19 ze) 0 34
dieſem, öfters fo verachten, und ſo ſchandlich mißbranchtenInſtrumente?
Set uns nun auf blaſende Inſtrumente kommen. Da köͤn-W nen wir die gleiche Betrachtung machen. Allein dieſe ha-ben noch das beſondere, daß ſie eine Gleichheit, mit dem Besfange des Menſchen und der Bögel haben. Ja, die Stimemen, auch die unangenehmſten Stimmen aller Thiere kom-men aus dem gleichen Grunde mit ihnen. Der Hals, thutdie Wirkung des geſtracken holen Holzes einer Pfeife ꝛc. oderdes ſchneckenfoͤrmigen, oder des gekruͤmmten Erzes eines Waldhornes oder einer Trompete ꝛc. Die Lunge des thöͤnendenGeſchoͤpfes, verſiehet den Blaſt und den Mund, der die heſagete blaſenden Inſtrumente thoͤnen machet. Nun frage ich Wiederum, wie werden bey dieſen geblaſenen Thonarten/ die Thi-ne hervor gebracht? Allein da bleiben wir wieder zimlich kurz,Wir wiſſen zwar alle, daß die merkliche und nächte hervorbrinede Urſache der Thoͤne, aus geblaſenen Inſtrumenten, derBlaſt iſ. Warum aber durch diß Blaſen, oder vielmehr,wie durch diß Blaſen, die Thöne in dem Inſtrumente gebil-det, und in unſer Ohr gebracht werden? bleibt uns ein Ge-heimniß. Und gaͤbe mir jemand noch eine weitere, und Deutslichere Urſach dieſer Urſach, als die obige, fo fraget eb ſich wie-der, wie dieſe, die andere hervorbringe? bis ich endlich auf diegroſſe Urſach aller Urſachen komme, welche dieſe Wirkungenin die Natur geleget hat.
Wie viel ſchwaͤrer aber waͤre es nicht, die Urſache des Thonseiner Menſchenſtimme, oder des wirbelnden Geſanges einerLoͤrche oder Nachtigalle zu geben? Da der Bau, für ihrewunderbare Geſaͤnge, unendlich kuͤnſtlicher und zuſammenge-ſetzter iſt, als der grobe und einfaͤltige Bau, einer noch ſo po-lirken Fleute oder Hauboi, mit Händen gemacht; und wel.che