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leſen, vortuͤglich auch ſein Buch von der Einrichtung destheologiſcken Studis. Denn er nahm bri ſeinenAusarbeitungen nun auf das Rulſicht, was wirklich Nuüzenleiſtete, und huͤbete ſich, zu Zankereien Anlaß zu geben.Väclleicht Laon ſein: vieſen Reiſen zu ſciner tolerantenDenkungsart etwas beiſctragen. Denn er lernte einengroßen Theil von Europa kennen, ehe er ſeinen feſten undbleibenden Si; zu Marburg land, wo er als Profeßor ſtard.
Auch fois Charakter wird ſehr geruͤhmt. Er war beſchei-den, q. laͤn ig in ſeinem Hause, munter und geſpraͤchſam inGefellſchaft, und lichte jeden Scherz, der Sitten undWohlſt and nicht beleidigte. Vor ſein Todbette rief er ſeineganze Familie, und gab ihren vor dieſem ernſten Lehrſtuledie beſten Lehren, rie ſie gegen Gott, ihre Mutter und dieuͤbrigen Menſchen ſich zu verhalten haben. Beſonders ſpracher zu ſeinem jüͤnaſten Sohne: lerne die Gebote Gottes,mein Sohn! und er wird für dich forgen!
Der zweite Februar.
46.Wahl Friedrichs des 3. 140.
Man nennt die Zeitalter, in welchem große Gelehrteund Kuͤnſtler aufgeſtanden ſind, nach dem Namen desFuͤrſten, unter dem fi: ſich erhuben. So heißts das Zeit-alter Auguſts, als Virgil, Horaz; c. ihre unſterblichenWerke ſchrieben— Leo's, als Raphael, Michael An zelo,und viele andere ſich durch Meiſterſtuͤke der Bildhaucrkunſtund Malerei verewigten— Ludwigs, da Siacine, Molie-re, Boileau c. ſangen. Allein von allen dieſen, oder denC 2