Band 
[Sechster Theil]
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"i§2 Erster ?en'o 6 m I. Capitel. _

Lll. I7;6. „Der arme Taglöhner hatte bey ihm allen Schutz Wider Armuth und ZMüßiggang; daher noch qantze Truppen derselben seilten Tod bewci- >„ nen, und gantz grimmig mit der Schauffel in das Erdreich steche», -„ welches ihnen einen so grossen Wolthäter verschlungen hat. Die Pe-„ stilentialische Seuche hat allhier zu Wien in dem Jahr 1714. linier /„ den Menschen nicht weniger gewütet, als sonst im Früh - Jahr der„ Reif unter den Pstantzen; da wüsten stch die Rothleydeude nicht zu 7„ rathen: der menschliche Umgang war gehemmet, und ließ sich auch !„ von arbeitsamer! Händen nichts gewinnen. Andere haben ihre Tag- 7„löhner abgedancket, unser Printz hat sie verdoppelt, ja in kuchr„ Zeit bis i zoo. vermehret, rnit dieser gottseeligen Erklärung: Eswä- :„ re unchristlich, daß man Leute / die ohnedem mit den: Tod ringe» l„ mästen / auch mit dem Hunger wolle kämpfen lassen. „ Wegen derWas we. ansehnlichen Hinterlassenschaft des Printzen ist indessen von dem HerrnHchiE Land-Marschall, was die Oefter. betriff, dein Hrn Hof-Krieqs-Raths- ^Sst vor- Agenten von Koch aufgetragen worden, die Ungaris. sind hingegen der -gefallen ? Aufsicht der Köniql. Cammer Landübl. überlassen worden. Ob man

nun wohl anfangs gemeynet, daß Jhro Kayserl. Maj. wohl berechti- ^get wären, solche, weilen der Printz in dein Reich keine Erben hinter-lassen , alles aber in Dero Diensten erworben hätte, einzuziehen /sol-ches auch selbst des verstorbenen Printzen Meynung gewesen wäre; so zhaben dennoch Dieselben an die zu Chambery, in Savoyen , sich aus- !hallende Printzeßin, und nächste Anverwandtin seiner Durchl. einenErpressen geschickt, und derselben andeuten lassen, wie sie zwar dieErbschaft gemessen, solche aber keineswegs nach Savoyen ziehen kön-Dessctben te. Diese Printzeßin, Namens Anna Victoria, eine Tochter Ludwigemtzlge Er- Thomas , Grafens von Svissons , der des Printzen Engen» älterer" Bruder war, aber bereits an 1722. verstorben,nährn auf erhaltene gnä-digste Einladung ihren Weg durch die Schweitz, reiste durch Lausanne und Schafhansen, wo sie überall Standes-mäßig beehret wurde, undtraf den 7. Julii in einer Begleitung von mehr als 40. Personen!»

« » « Wien ein. In dem schönen Garten-Pallast des Printzen Eugenii träte^ ä» erst ab. Die Erbschaft war allerdings sehr ansehnlich. Sie -e-d 7 r Erb- stunde vornemlich in 2. prächtigen Palläften zn Wien , deren einer siehjchaft. in der Stadt, der andere bey dem kostbaren Garten des Prinncn been-det. Ferner in derHerrfchaft zum Hof und Siebenbkunn in Ungarn ,wo gleichfalls ein unvergleichlicher Pallaft stehet, der wie die zuWim in-nen und aussen auf das herrlichste ansqezieret, mit vielen Kostbarkeitenangefüllet, und auch mit einem dabey liegenden grossen und sehr schönenGarten versehen war. In dem Pallast zu Wien befände sich unter an-dern nebst emem auserlesenen Medaillen - und Curiösen - Cabinet, die

präch-