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Die Öffentliche Einſicht, oelcher mann den Zuſtand feinerFinanzen unterworfen hat, iſt, wie wir nur zu gewiß ſind,eine andre Urſach dieſes großen Credits des engliſchenStaats. Jedes Jahr wird dieſer Zuſtand dem Parlamentvorgelegt, alsdann giebt mann ihn in Druck, und da aufdieſe Art alle Glaͤubiger des Staats zur beſtimmten Zeitdas Verhaͤltniß zwiſchen den Einnahmen und Ausgabenkennen, ſind ſie nicht durch Argwohn, Einbildung undFurcht, die unzertrennlich von aller Dunkelheit ſind, irregemacht.
In Frankreich hat mann beſtaͤndig den Zuſtand derFinanzen geheim gehalten: oder wenn mann bisweilennoch davon geredt hat, geſchah es in Einleitungen vonEdikten und immer in dem Augenblick, wo mann Anlehenmachen wollte; dieſe Nachrichten aber, und die ſich uͤberdemnoch zu gleich ſahen um immer wahrhaſt zu ſein, habennothwendig von ihrem Gewicht verlieren muͤſſen, und Leutevon Erfahrung bauen nicht mehr darauf, auſſer wenn dermoraliſche Carakter des Finanzminiſters eine Art Gewaͤhrlei-ſtung dafuͤr giebt. Es iſt vonbelang, das Zutraun aufeinem dauerhafterem Grund feſt zu ſetzen. Ich geb es zu,daß mann unter einigen Umſtaͤnden die Decke, die uͤber denZuſtand der Finanzen lag, hat benutzen, daß mann mittenunter der Zerruͤttung der Finanzen einen mittelmaͤßigen un-verdienten Credit hat dadurch erhalten koͤnnen, aber dieſervoruͤbergehende Vortheil zog eine betruͤgriſche Taͤuſchungnach ſich, beguͤnſtigte die gleichgüͤltige Verwaltung, und dafolgten bald unſelige Unternehmungen nach, deren Eindrucknoch daurt und erſt in langer Zeit ſich verwinden wird. Lichtüber die Lage der Finanzen verbreiten, ſetzt alſo nur in dem
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