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Der vierzehnte November.405.Wahl Clemens des 5. 13035.
Clemens iſt einer der merkwu rdigſt:n Pâte. Philipp Au-guſt von Frankreich hatte große Streitigkeiten mit demPaͤbſtlichen Stuble gehabt. Daher er die Wahl eines neuenOberhaupts der Kirche anf einen Freund zu leuken ſuchte,und es gelang ihm, daß ein Franzoſe, dieſer vorhrrige Erz=biſchof von Bordeaux, gewaͤhlt wurde. Denn da zwei Par-teien waren, die Bonifariſche und Franzoöſiſche, die in einentzehenmonatlichen Konklave ſich nicht vereinigen konnten, ſothat leztere den Antrag; jene ſollte drei Kandidaten vor-ſchlagen, und dieſe ſolle waͤhlen. Natuͤrlich ſcklua jene nurAahaͤnzer des Bonifacius vor, worunter auch unſer Erz=biſchof war, den die franzüͤſiſchen Kardinaͤle nun wählten,weil er insgeheim von dem Konige auf ſeine Seite gebrachtworden war.
So bald nun Clemens Pabſt war, verlegte er ſeinen Siznach Avinnon, und hub, Philipp Auguſt zu gefallen, denOrden der Tempelherren auf, uͤber deßen Unſchuld oderVerbrechen genenwaͤrtig litterariſcher Streit iſt. Auch dieVenetianer emprunden ſeine Strenge. Denn da fix Ferraraerobert hatten, welches zum Kirchenſtaat gehoͤren ſollte,wurden fie in den Bann gethan, und mußten zur Beſaͤnf-tigung des geiſtlichen Vaters den Franz Dandulo, einer derfolgenden Doge, nach Avignon ſchicken, der, mit einerKette um den Hals, fo lange unter des Pabſts Tafel herum-kroch, bis er Verzeihung für ſeinen Staat e. hielt. Clemens ſtarb nach einer neunjuͤhrigen Regierung im J. 1314.