12Lebenstage zu entgehen, fo find ſie mit dem zunehm-enden Alter andern Zufaͤllen unterworfen. UnzähligeKinder und junge Leute leiden an ihrem Leibe, anihrer Geſundheit, an ihrem Leben, an ihrer SecleSchaden, weil ſie zu unwiſſend oder zu leichtſinnigſind, die Gefahr, die ſie bedrohet, einzuſehen; oderweil fie zu ſchwach und zu huͤlſlos find, dieſelbe vonſich abzuwenden. Man kann daher wohl ſagen, esſey immer eine Art von Wunder, wenn ein Kindder Gefahr entgeht, eine Leiche, oder ein Kruͤppel,oder ſonſt eine elende, ungluͤckliche Kreatur zu werden.Und bey der groſſen Menge von Gefahren, welchendas Kindesalter ausgeſetzt iſt, hat man es allerdingsfuͤr etwas eben ſo erſtaunenswuͤrdiges anzuſehen, wennein Kind das achte oder zehnte Jahr ſeines Lebens
erreicht, als wenn ein Erwachſener achtzig oder neun-zig Jahre alt wird.
Aber eben hier verherrlichet ſich die weiſe undgnaͤdige Fuͤrſehung Gottes, die in unſerm Kindes:alter uͤber unſer Leben wachte. Von derſelben zeugtſchon jener Trieb der Zaͤrtlichkeit, welchen Gottdem Herzen der Aeltern eingepflanzt hat, und wodurch