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Ein Doktor von Altona ſchwingt ſich in Zeit von dreiJahren zum Daͤniſchen Grafen und Premierminiſter auf,und regiert das ganze Reich ſo unumſchraͤnkt, als dieStaate verfaſſung ſelbſt iſt. Er vertreibt den alten Adel,der bisher das Ruder fuhrte, er ſchmelit die Miliz um,er errichtet neue Collegien, und ſchaft alte ab; er entferntvon der unehlichen Geburt die darauf haftende Schande,und— was freilich das Schlimmſte war— beſchneidetdie Beſoldungen der Geiſtlichkeit— mit einem Worte,wuͤhlt in dem Daͤniſchen Staatskoͤrper, wie ein Geburts-helffer. Indeſſen er, vom Schwindel betaͤubt, auf derHoͤhe, die er erſtiegen hat, ganz ſorgloß iſt, machen ſeineWiderſacher in der Stille ihre Anſtalten, erhalten vomKoͤnige mitten in der Nacht die Genehmigung zur Ausfuͤhrung ihres Entwuris, nehmen die Königin Mathildiseine engliſche Prinzeßin, den Etatsminiſter und alle ſeintAnhaͤnger gefangen, und fuͤhren die beiden Grafen Struen-fce und Brand, am 28 April aufs Blutgeruͤſte.
Daß Struenſee nichts weniger hatte, als politiſcheKlugheit und die Gabe, das Gluͤke zu tragen iſt gar nichtzu laͤugnen. Was er in achtzehn Monaten ausfuͤhrte,dazu haͤtte ſich ein ſtaatskluger Kopf eine Zeit von achtzehnJahren genommen, und immer wenizſtens Eine Partheides Staats, z. E. die Soldaten oder Geiſtlichen, auf ſeinerSeite behalten. Auf der andern Seite aber iſt wohl auch dasentſchieden, daß er ein Mann von vielen Einſichten undvon einem vortreflichen Genie war, und daß er dem Reichegewiß durch Erhohung des von ihm befoͤrderten Akerbaucs,Vertilgung einiger Vorurtheile, ſchnelleren Gang der Ge-ſchaͤfte: c. mit der Zeit genuͤzt haͤtte. Die Geiſtlichen der