof an, daß an den Tyrolischen Grell-sten doch noch auf Bayrischem Boden, auf Kayserlichen Befehl eineLinie gezogen, und verschiedene Bäume im Wald ausgehalten worden.Nicht welliger ahndete der Chur-Fürst die Belegung der Chur -Cölni-schen Lande mit so häufigen und beschwerlichell Willter-Quartiren,und den Durchmarsch der Rußischen Truppen in der Obern-
Chnr-Bayernschiebetvon einerZeit zur
tingent zustellen.
Die HM. Durch verschiedene Hand-Briefe aber, welche zwischen Ihro Kayserl.werden ge- Majestät und Ihro Chur-Fürftl. Durchl. vonl 2. und 2Z. April, vomhoben. ^ s' ^llUt, lllld 9. August, gewechselt worden sind, wie auch durch be-
ständige Unterhandlungen des Chur -Bayeris. Gesandten, Herrn Ba-ron von Mormanns, schienen verschiedene Schwüriqkeiten gehoben zuseyn, daher dieser letztere das Kayserl. Ministerium in Wien kostbahrtractlrte, Ulld der Chrrr-Fllrft den letzten Befehl ertheilte, daß still Con-tlllgent zu der Armee aufbrechen solte. Als aber deswegen demPrin-tzell Eugenlv der Alltrag gethan wurde, so ertheilte derselbe die Ant-wort,