Band 
Zweyter Jahrgang. Zweytes Vierteljahr. 1782
Entstehung
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Des Hofmarschalls Antwort auf vorigesSchreiben.

Herr voctor. Ich habe euren Brief heute empfangen,und mich gewis solcher spitzigen Antwort nicht versehen;Jhr seyd eurem Vaterlande und Erbfürsten, welche so höch-lich beschimpfet, zu einem-mehrern verbunden, und seydnicht andern das Recht, weil ihr ja dasselbe nicht gründ-lich studieret, zu lehren geschikt genug; sondern soltetbey Eurer Arzney verbleiben, und nicht, wie ihr in euremSchreiben gethan , einen Advocaten oder der HerzoginDorsprecher abgeben. Wenn ich euer Schreiben dem Colle-gio der Herren Rathe gezeiget, würdet ihr in große Unge-legenheit gerathen seyn ; weil ich euch aber von vielenJahren her gekannt, und aufrichtig befunden, so hab icheuer hierunter verschonet; vermahne euch aber ernstlich,ihr wollet hievon keine Rede auskommen, noch euch derSachen im geringste» merken laßen, sondern so lieb euchdas Leben selbst ist , alles in höchster Verschwiegenheithalten, dan von niemanden als euch nur, kan hiervonetwas auskommen, und man würde euch gewaltig nach-trachten, wo ihr euch im geringsten verlaufen, oder etwaspropaliren würdet. Erinnert euch sechsten Hiebey, daßman der Fürsten Heimlichkeiten verschweigen soll; ihrsolt weiter in dieser Sache nicht angesprochen werden,wann ihr nur schweigen könnt, und euch sechsten keinUnglük auf den Hals ziehet. Es wird diese Sache vonhochgelahrten und verständigen Leuten geführct, die auchwohl wissen, und reiflich crwegen was nüjlich und gutist. Nehmet eure Reden wohl in Acht, und glaubet frey,