.28.Brokes 1749.Brokes hat hauptſaͤchlich das irdiſche Vergnuͤgen inGott geſungen, und wurde zu feiner Zeit fuͤr einen gutenDichter gehalten. Ungeachtet bei ſe inen Lebzeiten Hagedorn,Haller, Gleim: c. ſchon gedichtet haben, fo konnte er ſichdoch nicht zum klaßiſchen Range dieſer Maͤnner aufſchwin-gen, und er ſcheint mehr zu den Dichtern des vorigen Jahr-hunderts, als des gegenwaͤrtigen, zu gehoͤren. Es gilt alſovon ihm, was man von einem Caniz, Beßerer ꝛc. ſagen muß:man findet hier und da einzelne ſchoͤne Stellen in ſeinenWerken, aber im Ganzen war er nicht aluͤklich, und zeigtkein beſonderes dichteriſches Genie. Uebrigens war er ein
braver Mann und Conſulent zu Hamburg.
Der neunzehnte Fanner.
29.Eroberung von Rouen. 1419.einrich der 5. Koͤnig von England, deſſen wir am geſtri-gen Tage erwaͤbnt haben, nuͤzt die Unruhen, in die Frank.reich durch den Due d' Orleans und die Herzoge von Bur-gund, Philipp den Kuͤhnen und Johann den Unerſchroknen,geſtüͤrzt wird. Denn beide Theile, Orleans und Burgund,wollen im Namen des ſchwachen Karls des Sechsten()die Regentſchaft fuͤhren. Heinrich verbindet ſich mit demleztern, und fallt in die Normandie ein, die er bis auf dieHauptſtadt erobert. Rouen haͤlt ſich außerordentlich tapfer,und die Einwohner wehren ſich fo hartnaͤkig, daß fie fo gar(*) S. den 20 Dit. des vorigen Jahrs.
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