,
2.Karl 5. haͤlt ſeinen Einzug in Paris 1540.
Karl der 5. der Herr unermeßlicher Laͤnder war, hattsdoch faſt immer eine leere Schazkammer. Seine SchweſterMaria, Statthalterin der Niederlande, legte dieſen eineSchazung auf, von der ſie glaubten, daß ihre Privilegiendadurch angetaſtet werden, und Gent, die reichſte undmaͤchtigſte Stadt, Karls Geburtsort, empuͤrt ſich. DieNoth war dringend, der Keaiſer wagts, den naͤchſten Wegdurch Frankreich in die Niederlande zu reiſen, weil er ſichauf Franzens 1. Groß mut verlaͤßt, und haͤlt an dem heuti-gen Tage ſeinen Einzug in Paris. Indeſſen riethen docheinige Raͤthe dem Koͤnige, Karls Verſprechungen wegenAbtretung des Herzogtbums Milans nicht ſehr zu trauen,ſondern der Vortheile, die der izige glinftige Umſtand ihmdarbôte, in der Perſon des Kaiſers ſich zu verſichern. Al-lein theils dachte Franz wirklich zu ehrlich, theils wußte Karldie Maitreſſe des Koͤnigs, Ducheſſe d Etampes, durch diebekannte Galanterie zu gewinnen. Denn beim Handwaſchenließ er einen koſtbaren Ring fallen, den die Dame ge-ſchwinde aufhob, und dem Eigenthuͤmer darreichte. AberKarl verſicherte fi::„ daß er das niemalen wieder anenâbme, was ihm aus der Hand entfallen waͤre.“ Dagegenſchenkten ihm die Pariſer einen ſilbernen Herkules in Lesbensgroͤſſe.