geheimen Karakter daselbst an. Sein einziges Augenmerkgieng gleich anfangs dahin, sich den Augen der KaiserinElisabeth gefällig zu machen, und sich die Gewogenheit desDicekanzlers , dieses Lieblings - Ministers der Kaiserin, zuerwerben. Und er war in seinen Bemühungen glücklich.Die Wiedervereinigung der beyden Höft kam durch ihn zuStande, und so reißete der Ritter mit Gnadenbezeigungenund Geschenken der Kaiserin überhäuft, nach Frankreich zurück, um dem Könige von der Lage der Sache Rechen-schaft zu geben. Bald darauf wurde er abermals als Ge-sandtschaftssecretär nach St. Petersburg geschickt, wo ihm5 Jahr lang die geheime Corrcspondcnz zwischen der Kaise-rin und dem Könige von Frankreich anvertraut wurde.Bey allen Unterhandlungen, die ferner daselbst gepflogenwurden, mußte der Ritter d'Eon allezeit die schwerste Rollespielen. Er hätte eine noch wichtigere Rolle spielen können,wenn er in die Dienste des rußischen Hofes hätte treten wol-len, indem ihm die Kaiserin öfters den Antrag machte, undihm eben so ehrenvolle als vortheilhaste Stellen anboth.Allein er schlug alle, auch die vorthcilhastesten Anerbie-thungen großmüthig aus; blieb in seiner Stelle, und dieDeputation hatte nichts destoweniger einen so glücklichenAusgang als man sich nur immer wünschen konnte. Esward dadurch eine vollkommene Harmonie zwischen den bey-den Höfen hergestellt.. Der rußische Hof, der bereits zumMarsche von 8sooo Mann zur Unterstützung der Sache deskais. und französ. Hofs Befehl ertheilt hatte, ließ selbigenun gegen den König von Preußen mit der größten Eylftr-tigkeit marschiren. Der Ritter bekam hierauf von derKai-strin den Auftrag, den Höfen von Wien und Versailles die
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